Acantopsis dialuzona
Beschreibung
Die Rüsselschmerle (Acantopsis dialuzona) wird bis zu 25 cm groß und gehört zur Familie Cobitidae. Der länglich gestreckte Körper zeigt eine erdige Grundfärbung von beige bis gräulich-braun; entlang der Rückenlinie sind 11–17 dunkle Sättel ausgebildet, an den Flanken treten zusätzlich 7–13 dunkle Flecken auf. Die schlanke, pferdekopfartige Kopfform mit leicht verlängertem Rüssel hilft beim Gründeln und Sandfiltern. An der Schwanzwurzel sitzt ein gut entwickelter Ocellus (Augenfleck).
Im Aquarium zeigt Acantopsis dialuzona überwiegend nacht- und dämmerungsaktives Verhalten; tagsüber ruht sie im Bodengrund oder versteckt sich unter Wurzeln und Höhlen. Innerartlich bildet die Art lockere Gruppen mit ruhigem, wenig aggressivem Sozialverhalten. Bei Störung gräbt sich die Schmerle blitzschnell in den feinen Sand ein, wobei oft nur noch Augen und Rückenpartie sichtbar bleiben.
Unter dem Auge verbirgt sich ein beweglicher Abwehrstachel, der Fressfeinden und unvorsichtigen Haltern Verletzungen zufügen kann.
Besonderheiten
- Gräbt sich blitzschnell in feinen Sand ein (Rückzug, Ruhe, Schutz)
- Nacht- und dämmerungsaktiv, tagsüber häufig verborgen
- Bevorzugt mäßige bis starke Strömung
- Nicht garnelensicher: kleine Garnelen und Nachwuchs gefährdet
- Ocellus an der Schwanzbasis als typisches Erkennungsmerkmal
- Regenzeit-Wanderungen in überschwemmte Habitate
- Beweglicher Abwehrstachel unterhalb der Augen
- Kupferhaltige Medikamente sind tödlich (Cobitidae)
Vergesellschaftungshinweise
Acantopsis dialuzona ist ein gruppen-toleranter Bodenfisch. Empfohlen wird die Haltung in kleinen Gruppen von mindestens 3–5 Tieren für natürliche Sozialkontakte und mehr Aktivität; einzeln gehaltene Tiere bleiben oft versteckt. Innerartlich verhalten sich die Tiere friedlich, gelegentlich treten harmlose Rangordnungsspiele auf. Adulte Exemplare können zunehmend solitärer werden.
Gegenüber anderen Arten ist das Temperament überwiegend friedlich. Als Bodenbewohner konkurriert die Art kaum mit Schwarmfischen im Freiwasser. Garnelennachwuchs und sehr kleine Zwerggarnelen können gefressen werden; größere Garnelen (z. B. Amano) werden meist toleriert. Schnecken sind unproblematisch.
Geeignete Beifische sind südostasiatische Arten wie Rasboras, Danios und Devario. Afrikanische Buntbarsche und südamerikanische Arten wie Corydoras sind bioregional unpassend und zu vermeiden.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden deutlich fülliger, besonders im Bauchbereich. Männchen sind insgesamt schlanker und besitzen modifizierte Brustflossen, bei denen die ersten verzweigten Flossenstrahlen verlängert sind.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–25 °C, pH 6,0–8,0, GH 1–12 °dGH. Die Art stammt aus Fließgewässern, die je nach Jahreszeit deutlich kühler sein können als typische Tropenbecken. Dauerhaltung bei 28 °C ist nicht optimal und kann die Lebenserwartung verkürzen.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge und 250 Liter. Ein langes, flaches Becken bietet ausreichend Gründelraum.
Einrichtung: Feiner Sand als Substrat ist Pflicht – Sandschicht von mindestens 5–8 cm für natürliches Grabverhalten. Kies mit scharfen Kanten kann die Tiere verletzen. Robuste Rhizom-Pflanzen (Anubias, Microsorum) oder Schwimmpflanzen verwenden, da die Art beim Graben Pflanzenwurzeln freilegt. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln und Höhlen einrichten. Mäßige bis starke Strömung mit ruhigen Ecken kombinieren.
Kupferhaltige Medikamente sind für Schmerlen tödlich. Durch die feinen, eingebetteten Schuppen ist die Art besonders anfällig für Ichthyo – nur kupferfreie Mittel verwenden.
Acantopsis dialuzona ist ein charaktervoller Bodenfisch für Aquarianer, die ein kühler-temperiertes Flussbiotop mit feinsandigem Bodengrund einrichten. Da alle Handelstiere Wildfänge sind, ist die Art mit Bedacht zu kaufen.
Zucht und Fortpflanzung
Im Aquarium bisher nicht erfolgreich nachgezogen – alle Handelstiere sind Wildfänge. Eine dokumentierte Zucht in Gefangenschaft ist nicht bekannt; kommerzielle Nachzucht erfolgt nur durch Hormonstimulation und ist im Hobby nicht reproduzierbar.
In der Natur laicht Acantopsis dialuzona vermutlich während der Regenzeit in temporär überschwemmten Gebieten. Der genaue Laichtyp ist in keiner verlässlichen Quelle dokumentiert. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter sowie saisonale Temperatur- und Wasserstandsschwankungen gelten als mögliche Trigger.
Ernährung/Futterbedarf
Acantopsis dialuzona ist ein fleischbetonter Allesfresser. In der Natur filtriert die Art feinen Sand und nimmt Kleinstorganismen und wirbellose Tiere auf. Im Aquarium vorrangig sinkende Futtersorten: Lebend- und Frostfutter wie Tubifex, Rote Mückenlarven, Artemia und Daphnien. Ergänzend sinkende Granulate oder Pellets hoher Qualität. Fütterung idealerweise in den Abendstunden, wenn die Tiere aktiv werden.
Natürlicher Lebensraum
Acantopsis dialuzona stammt aus Südostasien und ist auf den großen Sundainseln (Sumatra, Borneo, Java) sowie in Malaysia und Thailand verbreitet. Typische Lebensräume sind Klarwasserflüsse und Bäche mit mäßiger bis starker Strömung; der Bodengrund besteht überwiegend aus feinem Sand. Die Art besetzt bevorzugt den Bodensaum von Fließgewässern und nutzt überhängende Uferbereiche und Wurzelzonen als Rückzugshabitate. In der Regenzeit dehnen sich die Vorkommen in temporär überschwemmte Waldgebiete aus.