Pseudolithoxus nicoi

Deutscher Name: Pseudolithoxus nicoi

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
schwarz, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Pseudolithoxus nicoi
Gattung: Pseudolithoxus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Pseudolithoxus nicoi wird bis zu 11,4 cm groß und ist ein kompakter Harnischwels aus der Familie Loricariidae. Der Körper ist langgestreckt und dorsoventral abgeflacht mit einem saugnapfähnlichen Maul. Die Grundfärbung ist dunkelgrau bis schwarz mit weißen Flecken und einem weißen Band in der Schwanzflosse. Männchen entwickeln ausgeprägte Odontoden an Schnauze und Brustflossenstacheln. Im Aquarium zeigt P. nicoi typisches Bodenbewohner-Verhalten: zurückgezogen am Tag, aktiver in der Dämmerung und Nacht. Die Art nutzt Spalten und Höhlen als Ruheplätze und wandert bei Dämmerung über Steine und Scheiben auf der Suche nach Aufwuchs.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Ausgeprägte Odontoden bei Männchen (Schnauze, Brustflossenstacheln)
  • Saugmaul zur Fixierung an felsigem Substrat
  • Starke Strömungstoleranz, angepasst an sauerstoffreiche Habitate
  • Höhlen- und Spaltennutzer, versteckt sich tagsüber
  • Nacht- bis dämmerungsaktiv
  • Kupferhaltige Medikamente sind giftig!

Vergesellschaftungshinweise

Pseudolithoxus nicoi wird als Gruppentier beschrieben und fühlt sich in Gesellschaft von Artgenossen wohler. Innerhalb der Gruppe zeigen die Tiere geringe Aggressivität, solange ausreichend Verstecke und Revierstrukturen vorhanden sind. Das Temperament ist friedlich. Nacht- bis dämmerungsaktiv. Schnecken werden toleriert, adulte Garnelen meist sicher, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden. Vergesellschaftung mit anderen südamerikanischen Arten: Salmler, Panzerwelse und kleine Buntbarsche. Keine ostafrikanischen Hartwasserbuntbarsche. Kupferhaltige Medikamente sind für Welse giftig und dürfen nicht eingesetzt werden!

Geschlechtsdimorphismus

Männchen tragen ausgeprägtere, längere Odontoden an Schnauze und Brustflossenstacheln sowie eine spitzere Genitalpapille. Männchen haben einen breiteren Kopf und eine schlankere Taille. Weibchen sind fülliger im Körperbau mit schmalerem Kopf und stumpferer Genitalpapille.
Größe: ca. 9-11 cm

Haltungstipps / Pflege

Pseudolithoxus nicoi benötigt ein Aquarium mit starker Strömung, sauerstoffreichen Bedingungen und reichlich Versteckmöglichkeiten. Die Wasserwerte sollten bei 25-30 °C, pH 6-7 und GH 1-8 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 100 cm Kantenlänge und 200 Liter. Felsige, strukturierte Einrichtung: Höhlen, Schieferplatten, Lavasteine und Spalten. Feiner Kies oder Sand als Substrat. Kräftige Filterung mit Strömungspumpe. Gedämpfte bis moderate Beleuchtung fördert Aufwuchsbildung. Fütterung vorzugsweise am Abend. Kupferhaltige Medikamente sind giftig! Pseudolithoxus nicoi ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer. Die Lebenserwartung ist nicht dokumentiert.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
6-7
Temperatur:
25-30 °C
Beckengröße:
ab 100 cm, 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter (vermutet) Zuchtschwierigkeit: Nicht dokumentiert Für Pseudolithoxus nicoi liegen keine gesicherten Zuchterfolge im Aquarium vor. Für die verwandte Art P. dumus ist eine Nachzucht als Höhlenbrüter mit männlicher Brutpflege dokumentiert. Zuchtversuche bei P. nicoi gelten als experimentell.

Ernährung/Futterbedarf

Pseudolithoxus nicoi ist ein Aufwuchsfresser. In der Natur: Algen, Biofilm, Mikroorganismen und Detritus, ergänzt durch kleine Wirbellose. Im Aquarium: Algenwafer, Spirulina-Tabletten, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke). Ergänzend: gefrorene Mysis oder Artemia. Fütterung am Abend empfohlen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
nicht dokumentiert

Natürlicher Lebensraum

Pseudolithoxus nicoi stammt aus dem Oberen Rio Negro und dem Rio Casiquiare in Venezuela (Bundesstaat Amazonas). Typfundort ist der Rio Manipitare im Einzugsgebiet des Rio Siapa. Die Art bewohnt schnellfließende, felsige Hauptkanäle mit klarem, sauerstoffreichem Wasser und ausgeprägter Strömung.

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