Crenicichla sp. Tapajós
Beschreibung
Crenicichla sp. Tapajós ist ein großwüchsiger, torpedoförmiger Raubcichlide von 30 bis 35 cm Länge aus der Lugubria-Gruppe (ehemals Crenicichla-lugubris-Komplex). Die Art ist wissenschaftlich noch nicht formal beschrieben. Der schlank-gestreckte Körper ist auf schnelles Beschleunigen und aktive Jagd ausgelegt. Adulte Tiere zeigen eine silbergraue Grundfärbung mit intensiv orangeroten Flanken- und Bauchpartien. Jungtiere tragen ein markantes Cobra- oder Schlangenmuster, das ihnen den Handelsnamen „Cobra Pike“ eingebracht hat und sich mit zunehmender Größe verliert. Weibchen tragen ein weißes Band in der Rückenflosse als zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal. Die Art lebt stark bodenorientiert und lauert aus Deckung auf Beute.
Besonderheiten
- Großer Raubfisch, 30 bis 35 cm
- Jungtiere mit „Cobra“-Zeichnung, Adulte mit orangeroter Grundfärbung
- Lugubria-Gruppe (2023 reklassifiziert), im Handel als Crenicichla geführt
- Kräftiger Springer, lückenlos schließende Abdeckung Pflicht
- Empfindlich auf hohe Nitratwerte, Risiko für Lochkrankheit
- Innerartliche Aggression kann tödlich enden
- Herkunft: Rio Tapajós, Brasilien (Klarwasser)
Vergesellschaftungshinweise
Crenicichla sp. Tapajós ist stark territorial und sehr aggressiv. Die Haltung erfolgt als Einzeltier oder etabliertes Paar. Die Art ist kein Gesellschaftsfisch. Eine Vergesellschaftung ist nur mit sehr robusten, großen Beifischen möglich, die nicht ins Beuteschema passen. Geeignet sind große Harnischwelse, andere großwüchsige Buntbarsche oder Rochen. Alles, was ins Maul passt, wird als Beute betrachtet. Wirbellose sind gänzlich ungeeignet. Selbst unter Artgenossen kommt es zu heftigen, teils tödlichen Auseinandersetzungen.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden insgesamt größer und können 30 bis 35 cm erreichen, oft mit intensiven Rot- bis Orangetönen an Flanken und Bauch. Weibchen bleiben deutlich kleiner und tragen ein markantes weißes Band in der Rückenflosse, das als zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal dient.
Haltungstipps / Pflege
Crenicichla sp. Tapajós benötigt ein großes Aquarium ab 200 cm Kantenlänge mit mindestens 600 Litern für ein Einzeltier, für ein Paar oder Vergesellschaftung deutlich mehr (800 bis 1.000+ Liter). Die Einrichtung sollte großzügige Freiflächen für Jagdbewegungen sowie flache Steinhöhlen, Felsblöcke mit Spalten, robustes Totholz und dicke Wurzeln als Rückzugs- und Laichplätze bieten. Sand- bis Feinkiessubstrat ist ideal, da die Tiere gelegentlich graben.
Eine leistungsfähige Filterung mit hoher biologischer Kapazität und mäßige bis kräftige Strömung sind wichtig. Regelmäßige großzügige Wasserwechsel halten die Wasserqualität hoch, da große Crenicichla empfindlich auf hohe Nitratwerte reagieren und zu Lochkrankheit neigen.
Die Art ist ein kräftiger Springer. Eine schwere, lückenlos schließende Abdeckung ist Pflicht.
Die Wasserwerte sollten bei 25 bis 29 °C, pH 5,5 bis 7,0 und GH 1 bis 15 °dGH liegen.
Zucht und Fortpflanzung
Crenicichla sp. Tapajós ist ein Höhlenlaicher. Die Zucht gilt als sehr anspruchsvoll. Die Art laicht in Höhlen oder unter flachen Steinen ab. Das Weibchen betreut das Gelege, während das Männchen das Revier verteidigt. Die Eier schlüpfen nach 3 bis 4 Tagen, die Jungfische schwimmen nach weiteren 3 bis 4 Tagen frei. Kannibalismus unter den Jungfischen ist häufig, eine Größensortierung ist erforderlich.
Zur Stimulation der Laichbereitschaft dienen große Wasserwechsel mit weichem, leicht kühlerem Wasser und anschließende schrittweise Temperaturerhöhung. Das Zusammensetzen von Paaren ist riskant, da unverträgliche Partner getötet werden können. Die Aufzucht einer Jungfischgruppe in einem sehr großen Becken zur natürlichen Paarbindung ist der sicherste Weg.
Zuchtwasser: pH 5,5 bis 6,5, GH bis 5 °dGH, 27 bis 29 °C.
Ernährung/Futterbedarf
Crenicichla sp. Tapajós ist ein strikter Karnivor und Raubfisch. Frisch importierte Tiere akzeptieren häufig zunächst nur lebende Beute wie kleine Futterfische, Regenwürmer und Garnelen. Nach einer Eingewöhnungsphase lassen sich die meisten Exemplare an Frostfutter (Stinte, Garnelen, Muschelfleisch) und an hochwertige fleischbetonte Pellets gewöhnen. Eine abwechslungsreiche, proteinreiche Ernährung ist wichtig.
Natürlicher Lebensraum
Crenicichla sp. Tapajós stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós in Brasilien, einem über 800 km langen Klarwasser-Zufluss des Amazonas. Die Art bewohnt Flussuferzonen mit sandigem Grund, versunkenem Holz und Felsspalten bei mäßiger bis stärkerer Strömung. Das Wasser des Tapajós ist klar, weich und leicht sauer bis neutral.