Dein Aquarium ist dein ganzer Stolz? Dann haben wir heute genau das Richtige für dich!
Damit deine Unterwasserwelt immer spannend und voller Leben bleibt, braucht es fortwährend neue Anreize. Genau deshalb tauchen wir jeden Sonntag tief in die Welt der Aquaristik-Raritäten und besonderen Zierfisch-Neuheiten ein, die dein Hobby garantiert bereichern werden.
Wir präsentieren dir wöchentlich vier außergewöhnliche Aquarienbewohner, die du im Standard-Zoofachhandel oft vergeblich suchst. Ob farbenprächtige Kleinode, beeindruckende Großcichliden oder spezialisierte Strömungsbewohner – unser Fokus liegt auf Vielfalt und Exklusivität. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Zierfischgroßhändlern aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) erhältst du exklusive Einblicke in aktuelle Importe und stabile Nachzuchten aus aller Welt.
Lerne heute wieder vier neue, faszinierende Arten kennen. Lass dich inspirieren und entdecke tierische Highlights, die dein Becken zum absoluten Hingucker machen. Viel Spaß beim Stöbern und Staunen über diese besonderen Wasserbewohner!

Aphyosemion striatum
Aphyosemion striatum ist ein wunderschöner Haftlaicher, der als Nachzucht etabliert ist. Aus seiner ursprünglichen Heimat in Gabun und Äquatorialguinea erfolgen keine Exporte mehr. Die Art wurde bereits 1911 wissenschaftlich beschrieben und wird seit 1961 erfolgreich im Aquarium gepflegt und gezüchtet.
Trotz eines weitverbreiteten Irrglaubens, Killifische seien empfindlich, kurzlebig und für Gesellschaftsaquarien ungeeignet, trifft dies nicht pauschal zu. Haftlaichende Aphyosemion-Arten, deren Eier sich im Wasser entwickeln und keine Trockenzeit durchlaufen müssen, erreichen ein Alter von mindestens 2-3 Jahren, vergleichbar mit anderen Fischen ähnlicher Größe. A. striatum zählt zu dieser Gruppe.
Obwohl nicht besonders empfindlich, entfalten diese Tiere ihre volle Farbenpracht und fühlen sich sicher in Aquarien mit dunklerer Einrichtung und dichtem Pflanzenwuchs.
Für ein Gesellschaftsaquarium gilt: Aphyosemion sind ruhige und leicht schreckhafte Fische. Eine Vergesellschaftung mit aggressiven Arten wie Buntbarschen oder Sumatrabarben ist daher ungeeignet. Eine harmonische Pflege ist jedoch mit kleinen, ruhigen Salmlern, Bärblingen, Labyrinthfischen oder kleinen Wels-Arten möglich.
Die Wasserwerte sind für die Pflege von untergeordneter Bedeutung; generell sollte das Wasser keimarm sein und der pH nicht wesentlich über 7,5 liegen. Die Wassertemperatur darf zwischen 22 und 28°C liegen, wobei das untere Ende des Spektrums bevorzugt werden sollte. Gefressen wird jedes übliche Futter.
Ein wichtiges Detail: In der Natur ernähren sich Aphyosemion striatum vermutlich vorwiegend von lebenden Insekten und zeigen eine Neigung, nach kleinen Fliegen zu springen. Eine lückenlose Abdeckung des Aquariums ist daher unerlässlich. Aphyosemion striatum wird maximal 5 cm lang.






Andinoacara rivulatus „Silbersaum“
Die prächtigen, großwüchsigen Andinoacara-Arten waren bis vor relativ kurzer Zeit in der Gattung Aequidens beheimatet. Insgesamt umfasst die Gattung Andinoacara acht anerkannte Arten. Davon bilden die drei großwüchsigen Arten – A. blombergi, A. rivulatus und A. stalsbergi – einen Arten-Komplex, was eine leichte Verwechslung untereinander begünstigt.
Am einfachsten ist die Goldsaum-Variante von A. rivulatus zu unterscheiden, da nur diese Form innerhalb des Komplexes gelb-orange Flossensäume besitzt. A. stalsbergi wird aufgrund seiner silberweißen Flossensäume oft als „Silbersaum-Buntbarsch“ bezeichnet. Dies ist jedoch irreführend, da auch die beiden anderen Arten silberweiße Säume aufweisen können. Zur genauen Bestimmung ist es effektiver, die Schuppen zu betrachten: Bei A. stalsbergi ist das Zentrum der Schuppen hell (im Leben leuchtend grünblau) und die Ränder sind dunkel; bei den beiden anderen Arten verhält es sich genau umgekehrt. Ein weiteres Erkennungsmerkmal für die männlichen A. rivulatus der Silbersaum-Variante ist der deutlich breitere Schwanzflossensaum im Vergleich zu den anderen Arten.
Andinoacara rivulatus ist entlang der Pazifikseite von Peru und Ecuador relativ weit verbreitet, was die Ausbildung verschiedener Farbvarianten erklärt. Die „Silbersaum-Variante“ von A. rivulatus ist als deutsche Nachzucht verfügbar, während die „Goldsaum-Variante“ vorwiegend von asiatischen Zuchtbetrieben angeboten wird.
Alle drei genannten Andinoacara-Arten können deutlich über 20 cm groß werden und sich zu stattlichen Fischen entwickeln. Werden sie in zu kleinen Aquarien gehalten, können sie zu sogenannten „Green Terrors“ (Grünen Schrecken) werden, was für Mitbewohner problematisch ist. In ausreichend großen Aquarien hingegen zeigen sie sich als eher ruhige Großbuntbarsche. Die Geschlechtsreife setzt bereits mit etwa 8 cm Länge ein. Andinoacara sind Offenbrüter mit ausgeprägter Elternfamilie.
Hinsichtlich der Wasserzusammensetzung sind sie anspruchslos; jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege und Zucht. Als Futter akzeptieren sie jedes übliche Zierfischfutter passender Größe. Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 26°C liegen, zur Zucht kann sie etwas höher sein. Während der Brutvorbereitung gestalten diese Fische ihr Aquarium aktiv um. Daher empfiehlt es sich, das Aquarium mit großen, getopften Pflanzen zu bestücken, um deren Beschädigung zu minimieren.
Die Geschlechter lassen sich gut am Schwanzflossensaum unterscheiden, der bei den Weibchen wesentlich schmaler ist. Bei der Cichlidenpflege gilt jedoch die Regel, dass dominante Männchen (in diesem Fall erkennbar an breitem Schwanzflossensaum und Stirnbuckel) leicht identifizierbar sind, während unterdrückte Männchen sich farblich und körperlich oft als Weibchen tarnen. Für die Zucht empfiehlt es sich, einen Trupp jüngerer Tiere zu pflegen, aus dem sich gewöhnlich von selbst harmonisierende Pärchen bilden.






Sewellia patella
Die Vertreter der Gattung Sewellia werden umgangssprachlich auch als „Prachtflossensauger“ bezeichnet, da ihre Zeichnung häufig sehr kontrastreich ist. Es existieren jedoch auch schlichter gefärbte Arten, wie die zuletzt wissenschaftlich beschriebene Spezies S. pudens Kottelat, 2025. Insgesamt sind 15 Sewellia-Arten benannt worden; die genaue Anzahl gültiger Arten ist aufgrund teilweise unzureichender Qualität mancher Beschreibungen schwer zu bestimmen.
Die Gültigkeit von Sewellia patella ist jedoch unbestreitbar. Die Art ist bislang aus den Einzugsgebieten des Ba (Da Rang) River und des Sesan River in Zentralvietnam (Provinzen Gia Lai und Kon Tum) bekannt. Auf den ersten Blick ähnelt diese Art der bekannten S. lineolata, unterscheidet sich jedoch deutlich durch ihre Färbung. Arten wie S. lineolata, S. marmorata und S. pterolineata, die flüchtig betrachtet mit S. patella verwechselt werden könnten, besitzen ein schwarzes Band entlang der Außenseite der Brustflossen. Dieses Band fehlt bei S. patella vollständig.
Eine eindeutige Bestimmung ist bei Betrachtung der Tiere von unten möglich. Als einzige Sewellia-Art besitzt S. patella zwei halbkreisförmige Fortsätze an der Afterflosse. Deren Sinn oder Funktion ist unbekannt, doch vermutlich stehen sie im Zusammenhang mit der Fortpflanzung oder dem geschlechtsspezifischen Verhalten, da diese Fortsätze bei Männchen und Weibchen unterschiedlich geformt sind. Ein weiterer Geschlechtsunterschied manifestiert sich in lappenartigen Fortsätzen auf der Oberfläche der Bauchflossen, die bei lebenden Tieren allerdings schwer zu erkennen sind. Diese Fortsätze sind bei den Männchen größer als bei den Weibchen.
In der Erstbeschreibung liefern die Autoren Freyhof und Serov wertvolle Hinweise zum natürlichen Lebensraum. Ihren Beobachtungen zufolge bevorzugt S. patella stärker strömende Gewässerteile als beispielsweise S. lineolata. Die Strömungsgeschwindigkeit im Habitat von S. patella betrug zwischen 0,6 und mehr als 1 m/s. Dies sollte bei der Eingewöhnung der Tiere berücksichtigt werden. Im Übrigen gelten für die Pflege weitgehend die Empfehlungen, die auch für S. lineolata zutreffen.
Aufgrund ihrer Beschränkung auf ein kleines Verbreitungsgebiet und rückläufiger Bestände gilt die Art als gefährdet. Die bislang dokumentierte Maximallänge von S. patella beträgt 49 mm (Standardlänge ohne Schwanzflosse).






Geophagus cf. camopiensis „Araguari“
Der brasilianische Bundesstaat Amapá liegt im äußersten Nordosten Brasiliens am Atlantik. Zoogeografisch ist er besonders interessant, da in seinen Flüssen – etwa dem großen Fluss-System des Rio Araguari – teils Fischarten vorkommen, die ansonsten nur im angrenzenden Französisch-Guayana im Rio Oyapock beheimatet sind. Aufgrund des hohen Preisniveaus in Französisch-Guayana sind Zierfischexporte von dort kaum möglich, was diese Tiere sehr begehrt macht.
In Amapá-Populationen (Rio Araguari-Einzug) sind begehrte Oyapock-Fischarten wie Retroculus septentrionalis und Geophagus cf. camopiensis zu finden.
Geophagus-Experten sind sich ziemlich sicher, dass es sich bei diesen Exemplaren um Geophagus camopiensis handelt, eine Art, die bereits 1903 von Pellegrin aus dem Rio Camopi, einem nördlichen Zufluss des Rio Oyapock in Französisch-Guayana, beschrieben wurde. Aufsammlungen von Aquarianern in Französisch-Guayana lieferten das Wissen über das Aussehen dieser Art. Auffällig ist vor allem ein sehr großer Flankenfleck. Die aus Amapá importierten Geophagus-Exemplare wurden ursprünglich unter der irrigen Bestimmung „Geophagus proximus“ geliefert. Der Exporteur ließ sich offenbar durch den großen Flankenfleck erwachsener Tiere täuschen. G. proximus ist bekanntlich die Geophagus-Art mit dem größten Flankenfleck überhaupt. Bei der Amapá-Population von G. cf. camopiensis ist der Flankenfleck etwas kleiner und oft (nicht immer!) sehr rechteckig. Da sich nicht völlig ausschließen lässt, dass es sich bei den importierten Tieren um eine extrem ähnliche, aber doch andere Art handelt, wird der Artname mit cf. (lat. confer, „vergleiche mit“) versehen. Es wird angenommen, dass Geophagus cf. camopiensis „Araguari“ mit dem 1988 erstmals importierten G. sp. „Araguari“ identisch ist.
In Amapá existiert mindestens eine weitere Geophagus-Art, die 2013 erstmals importiert wurde. Dabei handelte es sich zweifellos um eine Form aus dem G.-altifrons-Formenkreis mit sehr kleinem Flankenfleck.
Geophagus cf. camopiensis „Araguari“ ist ein farbenfroher, gut haltbarer Erdfresser. Die Wassertemperaturen sollten eher im oberen Bereich gehalten werden (26-28°C, zur Zucht 30-32°C); ansonsten sind die Fische gut anpassungsfähig. Es wird nach Art der Offenbrüter abgelaicht, die Jungen nach dem Schlupf jedoch im Maul weiter bebrütet. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Maulbrutpflege. Es handelt sich also um biparentale, larvophile Maulbrüter. Die Maximallänge dieser Tiere beträgt 18-20 cm. In der Natur sind sie – ähnlich wie andere Geophagus – oft in Gruppen anzutreffen. Es sind also vergleichsweise friedfertige Großcichliden, wobei das Verhalten von Buntbarschen stets stark von der Beckengröße und -einrichtung beeinflusst wird. Wie bei allen Geophagus-Arten ist eine große Fläche mit Sand zum Durchkauen auf Dauer lebensnotwendig. Zum Ablaichen sind einige größere, flache Steine vorzusehen.






Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH
