Tropheus moorii

Deutscher Name: Blaukopf-Brabantbarsch

Foto: Hans-Jürgen Ende
Herkunft:
Afrika, Ostafrika, Tanganjikasee
Farben:
blau, gelb, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Tropheus moorii
Gattung: Tropheus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Tropheus moorii ist der artenreichste Vertreter der Gattung Tropheus im Tanganjikasee und bekannt für seine extreme Farbvariabilität: Je nach Fundort (über 50 Lokalvarianten beschrieben) unterscheiden sich die Tiere erheblich in Grundfärbung und Zeichnung. Typische Varianten zeigen eine dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung kombiniert mit leuchtend gelben, orangefarbenen, roten oder bläulichen Bändern, Flecken oder farbigen Kopfpartien (z. B. „Bemba“, „Ilangi“, „Moliro“, „Kasanga“). Der deutsche Name „Blaukopf-Brabantbarsch“ bezieht sich ursprünglich auf bestimmte blauköpfige Varianten. Die Art erreicht eine Maximalgröße von ca. 12–15 cm TL, lebt an flachen, felsigen Küstenzonen des Tanganjikasees und ernährt sich hauptsächlich von Aufwuchs (Algen, Periphyton). Achtung: Jungtiere von T. moorii können leicht mit T. duboisi-Jungtieren verwechselt werden, da beide dichte helle Punktmuster zeigen. Echter Unterschied: T. moorii-Jungtiere haben einen gelben Rücken und weniger dichte, größere Punkte auf schwarzem Grund; T. duboisi-Jungtiere zeigen kleinere, dichter gestellte weißblaue Punkte. Im Erwachsenenalter ist die Unterscheidung problemlos. Wichtig: Wie alle Tropheus-Arten ist T. moorii extrem anfällig für „Bloat“ (Tanganjika-Aufblähkrankheit). Eiweißreiche Fütterung (Tubifex, rote Mückenlarven, Rinderherz) kann innerhalb von Tagen zum Tod führen. Strikt pflanzliche Ernährung ist unabdingbar.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Alle Tropheus-Arten sind extrem Bloat-gefährdet: ausschließlich pflanzliche Ernährung! Kein Tubifex, keine roten Mückenlarven, kein tierisches Protein.
  • Über 50 Farbvarianten aus verschiedenen Seegebieten – Mischvergesellschaftung verschiedener Varianten kann zu Hybridisierung führen und sollte vermieden werden.
  • Verwechslungsgefahr mit T. duboisi bei Jungtieren (s. Beschreibung).
  • Endemit des Tanganjikasees; hartes, alkalisches Wasser zwingend.
  • Maulbrüter (maternal): Weibchen trägt Eier 3–4 Wochen im Maul.
  • Polygames System: Männchen begatten mehrere Weibchen.

Vergesellschaftungshinweise

Tropheus moorii ist innerartlich extrem territorial und aggressiv. Das dominante Männchen verfolgt und drangsaliert schwächere Tiere konsequent; ohne ausreichend große Gruppe und ausreichend viele Verstecke sterben schwache Tiere durch Dauerstress. Zwingend erforderlich: Haltung in Gruppen ab 15–20 Tieren (Perplexity; DB: group_size_recommended „15-20+“), um die Aggressionen des dominanten Männchens zu verteilen. Kleinere Gruppen führen regelmäßig zu Totalverlusten durch gezielte Verfolgung. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken vertragen das alkalische Tanganjika-Wasser. Garnelen (Neocaridina, Caridina) sind wegen des hartem Wassers ungeeignet. Geeignete Beckengenossen: andere Tanganjika-Cichliden mit kompatiblen Wasseranforderungen wie Julidochromis spp., Eretmodus cyanostictus, Tanganicodus irsacae sowie bodenbewohnende Synodontis-Arten (z. B. S. petricola, S. multipunctatus). Ungeeignet: alle Weichwasser-Arten (Südamerika, Südostasien), andere Buntbarsch-Gruppen (Malawi, Südamerika), Süßwassergarnelen. Hinweis zur Vergesellschaftung verschiedener T. moorii-Varianten: Wird nur eine Variante pro Becken gehalten, wird Hybridisierung vermieden. Wissenschaftlich sind die Varianten als conspecific anerkannt.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden., beim Weibchen abgerundet. Nur für Erfahrene empfohlen.
Größe: ca. 14–15 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Tropheus moorii gilt als schwierig bis sehr schwierig; die Art ist für Einsteiger nicht geeignet. – Gruppe: mindestens 12 Tiere, empfohlen 15–20+ Tiere. – Beckengröße: Für eine artgerechte Gruppe mindestens 400–500 Liter; interaquaristik.de nennt 150 cm Beckenlänge als Minimum. Der BMEL-Richtwert für eine 15-cm-Art (160 L) ist für Gruppenhaltung bei weitem unzureichend. – Einrichtung: Felsenlandschaft mit zahlreichen Verstecken und Sichtblenden. Sand- oder Kiesboden. Keine empfindlichen Pflanzen notwendig (naturgemäß kaum Pflanzenbewuchs im Felshabitat). – Ernährung: Ausschließlich pflanzlich – Spirulina-Flocken/-Tabletten, Algenblätter (Nori), pflanzliches Granulat, hochwertige Tanganjika-Spezialfutter. Kein Tubifex, keine roten Mückenlarven, kein tierisches Protein. – Wasserwechsel regelmäßig (20–30 % wöchentlich); starke Filterung notwendig. Aquariumwasserwerte: Temperatur 23–27 °C, pH 8,0–9,0, GH 8–25 dGH. Die GH-Spanne von 11–25 dGH in der DB-Pipeline ist breit; in der Praxis ist ein Bereich von 12–20 dGH für Tanganjika-Becken typischer.
Wasserhärte:
mittel bis hart
PH-wert
8-9
Temperatur:
23–27 °C
Beckengröße:
ab 400–500 L für Gruppe (BMEL 160 L nicht praxisgerecht)

Zucht und Fortpflanzung

Maulbrüter (maternale Brutpflege); polygames System (Männchen begatten mehrere Weibchen). Das Weibchen trägt die Eier ca. 3–4 Wochen im Maul. Laut DB: „Männchen polygam; Maulbrüter – Weibchen tragen 3–4 Wochen“ (aus breeding_info). Gelege klein (artypisch für Maulbrüter), ca. 5–15 Eier. Die Zucht im Aquarium ist möglich (Schwierigkeit: mittel laut DB). Das brütende Weibchen wird am besten isoliert, da es von Artgenossen verfolgt werden kann und die Eier zu früh ausspuckt (Stressabort). Brütende Weibchen fressen nicht und magern ab; ausreichend Kondition vor dem Ablaichen ist wichtig.

Ernährung/Futterbedarf

Strikter Herbivor / Aufwuchsfresser. Hauptfutter: Spirulina-Flocken, Algenblätter, pflanzliche Pellets/Granulate, Tanganjika-Spezialfutter. Kein tierisches Protein (Bloat-Gefahr). Gelegentlich Cyclops oder Artemia nauplius in sehr kleinen Mengen sind von spezialisierten Quellen (Perplexity) als begrenzt vertretbar erwähnt – primäres Futter muss aber pflanzlich sein.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 7–10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Endemisch im Tanganjikasee (Ostafrika). Bewohnt, hochalkalin, klar, warm und sauerstoffreich. Wilde Wasserwerte: Temperatur 24–26 °C, pH 8,0–9,0.

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Bitte hier die Nahrungsansprüche denen des Tropheus Maswa angleichen, Aufwuchsfresser sollte mit Spirulina ernährt werden!

Moin Matthias, auch ist der pH Wert zu niedrig angegeben, sorry, dass ich so nerve, aber ich habe selber seit vielen Jahren Tropheus…

Übrigens eine tolle Sache die Ihr hier gemacht habt, genau wie das Schleswig-Holstein-Aquaristikforum…
Liebe Grüße Maggi

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