Luftpumpe

 

 

Du kannst dein Aquarium „belüften“, das bedeutet, über eine Luftpumpe und einen gern „Sprudelstein“ genannten Ausströmer Luft in Form kleiner Blasen ins Aquarienwasser einbringen.
Aber wofür ist das eigentlich gut?
Luft enthält im Verhältnis zu Wasser mehr lebenswichtigen Sauerstoff. Diesen brauchen die Fische, genau wie wir, zum Atmen. Sauerstoff kann von der Luft ins Wasser übergehen, er „löst“ sich darin. Das passiert die ganze Zeit an der Wasseroberfläche. Sollte aber in einer bestimmten Situation ein Sauerstoffmangel herrschen, hilft die Pumpe: Über die ständig strömenden Blasen wird Sauerstoff im Schnellverfahren ins Wasser gedrückt. Ein Sauerstoffmangel kann damit rasch behoben werden.

Wann kommt es zum Sauerstoffmangel?

Sauerstoff wird für viele Vorgänge im Aquarium benötigt: Die Fische veratmen ihn, die Bakterien in Filter und Mulm verbrauchen ihn beim Abbau von Stoffwechselprodukten und im Dunkeln zehren sogar die Pflanzen am Sauerstoff (tagsüber produzieren sie ihn beim Wachsen!).
Außerdem führt der Einsatz einiger Medikamente zu erhöhtem Sauerstoffverbrauch, und eine Erhöhung der Temperatur geht immer mit einem niedrigeren Sauerstoffgehalt einher.

Merke: Je kälter das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann sich darin lösen. Je wärmer es ist, desto weniger Sauerstoff enthält es

Du siehst also, die Menge von Sauerstoff im Wasser ist sehr veränderlich, das muss man wissen, um die „gefährlichen“ Situationen zu erkennen und gegenzusteuern.

Luftpumpe Kids Aquarium Sauerstoffmangel
Du erkennst knappen Sauerstoff gut daran, dass die Fische schneller als gewöhnlich atmen. Das kann zwar auch andere Ursachen haben (Siehe Nitrit und Kiemenwürmer), aber wenn im Becken ansonsten alles in Ordnung ist, zeigt die Atemgeschwindigkeit gut den Sauerstoffgehalt an. Maximal eine Kiemendeckelbewegung pro Sekunde ist ein guter Wert. Haben sich die Fische angestrengt, zum Beispiel in einem Revierkampf oder bei hitziger Futtersuche, atmen sie vorübergehend schneller. Genau wie wir außer Atem sind, wenn wir uns sportlich betätigen. Ist die Atmung aber schnell und hastig, obwohl der Fisch in Ruhemodus ist, und hängt der Fisch eventuell sogar direkt unter der Oberfläche, ist der Sauerstoff knapp und du solltest eine Luftpumpe anbringen.
Der Sauerstoffgehalt im Becken verändert sich auch über den Tag – morgens ist er am niedrigsten, über den Tag wird er, weil die Pflanzen welchen produzieren, wieder höher. Der kritischste Moment ist also morgens, vor Einschalten der Beleuchtung. Im Zweifelsfall kannst du dir einen Wassertest für Sauerstoff besorgen. Beachte die Anleitung genau, damit du richtige Messergebnisse erhältst.

Achtung! Wenn alle Fische plötzlich extrem schnell atmen, meist nach einer größeren Veränderung im Becken wie Austausch des Bodengrund, nach Neueinrichtung oder Medikamenteneinsatz, liegt wahrscheinliche eine Vergiftung vor.

Welche Situationen gibt es, in denen Sauerstoffmangel auftreten kann?

  •  Zu viele Fische im Verhältnis zu Wasser und Pflanzen
  • Zu viel Futter, das verrottet und Sauerstoff verbraucht
  • Medikamenteinsatz (Packungsbeilage unbedingt beachten!)
  • Hitzeperiode, Temperatur über ungefähr 28°
  • Krankheiten (besonders Kiemenwürmer)
  • Wasserpflege vernachlässigt, angesammelter Mulm verbraucht Sauerstoff

Diese Situationen können jederzeit überraschend auftreten, insofern ist es ratsam, eine Pumpe in seiner Grundausstattung zu haben, damit sie stets einsatzbereit ist.

Luftpumpe Kids Aquarium Sprudelstein

Wofür kannst du die Luftpumpe noch gebrauchen?

Ein kurzfristig aufgestelltes Becken, zum Beispiel für die Aufzucht von Jungfischen, ist noch nicht eingefahren und hat damit noch keinen stabilen Gashaushalt. Mit einer Belüftung oder einem Luftheberfilter kannst du es trotzdem sofort betreiben.

Außerdem funktioniert die Aufzucht von Salzkrebsen mit Belüftung besser.

Tipp: Mit den passenden T-Stücken und Hähnen kannst du die Luft auf mehrere Becken verteilen und perfekt dosieren!

Brauchst du die Luftpumpe dauerhaft?

Nein! Im Normalfall genügt der Sauerstoff, den die Pflanzen produzieren. In einem stabil laufenden, ausreichend bepflanzten und nicht mit zu vielen Fischen überbesetzten Aquarium brauchst du die Luftpumpe nur in den oben aufgelisteten Sondersituationen.

Gebrauch der Pumpe

Die Membranpumpe darf niemals ins Wasser geraten. Stelle sie in sicherer Entfernung auf und wähle einen Luftschlauch, der lang genug ist. Achtung, die Pumpe ist beweglich! Auf manchen Oberflächen „krabbeln“ die Pumpen durch die Vibrationen (das feine Zittern) langsam herum und können so überraschend herunter fallen. Stelle oder hänge sie also so auf, dass sie dann keinesfalls im Aquarium landen kann oder mach die Pumpe so fest, dass sie sich nicht bewegen kann.
Ein leises Brummen ist normal bei Pumpen. Du kannst es dämpfen, indem du sie auf ein Polster stellst (Schaumstoff, Moosgummi, Styropor oder Ähnliches). Achte auch darauf, dass weder das Stromkabel noch der Luftschlauch irgendwo anstoßen, denn sie vibrieren mit der Pumpe mit und können so laute Geräusche verursachen, wenn sie dabei einen anderen Gegenstand berühren.
Benutze immer ein Rückschlagventil! Es erlaubt nur in eine Richtung Durchgang.So wird sichergestellt, dass zwar die Luft von der Pumpe ins Aquarium kommt, aber niemals Wasser von dort in die Pumpe, beispielsweise bei einem Stromausfall.
Drossle die Luftmenge über einen Hahn oder eine Klemme auf die benötigte Menge und benutze einen Sprudelstein, um feinere Blasen zu bekommen – meist macht die sprudelnde Luft mehr Krach, als die Pumpe selbst. Außerdem sind viele kleine Blasen noch effektiver, um Sauerstoff ins Wasser zu bringen.