Uaru amphiacanthoides
Beschreibung
Der Keilfleckbuntbarsch (Uaru amphiacanthoides) ist ein großwüchsiger Buntbarsch aus dem Amazonasbecken und erreicht im Aquarium 25 bis 30 cm Gesamtlänge. Der Körper ist hoch, seitlich stark komprimiert und beinahe kreisförmig, eine diskusähnliche Silhouette. Die Grundfärbung ist olivbraun bis dunkelbraun mit einem charakteristischen großen schwarzen Fleck im hinteren Körperdrittel, der dreieckig bis keilförmig erscheint.
Jungfische zeigen ein deutlich anderes Muster: helle Flecken auf dunklem Grund, ähnlich wie bei Diskusjungfischen. Mit zunehmendem Alter wandelt sich die Zeichnung zum adulten Muster. Die Gattung Uaru umfasst nur zwei Arten: U. amphiacanthoides und U. fernandezyepezi.
Besonderheiten
- Diskusähnliche Silhouette mit hochovalem, seitlich komprimiertem Körper
- Jungfische ernähren sich von der Schleimhautsekretion der Elterntiere (wie Diskus)
- Jungtier-Zeichnung wandelt sich komplett zum adulten Muster
- Überwiegend pflanzliche Ernährung, frisst weiche Aquarienpflanzen
- Nur zwei Arten in der Gattung Uaru (U. amphiacanthoides und U. fernandezyepezi)
- Benötigt warmes, weiches Wasser mit hoher Temperatur (27 bis 30 °C)
Vergesellschaftungshinweise
Für einen Cichliden seiner Größe ist der Keilfleckbuntbarsch überraschend friedlich. Die Art kann mit kleineren Fischen wie Salmlern vergesellschaftet werden, solange diese groß genug sind, um nicht gefressen zu werden. Geeignete Mitbewohner sind andere große Amazonas-Salmler (Metynnis, Prochilodus), Engelfische (Pterophyllum altum, P. scalare), andere große Cichliden aus demselben Lebensraum (Heros, Geophagus, Satanoperca) sowie große Panzerwelse.
Untereinander verhalten sich Keilfleckbuntbarsche überwiegend tolerant. Die Haltung in Gruppen oder Paaren wird empfohlen. Während der Brutzeit steigt die territoriale Tendenz moderat an. Garnelenbesatz ist nicht sinnvoll.
Geschlechtsdimorphismus
Keilfleckbuntbarsche zeigen keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Während der Laichzeit gibt es minimal unterschiedliche Genitalpapillen, was einen geübten Blick erfordert.
Haltungstipps / Pflege
Der Keilfleckbuntbarsch benötigt warmes, weiches Wasser mit Temperaturen von 27 bis 30 °C, einem pH-Wert von 5,0 bis 7,0 und einer Gesamthärte von maximal 5 °dGH. Für Wildfänge sind besonders weiches, leicht saures Wasser mit pH 6,0 bis 6,5 und GH unter 5 °dGH zu empfehlen. Nachzuchten sind etwas toleranter. Die Art verträgt keine Temperaturschwankungen unter 25 °C gut.
Für ein Paar oder eine Kleingruppe (3 bis 5 Tiere) ist ein Aquarium von mindestens 400 Litern (150 cm Kantenlänge) erforderlich. Für die Gruppenhaltung sind 500 bis 600 Liter empfehlenswert. Die Einrichtung besteht aus robuster oder geschützter Bepflanzung, da Keilfleckbuntbarsche viele Weichblatt-Pflanzen fressen. Nur Anubias, Java-Farn oder künstliche Pflanzen sind dauerhaft geeignet. Sehr gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel (30 % wöchentlich) sind aufgrund des hohen Nährstoffeintrags nötig.
Zucht und Fortpflanzung
Der Keilfleckbuntbarsch ist ein Substratlaicher mit intensiver biparentaler Brutpflege. Die Laichablage erfolgt auf flachen Steinen oder Holzwurzeln, das Gelege umfasst typischerweise bis zu 200 Eier. Jungfische ernähren sich, analog zu Diskusfischen, von der Schleimhautsekretion der Elterntiere. Diese enge Eltern-Kind-Bindung macht die Aufzucht anspruchsvoll.
Wildfänge laichen bevorzugt in sehr weichem, saurem Wasser. Ein separates Zuchtbecken mit mindestens 300 bis 400 Litern, flachem Stein als Laichgrund und optimierten Wasserwerten ist empfehlenswert. Die Zucht gilt als schwer.
Ernährung/Futterbedarf
Die Ernährung ist überwiegend pflanzlich. Keilfleckbuntbarsche sind Omnivoren mit starker Tendenz zum Herbivoren: Pflanzenmaterial, Algen und kleine Wirbellose bilden die natürliche Nahrung. Im Aquarium sollte pflanzliche Kost im Vordergrund stehen: Spirulinagranulat, blanchierte Zucchini, Gurke, Spinat, Erbsen und hochwertige Herbivoren-Pellets. Ergänzend werden Frostfutter, Erdwürmer und kleinere Insekten akzeptiert. Zu viel tierische Nahrung ist zu vermeiden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Der Keilfleckbuntbarsch ist im Amazonasbecken verbreitet: Rio Negro, Rio Japurá, Rio Tapajós, Rio Solimões sowie im Hauptstrom des Amazonas (Brasilien, teils Guyana). Die Art bewohnt klare und schwarze Nebenflüsse, häufig in der Nähe versunkener Äste und Baumwurzeln. Das natürliche Wasser ist sehr weich, sauer, mit pH-Werten um 5,0 bis 6,8 und sehr geringer Leitfähigkeit.