Ompok pabda
Beschreibung
Der Pabda-Glaswels (Ompok pabda) erreicht ca. 30 cm TL und ist ein mittelgroßer Süßwasserwels der Familie Siluridae. Der schlanke, langgestreckte Körper mit abgeflachtem Kopf ist typisch für die Gattung. Charakteristisch sind die sehr langen Barteln und ein marmoriertes Körpermuster; die Grundfärbung ist silbergrau bis hellbraun mit wolkiger, dunklerer Zeichnung. Ein schwacher Schulterfleck kann vorhanden sein. Wie bei allen Siluriden fehlt eine Fettflosse; die Rückenflosse ist sehr kurz und weit vorne positioniert.
Verwechslungsgefahr: In Indien wird O. bimaculatus im Volksmund „Pabda“ genannt, obwohl es sich um eine andere, deutlich größere Art handelt (bis 45 cm SL). Aquariumsdaten für „Pabda“ beziehen sich in der Literatur oft fälschlicherweise auf O. bimaculatus.
Im Aquarium zeigt O. pabda nachtaktives Verhalten: tagsüber bevorzugt er dunkle Verstecke in Höhlen, unter Wurzeln oder dichter Vegetation. Nach Einbruch der Dämmerung durchstreifen die Tiere bodennahe Bereiche auf der Suche nach Futter. Gegenüber gleichgroßen Fischen tritt die Art friedlich auf, ist aber gegenüber sehr kleinen Fischen räuberisch.
Besonderheiten
- Nachtaktiv mit hoher Aktivität in Dämmerung und Nacht
- Sehr lange Barteln als Haupterkennungsmerkmal
- Marmoriertes Körpermuster auf silbergrauem Grund
- Verwechslungsgefahr mit O. bimaculatus im Handel
- Siluridae-typisch: keine Fettflosse, sehr kurze Rückenflosse
- Saisonale Laichaktivität in der Monsunzeit (Mai-September)
- Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
- Junggarnelen gefährdet, adulte Schnecken werden toleriert
Vergesellschaftungshinweise
O. pabda wird üblicherweise einzeln oder paarweise gehalten. Die Art ist nicht zwingend auf Artgenossen angewiesen. Gegenüber ähnlich großen Fischen friedlich, aber räuberisch gegenüber sehr kleinen Fischarten und Jungtieren. Konflikte entstehen hauptsächlich bei Platzmangel an Verstecken.
Verstärkte Territorialität während der Laichphase ist dokumentiert.
Schnecken werden toleriert. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden häufig toleriert.
Geeignete Partner: robuste, mittelgroße bis große südasiatische Cypriniden (z.B. Tor-Arten, große Puntius-Arten), bodennahe Welse ähnlicher Größe. Kleine Fische unter 5-6 cm sind als Beibesatz ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden fülliger und massiger, besonders vor und während der Laichbereitschaft; Männchen erscheinen schlanker. Ob der bei O. bimaculatus dokumentierte gezähnte Brustflossenstachel auch bei O. pabda vorkommt, ist nicht gesichert belegt.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: 22-28 °C, pH 6,5-7,8, GH 5-15 dGH.
Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter). Weicher Bodengrund aus feinem Sand. Dichte Bepflanzung an den Rändern, zahlreiche Höhlen mit Wurzeln, Steinen und Unterschlupfmöglichkeiten. Offene Schwimmzonen am Boden belassen. Moderate, gleichmäßige Strömung; starke Strömungen vermeiden.
Abendliche Fütterung mit Frost- und Lebendfutter (Tubifex, Mysis, Regenwürmer), sinkende Pellets mit hohem Proteingehalt. Regelmäßige Wasserwechsel.
Geringes Sprungrisiko, gut schließende Abdeckung dennoch ratsam.
O. pabda ist eine Art für erfahrene Aquarianer. Die genaue Artbestimmung vor dem Kauf ist wegen der Verwechslungsgefahr mit O. bimaculatus wichtig.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Schwierigkeit: schwer.
Zuchtwasserwerte: 26-30 °C, pH 7,0-7,8, GH max. 15 dGH. Zuchtberichte liegen vorwiegend aus der Aquakultur vor; hormonelle Induktion (sGnRH/Ovaprim) wird kommerziell eingesetzt. Die natürliche Laichzeit fällt in die Monsunperiode (Mai bis September). Gelegegrößen erreichen mehrere Tausend Eier. Befruchtungsraten 60-80%, Schlupfraten bis 75%.
Larven werden zunächst mit Infusorien und später mit Artemia-Nauplien gefüttert. Hohe Mortalität in frühen Larvenstadien. Im Heimaquarium ist die Zucht ohne hormonelle Induktion kaum dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor. In der Natur: Insektenlarven, Würmer, kleine Fische, Krebstiere. Im Aquarium: Tubifex, Regenwürmer, Mysis, gehackte Garnelen, Fischstücke (lebend oder gefroren). Sinkende Pellets mit hohem Proteinanteil werden nach Eingewöhnung akzeptiert. Abendliche Fütterung, wenn die Tiere aktiv sind. Adulte Tiere einmal täglich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
O. pabda kommt in Südasien vor, insbesondere in den Einzugsgebieten von Brahmaputra und Ganges (Indien, Bangladesch, Pakistan, Myanmar). Flache, langsam fließende Gewässer mit schlammigen oder sandigen Untergründen. Flussrandzonen, überschwemmte Auen, ruhigere Altarme. Tagsüber in Uferhöhlen, dichter Vegetation oder unter Treibholz versteckt. Monsunperiode hat starken Einfluss auf die Fortpflanzungszyklen.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.