Corydoras sp. C91
Beschreibung
Corydoras sp. C91 ist ein kurznasiger bis rundnasiger Panzerwels von etwa 6,5 cm Länge aus der Verwandtschaft von Corydoras julii, C. punctatus und C. trilineatus. Die Grundfärbung ist hell mit einem kontrastreichen Flecken- und Linienmuster, das häufig eine dreilinienartige Erscheinung entlang der Flanken zeigt; die Schwanzflosse trägt zusätzlich Fleckung. Bei optimalen Haltungsbedingungen in weichem, leicht saurem Wasser entfaltet die Art ihre besonders lebhafte Zeichnung. Im Aquarium zeigen die Tiere typisches bodenorientiertes Suchverhalten und nutzen Verstecke zwischen Laub und Wurzeln. Die Art wird im Handel auch unter den Namen „Corydoras sp. Heiko“ und „C. sp. Peru-Bondi“ angeboten. Sie ist wissenschaftlich noch nicht beschrieben und gilt als Seltenheit im Aquaristikhandel.
Als Angehöriger der Familie Callichthyidae ist Corydoras sp. C91 ein obligater Darmatmer: Die Tiere nehmen regelmäßig an der Wasseroberfläche Luft auf, um Sauerstoff über den Darm aufzunehmen. Eine offene Wasseroberfläche und freier Zugang nach oben sind daher lebensnotwendig.
Besonderheiten
- Wissenschaftlich noch nicht beschrieben, Seltenheit im Handel
- Im Handel als „Corydoras sp. Heiko“ und „C. sp. Peru-Bondi“ geführt
- Obligater Darmatmer, freier Zugang zur Wasseroberfläche lebensnotwendig
- Kupferempfindlich wie alle Callichthyidae
- Sand als Substrat obligatorisch
- Verwandt mit C. julii, C. punctatus und C. trilineatus (Lineage 9)
- Herkunft: Rio Huallaga-Becken, Peru
Vergesellschaftungshinweise
Corydoras sp. C91 ist schwarmbildend und sehr friedlich. Die Haltung erfolgt in Gruppen ab 6 Tieren, empfohlen sind 8 bis 10 Tiere. Die Art passt sehr gut in ruhige Gesellschaftsaquarien mit kleinen bis mittelgroßen südamerikanischen Fischen. Geeignete Begleiter sind andere Corydoras-Arten wie Corydoras julii und Corydoras trilineatus sowie ruhige Salmler, Zwergcichliden und Wirbellose wie Neocaridina und Caridina. Große oder räuberische Fische sollten vermieden werden. Bei Garnelenhaltung empfiehlt sich dichte Bepflanzung als Schutz für sehr junge Tiere.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden etwas größer und fülliger; Männchen bleiben schlanker. Weibchen erscheinen in der Aufsicht deutlich breiter und füllen bei Trächtigkeit den Körperbereich zwischen Brust- und Bauchplatte stärker aus.
Haltungstipps / Pflege
Corydoras sp. C91 sollte in Aquarien mit einer Temperatur von 22 bis 26 °C, einem pH-Wert von 6,0 bis 7,2 und einer Gesamthärte von 2 bis 10 °dGH gehalten werden. Die Art bevorzugt weiches, leicht saures Wasser, in dem sie ihre schönste Färbung entwickelt; sie gilt jedoch als anpassungsfähig. Das Becken sollte feinen Sand als Substrat bieten, damit die empfindlichen Barteln nicht beschädigt werden. Reichlich Totholz, Wurzeln und Laubschichten schaffen ein naturnahes Ambiente und bieten Versteckmöglichkeiten. Sanfte bis mäßige Strömung sowie dichte Pflanzenbestände erhöhen das Wohlbefinden. Regelmäßige Teilwasserwechsel und eine moderate Filterung halten die Wasserqualität stabil.
Eine Abdeckung des Beckens wird empfohlen, da Corydoras gelegentlich springen können und zudem freier Oberflächenzugang für das obligatorische Darmatmen unverzichtbar ist. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.
Eine kurzfristige Absenkung der Temperatur auf 22 °C kann natürliches Verhalten und Laichbereitschaft fördern.
Zucht und Fortpflanzung
Corydoras sp. C91 ist ein Haftlaicher. Die Zucht orientiert sich an allgemeinen Corydoras-Methoden. Empfohlene Zuchtwasserwerte: pH 6,0 bis 6,8, GH bis 8 °dGH, Temperatur 23 bis 24 °C. Als Auslöser dient die Simulation der Regenzeit durch großzügige Wasserwechsel (50 bis 70 %) mit etwas kühlerem (ca. 2 bis 3 °C kälter), weichem Wasser. Gutes Anfüttern mit Lebendfutter vor der Zucht ist wichtig. Die Paarung erfolgt in der für Corydoras typischen T-Position; die Eier werden einzeln oder in Gruppen an Pflanzen, Wurzeln oder Scheibeninnenseiten abgelegt.
Ernährung/Futterbedarf
Corydoras sp. C91 ist omnivor und nimmt sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung an. Als Basis eignen sich sinkende Bodentabletten, Granulate oder Pellets; ergänzend sollten regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wie rote Mückenlarven, Artemia, Tubifex oder Daphnien erfolgen. Mehrere kleine Futtergaben täglich verringern den Konkurrenzdruck und schonen die empfindlichen Barteln.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Corydoras sp. C91 stammt aus Südamerika und wird dem Rio Huallaga-Becken in Peru zugeordnet, einem rund 1.100 km langen Nebenfluss des Marañón. In der Natur bewohnt die Form Klarwasser-Bäche und -Zuflüsse des Rio Huallaga mit feinem, sandigem Bodengrund, Falllaub, Totholz sowie langsamer bis mäßiger Strömung. Das Wasser ist typischerweise weich und leicht sauer bis neutral (pH 5 bis 7). Ufervegetation und Wurzelwerk bieten Verstecke, Laichplätze und reichlich Nahrung durch Detritus.