Teichfische im Winter: Wann Fische ins Aquarium umziehen sollten

Teichfische im Winter: Wann Fische ins Aquarium umziehen sollten

Anleitung zu Arten, Wassertemperaturen & Pflege

Foto: Pexels
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Der Herbst naht und die Außentemperaturen fallen — nun müssen Gartenteichbesitzer entscheiden, welche Fische den Winter im Teich überstehen und welche besser im Haus-Aquarium aufgehoben sind. Entscheidend sind teichbauliche Eigenschaften, die Art der Fische und ihr Gesundheitszustand. Die Umsiedlung ins Aquarium ist in der Regel unkompliziert, wenn einige grundlegende Hinweise beachtet werden.

Nicht alle Teichfische vertragen anhaltenden Frost

Nicht alle Arten, die im Sommer im Gartenteich leben, sind automatisch frostresistent. Viele Zierfische werden nur zur Sommerzeit in den Teich gesetzt und sollten spätestens bei für sie unangenehm werdenden Temperaturen nach drinnen geholt werden. Harro Hieronimus, Autor mehrerer Fachbücher und Redakteur der Zeitschrift „GartenTeich“, weist darauf hin, dass Fische durch ein Sommeraufenthalt im Teich oft größer, robuster und lebhafter in der Färbung werden als ständig im Aquarium gehaltene Artgenossen. Dennoch gelten für verschiedene Zuchtformen und Arten unterschiedliche Temperaturgrenzen. Beispielsweise sollten Schleierschwanz-Goldfische bei Wassertemperaturen unter etwa 12 °C ins Haus übersiedelt werden, während „normale“ Goldfische oft draußen bleiben können. Für viele Kaltwasserarten liegt die kritische Marke sogar bei etwa 10 °C. Diese Werte beziehen sich stets auf Grenzen, die ein gesunder Fisch ohne Probleme aushält. Halter sollten sich genau über die Bedürfnisse ihrer gehaltenen Arten informieren; Anlaufstellen sind örtliche Aquaristik-Vereine, etwa über den Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA): https://vda-online.de/Vereine/.

Kranke oder geschwächte Tiere besser drinnen überwintern

Fische, die angeschlagen oder erkrankt sind, sollten generell im Aquarium überwintert werden. Viele Halter von hochwertigen oder großen Koi lassen ihre Fische im Herbst und Frühjahr tierärztlich untersuchen. Mit Erfahrung genügt oft eine gründliche Sichtkontrolle, gegebenenfalls ergänzt durch eine Behandlung mit Fachhandelsmitteln. Die Entscheidung trifft letztlich der Halter. Ebenfalls wichtig sind Kontrollen der Wasserwerte: Nach regenreichen Sommern kann es nötig sein, den pH-Wert mit Aufhärtern wieder anzugleichen.

Teichtiefe beachten

Ein weiterer Faktor, ob Fische draußen überwintern können, ist die Teichtiefe. In begünstigten Klimaregionen sollte ein Teich mindestens 80 cm tief sein, besser jedoch 120 cm, damit das Gewässer nicht vollständig durchfriert. Ist der Teich zu flach, steigt das Risiko, dass Fische Kältestress oder Erfrierenschäden erleiden.

Welches Aquarium ist geeignet?

Als Faustformel für die Aquariengröße empfiehlt Hieronimus: pro Zentimeter Fisch etwa ein Liter Wasser und mindestens das zehnfache des längsten Fisches als Gesamtvolumen. Beispielsweise benötigt ein 25 cm langer Goldfisch demnach mindestens 250 Liter. Die Wassertemperatur im Aquarium sollte beim Umzug der im Teich herrschenden Temperatur ähneln — also ungefähr 12–15 °C. Bei diesen niedrigen Temperaturen empfiehlt sich, rund ein Drittel des Wassers alle 14 Tage gegen Leitungswasser auszutauschen; bei höheren Temperaturen sind häufigere Wechsel nötig. Wichtig sind außerdem ein leistungsfähiger Außenfilter zur Umwälzung der großen Wassermenge und eine an die Jahreszeit angepasste Beleuchtung.

Als Ausstattung genügen meist eine dünne Sandschicht und robuste Pflanzen wie Wasserpest. Bei Goldfischen und Koi sind Pflanzen oft entbehrlich, da sie gefressen werden und in der Regel keine große Rolle für die Wasserqualität spielen. Wegen des verlangsamten Stoffwechsels bei niedrigen Temperaturen reicht es, die Tiere etwa alle zwei Tage zu füttern.

So gelingt die Umsiedlung ins Aquarium

Der Umzug vom Teich ins Aquarium ist unkompliziert: Bei sinkenden Temperaturen werden die Fische gefangen und kurz in einem Eimer oder einer Plastiktüte gehalten. Wichtig ist, dass das Transportwasser zur Hälfte aus Teichwasser und zur Hälfte aus dem Aquarienwasser besteht, damit sich die Tiere an die neuen Wasserwerte gewöhnen können. Nach einigen Stunden können die Tiere ins Aquarium gesetzt werden. Da die Zieltemperatur bei rund 12–15 °C liegt, ist ein kühler Standort des Aquariums empfehlenswert.

Rückkehr in den Teich

Sobald im nächsten Frühjahr die Temperaturen dauerhaft über etwa 12 °C liegen, können die Fische nach vorsichtiger Temperaturangleichung wieder in den Gartenteich entlassen werden und dort ihre nächste Saison verbringen.

Hier geht es zum Originalbeitrag: https://www.ivh-online.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressedienst-heimtiere/mitteilung-des-aktuellen-ivh-pressedienstes/news/detail/News/sollten-teichfische-im-aquarium-ueberwintern.html

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