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Filtermedien: Was kommt in meinen Filter?

Wie wichtig ein Filter für dein Aquarium ist, hast du bereits erfahren. Doch was kommt in den Filter? Es gibt für die Filter verschiedene Einsätze mit unterschiedlichen Wirkungen. Diese nennen wir Filtermedien. Was es mit ihnen auf sich hat und was sie bewirken, erklären wir dir hier.

Kids Filtermedien
Wenn du dir ein Aquarium kaufst, ist der Filter häufig schon dabei. Auch die Filtermedien sind bereits integriert. Somit brauchst du dir für den Start keine Sorgen machen. Wie viele Filtermedien dabei sind, hängt ganz von Aufbau des Filters ab.
Du musst dir zum Start eigentlich nur eines merken: Durch ein großes Platzangebot im Filter mit unterschiedlichen Zonen, kannst du deine Filterung noch besser an die Bedürfnisse deiner Bewohner anpassen. Neben den wichtigen Standardmedien finden beispielsweise noch spezielle Filtermedien Platz. Und trotzdem bleibt für die Bakterien ausreichend Platz für den wichtigen Siedlungsraum. Nicht jedes Filtermedium ist also ein guter Wohnort für Bakterien. Je größer der Filter für den Aquarium ist, desto länger ist die Standzeit. Das bedeutet, dass du den Filter nicht so oft öffnen und reinigen musst. Die Bakterien bleiben ungestört.

Welche Filtermedien gibt es und was machen sie?

Damit du aber weißt, welches Medium in deinem Filter ist, welche Aufgabe es übernimmt und was für unterschiedliche Filtermedien es gibt, stellen wir dir hier die verschiedenen Materialien vor.  Es gibt  eine ganze Reihe an Filtermedien, die sich in ihrem Aussehen und der Form unterscheiden. Alle haben eine Aufgabe: Teilchen aus dem Wasser zu entfernen und Bakterien einen Siedlungsraum zu bieten. Ihre Aufgaben lassen sich in mechanische, biologische, chemische und absorptive Arbeit unterscheiden.

Mechanisch: Eine mechanische Filterung kannst du mit einem Kaffeefilter vergleichen. Je feiner das Material ist, desto kleinere Teile werden festgehalten. Aber Achtung: Je feiner das Material, desto weniger Wasser fließt hindurch. Daher fließt das Wasser immer vom gröbsten zum feinsten Material.
Biologisch: Diese Filtermedien begünstigen die Ansiedlung der wichtigen Bakterien. Durch ihre groben Strukturen (grober Schwamm) und mondlandschaftsähnlichen Oberfläche (wie ein poröser Stein) finden viele Bakterien Halt und bauen auf biologische Weise giftige Schadstoffe ab.
Chemisch: Chemische Filtermedien sind in der Lage einen Stoffe, den wir im Aquarium nicht haben möchten, zu einem anderen ungefährlichen Stoff umzubauen und teilweise sogar „festzuhalten“. So können spezielle Probleme wie Algen ohne Gefahr für deine Aquarienbewohner beseitigt werden.
Absorptiv: Stelle dir einen trockenen Schwamm vor. Wenn du ihn in eine Pfütze mit Wasser legst, saugt sich dieser mit Wasser voll. So ähnlich funktioniert es mit Absorbern – sie saugen schädliche Stoffe auf. Wichtig ist dabei, dass sie nicht zu lange im Filter bleiben, denn sie verlieren den aufgenommenen Stoff auch sehr schnell wieder. Denn, was passiert, wenn du wieder auf diesen Schwamm drückst? Richtig, das Wasser wird wieder abgegeben.

Sonstige Filtermedien

Andere Filtermedien sind Tonröhrchen, Tonkügelchen, Sinterglaskugeln oder Kunstoffbiobälle. Alle haben eine Funktion: Sie geben den Filterbakterien (sogenannte nitrifizierende Bakterien), die für die Arbeit im Filter verantwortlich sind, einen „Wohnraum“.
Die Form und Oberfläche dieser Filtermedien, die du dir wie eine Mondlandschaft vorstellen kannst, sind so entwickelt, dass sie möglichst vielen Bakterien Platz bieten. Sie geben selbst keine Stoffe an das Wasser ab, sie begünstigen nur, dass viele Bakterien im Filter Platz haben. Je mehr Bakterien im Filter sind, desto mehr „Helferlein“  hast du, die in deinem Aquarium die Abfallstoffe umwandeln.  Zusätzlich sorgen sie durch ihre Form dafür, dass das Wasser im Filterinneren wie in einem Strudel verwirbelt wird, was die Arbeit der Bakterien begünstigt.

Aktivkohle

Kids Filtermedien KohleDieses Filtermedium ist oft schon bei Komplettsets oder neuen Filtern vorhanden. Sie filtert das Wasser, indem sie die schädlichen Stoffe „aufsaugt“ (absorbiert). Du solltest die Aktivkohle jedoch nur kurz und bei Bedarf  anwenden. Zum Beispiel um nach einer Medikamentenbehandlung die restliche Medizin aus dem Wasser zu entfernen. Natürlich musst du im umgekehrten Fall auch darauf achten, dass keine Kohle im Filter ist, wenn du deine Fische mit Medizin versorgen musst. Wäre Kohle im Wasser, würde sie das Medikament sofort wieder aufsaugen, noch bevor die Tiere gesund werden können.

Mit Aktivkohle kannst du auch Verfärbungen des Wassers beseitigen. Beachte bei der Verwendung: Wenn du Aktivkohle nutzt, musst du sie nach ein bis zwei Tagen entfernen und über den Hausmüll entsorgen.

Torfpellets, Schwarztorfgranulat

Kids Filtermedien Torf-in-unterschiedlichen-FTorf senkt den pH-Wert und gibt sogenannte Humin- und Gerbstoffe an das Wasser ab. Humin- und Gerbstoffe sorgen dafür, dass sich das Wasser leicht gelb-bräunlich färbt, ähnlich wie ein Tee. Das klingt erstmal komisch, aber so wird das Aquarienwasser zum optimalen Lebensraum für Tropenfische, die ursprünglich aus Gewässern mit vielen Gerb- Huminstoffen kommen. In der Natur sind die Gewässer nur selten glasklar.

Ob sich die Tropenfische in dem Wasser wohlfühlen, erkennst du auch daran, dass sie ihre Farbenpracht entfalten und ihre Laichbereitschaft steigt. Wenn du dazu Fragen hast, kannst du natürlich auch bei uns in der Fishothek nachlesen oder Mr. Fishy fragen.

So wird dein Aquarienwasser gelb-bräunlich: Du gibst einfach den in Pellets oder Granulat gepressten Torf in feinen Filterbeuteln in den Filter. Alternativ kann der Torf auch zwischen zwei Lagen grober Filterwatte liegen. Beachte bitte, dass die Menge abhängig vom jeweiligen Produkt und deiner Aquariengröße ist. Lies hierzu am besten gemeinsam mit deinen Eltern die Gebrauchsanleitung.

Alle drei bis sechs Monate musst du den Filterbeutel erneuern, weil dann die Wirkung nachlässt. Du kannst dir in einem Kalender vermerken, wann du den Filterbeutel wechseln musst, dann geht es sicher nicht vergessen.

Filtermedien gegen Phosphat und Nitrat

Kids Filtermedien Wasserparameter-beeinflusseViele Filtermedien gegen Nitrat und Phosphat bestehen aus speziellem Material. Du kannst sie dir wie einen Schwamm vorstellen, der schädliche Stoffe aufsaugt. Genau genommen ist das Material ein Granulat aus Steinchen, die aber wie viele kleine Schwämmchen die Stoffe aufnehmen. Sie binden  zum Beispiel Phosphat, das für erhöhtes Algenwachstum sorgen kann. Sie können die gewünschten Stoffe einlagern oder durch eine chemische Reaktion  „umbauen“. Achte bei der Verwendung unbedingt auf die Produktbeschreibung. Dort steht, wann die Filtermedien ausgetauscht werden müssen. Teilweise können sich die Medien auch wieder erholen und sind dann wieder aufnahmefähig. Das hängt vom Produkt ab und ist in der Beschreibung erklärt.

Filterbälle

Kids Filtermedien BälleViele Hersteller liefern dieses Filtermedium schon mit dem Filter mit. Manchmal findest du aber auch Tonröhrchen oder Sinterglas als Medium für den Filter, die du genauso verwenden kannst wie die Filterbälle.

Filterbälle bestehen aus wasserneutralem Kunststoff. Das bedeutet, dass das Material keine ungewünschten Stoffe an das Wasser abgibt, die deinen Bewohnern schaden könnten. Dank ihrer Struktur und Oberfläche finden hier die Bakterien Platz zum Besiedeln. Sie arbeiten daher mechanisch und biologisch. Sie unterstützen den Abbau von Nitrit und Ammoniak.  Die Hauptaufgabe der Bälle besteht allerdings in der Verwirbelung des Wassers. Hierdurch sichern die Filterbälle die Versorgung der Bakterien mit Sauerstoff. Filterbälle können dauerhaft im Filter bleiben und bei Bedarf einfach abgespült werden.

Glaskeramikröhrchen und Kugeln

Das weiße Filtermaterial, das optisch an Porzellan erinnert, hat eine grobporige Struktur durch die Bakterien auch in das Innere der Filterteilchen wachsen können. Es arbeitet mechanisch und biologisch. Dieses Filtermedium hat ebenfalls eine lange Standzeit und kann durch Ausspülen gereinigt und wiederverwendet werden.

Filterwatte

Kids Filtermedien Watte-und-VliesFilterwatte ist das am längsten verwendete Filtermedium, sie ist wasserneutral. Du solltest sie locker in den Filter geben. Auch kleinere Partikel werden von der Filterwatte „festgehalten“.  Sie filtert das Wasser auf mechanische Weise. Dennoch findet eine biologische Filterung im Inneren statt. Du kannst es dir wie ein Kaffeefilter vorstellen, der kleinste Teile zurückhalten kann. Filterwatte sollte regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden, um Verstopfungen  zu vermeiden.

Filtermatten

Filtermatten gibt es meistens in blau oder schwarz und in verschiedenen Porengrößen. Die Maßeinheit nennt man PPI. PPI ist die Abkürzung für „Poren pro Inch“. Inch ist eine englische Maßeinheit: 1 Inch sind  2,54 cm. Dabei stehen kleinere Zahlen für grobes Material und hohe Zahlen für feines Filtermaterial. Ein Beispiel: 10 PPI = grober Schwamm; 30 PPI = feiner Schwamm.
Filtermatten kannst du bereits zugeschnitten für deinen speziellen Filtertyp kaufen, oder du kannst die Filtermatten passgenau auf deinen Filter zuschneiden, wenn du eine große Matte kaufst. Da sich das Wasser den Weg des geringsten Widerstandes sucht, darf keine freie Lücke vorhanden sein. Nehme deshalb lieber Filterschwämme – sie sind aus dem gleichen Material wie Filtermatten, aber bereits passend auf deinen Filter zugeschnitten.

Willst du Fisch- oder Garnelennachwuchs pflegen, sind die feinen Filtermatten die beste Lösung, so kommt kein Tier versehentlich in die Filterkammer. Sind die Poren verstopft, kannst du die Filtermatten.