Gastromyzon viriosus
Beschreibung
Gastromyzon viriosus ist ein kleinbleibender, bodenbewohnender Flossensauger aus der Familie Gastromyzontidae, der endemisch im Tatau-Einzugsgebiet in Sarawak, Malaysisch-Borneo vorkommt. Die dokumentierte Maximalgröße beträgt 5,5 cm SL. Der Körper ist stromlinienförmig und stark abgeflacht, mit einer kräftigen Saugeinrichtung an der Bauchseite. Beide Geschlechter entwickeln im Erwachsenenalter leuchtend gelbe Flossen, daher auch der englische Name „Yellowfinned Borneo sucker“.
Im Aquarium zeigt G. viriosus ein ruhiges bis sehr friedliches Verhalten. Die Tiere bewegen sich vorwiegend bodennah und sind häufig an Steinen und hart bewachsenen Flächen zu beobachten, wo sie Aufwuchs und Biofilm abweiden. In beengten, schlecht durchströmten Becken können sie scheu werden.
Die Art ist spezialisiert auf sauerstoffreiche, kühle Bäche mit kräftiger Strömung.
Besonderheiten
- Bauchscheibe als Haftorgan zum Festhalten an glatten Steinen
- Beide Geschlechter entwickeln leuchtend gelbe Flossen im Erwachsenenalter
- Spezialisiertes Aufwuchsweide-Verhalten mit raspelndem Fressen
- Rheophil: Anpassung an schnell fließende, sauerstoffreiche Gewässer
- Geselliger Bodenbewohner, Gruppe ab 5 Tieren
- Zu hoher Proteinanteil kann innere Schäden verursachen
- Sprungrisiko gering
Vergesellschaftungshinweise
Gastromyzon viriosus ist ein geselliger Bodenbewohner, der in Gruppen ab 5 Tieren gehalten werden sollte. Das Temperament ist ruhig und friedlich. Innerhalb der Gruppe können leichte Rangfolgeinteraktionen an bevorzugten Fressplätzen auftreten.
Die Vergesellschaftung mit friedlichen, strömungsliebenden Arten aus Südostasien ist möglich. Geeignet sind Rasboras, kleine Danio-Arten und rheophile Bodenfische. Schnecken werden toleriert, adulte Garnelen sind weitgehend sicher, Junggarnelen können gefährdet sein.
Geschlechtsdimorphismus
Bei Gastromyzon viriosus sind Geschlechtsunterschiede dokumentiert. Männchen zeigen tendenziell breitere Köpfe, eine etwas dunklere Gesamtfärbung und deutlich sichtbare Achselporen. Weibchen erscheinen massiger und breiter gebaut mit einem runderen Kopf. Beide Geschlechter entwickeln leuchtend gelbe Flossen, dieses Merkmal taugt nicht zur Geschlechtsunterscheidung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-24 °C, pH 6,0-7,5, GH 2-12 °dGH. Die Art bevorzugt kühles, sauerstoffreiches Wasser mit starker Strömung.
Beckengröße: Ab 75 cm Kantenlänge (68 Liter) für eine kleine Gruppe. Großzügige Bodenfläche mit glatten bis rauen Steinen, Platten und Felsstrukturen. Kies bis grober Kiesel als Substrat.
Filterung und Strömung: Kräftige Strömung ist unbedingt nötig. Filterdurchsatz von 10-15-fach des Beckenvolumens pro Stunde empfohlen.
Sprungrisiko: Gering.
Der Borneo-Sauger eignet sich für erfahrene Aquarianer, die strömungsreiche Becken mit kühlem Wasser pflegen können.
Zucht und Fortpflanzung
Für Gastromyzon viriosus liegen keine gesicherten Zuchterfolge im Aquarium vor. Konkrete Zuchtwasserwerte, Gelegegrößen, Inkubationszeiten oder spezifische Brutpflegeverhalten sind für diese Art nicht bekannt.
Ernährung/Futterbedarf
Gastromyzon viriosus ist ein Aufwuchsfresser mit pflanzlicher Grundkost. Die Hauptnahrung besteht aus Biofilm, Algen und mikrobiellen Aufwüchsen auf Felsen und Steinen. Im Aquarium eignen sich Algenwafer, Spirulina-Tabletten und blanchiertes Gemüse (Zucchini, Spinat). Frostfutter (Artemia, Wasserflöhe) kann gelegentlich in kleinen Mengen ergänzt werden. Übermäßiges tierisches Eiweiß kann innere Schäden verursachen. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Gastromyzon viriosus ist endemisch im Tatau-Einzugsgebiet in Sarawak, Malaysisch-Borneo (Südostasien). Die Art bewohnt schnell fließende, flache Bäche in hügeligen und bergigen Regionen, bis in Höhenlagen von ca. 1.350 m. Bevorzugte Mikrohabitate sind Riffles und Runs in Bereichen mit Kaskaden und Wasserfällen. Die Substrate bestehen aus Kies, Steinen und Felsen mit dichter Biofilmschicht.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.