Tauche jede Woche tief ein in die faszinierende Welt der Aquaristik und entdecke mit uns die schillernde Vielfalt der Aquarienbewohner! Auf my-fish.org präsentieren wir dir jeden Sonntag exklusiv vier besondere Tierarten, die deine Unterwasserwelt bereichern könnten. Ob du ein leidenschaftlicher Aquarianer bist, nach neuen Herausforderungen suchst oder einfach die beeindruckende Artenvielfalt im Aquarium bewundern möchtest – hier bist du genau richtig.
Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder spannende Zierfische, faszinierende Garnelen und beeindruckende Krebse zu erkunden. Viele dieser seltenen Arten und neuen Aquarienfische sind wunderschön, oft noch unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit der wertvollen Unterstützung unserer Partner, der erfahrenen Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), öffnen wir dir jede Woche ein Fenster zu diesen Aquaristik-Raritäten und geben dir umfassende Informationen zu ihrer Pflege und Haltung.
In dieser speziellen Blog-Serie liegt unser Fokus ausschließlich auf dem tierischen Leben im Aquarium. Wir stellen dir detailliert einzigartige Zierfische, lebhafte Aquariengarnelen und charakterstarke Aquarienkrebse vor – ganz gleich, ob es sich um spannende Süßwasserfische oder interessante Wirbellose handelt. Du findest darunter auch viele spannende Nachzuchten und ihre verschiedenen Zuchtformen, die nachhaltig zur Aquaristik beitragen. Beachte bitte: Diese Serie konzentriert sich auf die tierischen Bewohner deiner Unterwasserlandschaft; Aquarienpflanzen werden hier nicht behandelt.
Verpasse keine Ausgabe und erweitere dein Wissen über außergewöhnliche Aquarienbewohner! Finde Inspiration für dein nächstes Aquariumprojekt oder entdecke die nächste Attraktion für dein bestehendes Becken. Dein Weg zu den schönsten und seltensten Aquariumfischen und Wirbellosen beginnt hier – jeden Sonntag neu auf my-fish.org!

Sicyopterus macrostetholepis – Gelbschwanz-Algengrundel, WF
Herkunft: Wildfang (WF) – Diese Art stammt aus schnell fließenden Gebirgsbächen Indonesiens (z.B. Sumatra, Padang-Region), was entscheidende Anforderungen an die Aquariengestaltung und Wasserbewegung stellt.
Beschreibung: Die Gelbschwanz-Algengrundel ist eine schlanke, stromlinienförmige Grundelart, deren Name von der charakteristischen, oft leuchtend gelben Schwanzflosse ausgewachsener Exemplare herrührt. Ihr unterständiges Maul ist zu einem Saugmaul umgebildet, das hervorragend zum Abweiden von Algen und Biofilmen von glatten Oberflächen geeignet ist. Ihre Färbung ist variabel und reicht von bräunlich bis gräulich, oft mit unregelmäßigen Flecken.
Größe: Erreicht eine Endgröße von bis zu 10–11 cm, was bei der Beckenplanung berücksichtigt werden muss.
Beckengröße: Aufgrund ihres Bedürfnisses nach ausgedehnten Weideflächen sowie Schwimmraum in starker Strömung ist ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge (ca. 200–250 Liter) empfehlenswert.
Wasserwerte: Bevorzugt klares, sauerstoffreiches Wasser mit starker Strömung. Die Temperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen, der pH-Wert idealerweise zwischen 5,0 und 7,0 bei weicher bis moderater Gesamthärte (GH 5–12); in Aquarien sind etwas höhere Werte oft tolerierbar. Hohe Wasserqualität ist essentiell.
Einrichtung: Eine leistungsstarke Strömungspumpe ist unerlässlich, um ihren natürlichen, sauerstoffreichen Bachlebensraum zu simulieren. Das Aquarium sollte viele glatte Steine und größere Kiesel enthalten, die mit Biofilmen und Algen bewachsen sind und als primäre Weideflächen dienen. Versteckmöglichkeiten zwischen den Steinen sind ebenfalls wichtig.
Fütterung (Besondere Herausforderung): Die Gelbschwanz-Algengrundel ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser. Im Aquarium stellt die adäquate Versorgung mit Nahrung oft die größte Herausforderung dar. Sie benötigt einen ständigen Zugang zu Algenaufwuchs und Biofilmen. Handelsübliches Flockenfutter oder Granulat wird meist nur ergänzend akzeptiert, z.B. Spirulina-Flocken, spezielle Algen-Wafer, überbrühtes Gemüse (z.B. Spinat, Zucchini) oder feines Frostfutter. Es ist wichtig, den Scheibenwuchs nicht zu gründlich zu entfernen, um den Tieren ihre Nahrungsgrundlage nicht zu entziehen.
Sozialverhalten: Im Allgemeinen friedlich, kann aber innerartlich territorial sein, besonders wenn das Nahrungsangebot an Algen begrenzt ist. Die Haltung einer Gruppe ist in ausreichend großen Becken mit vielen Weideflächen und Verstecken möglich.
Besonderheiten: Wildfänge können zunächst scheu sein und eine sorgfältige Eingewöhnung erfordern. Ihre hochspezialisierte Ernährung macht sie zu anspruchsvollen, aber faszinierenden Pfleglingen.

Hypancistrus seideli „L400“ – L 400 Großer Ozelot-Pleco, DNZ
Herkunft: Deutsche Nachzucht (DNZ) – Diese Tiere stammen aus kontrollierter Zucht in Deutschland, was in der Regel eine ausgezeichnete Qualität, Robustheit und eine gute Anpassung an Aquarienbedingungen und Futter bedeutet.
Beschreibung: Der L 400 Ozelot-Pleco ist ein sehr attraktiver Harnischwels, der sich durch ein komplexes und variables Muster aus dunklen Linien, Punkten oder Flecken auf einem helleren Grund auszeichnet, das an das Fell eines Ozelots erinnert. Sie besitzen einen typisch abgeflachten Körper und ein unterständiges Saugmaul.
Größe: Erreicht eine Endgröße von bis zu 12–14 cm.
Beckengröße: Aufgrund der Endgröße ist für ein ausgewachsenes Einzeltier oder ein Paar ein Aquarium ab 100–120 cm Kantenlänge (ca. 200–250 Liter) empfehlenswert.
Wasserwerte: Bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser (GH 5–15, KH 0–8) und einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0–7,5). Die Temperatur sollte zwischen 26 und 30 °C liegen. Eine gute Sauerstoffversorgung des Wassers ist wichtig.
Einrichtung: Benötigt viele Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen (z.B. Tonröhren, Schieferplatten, Wurzeln), da er dämmerungs- und nachtaktiv ist. Wurzeln und Steine tragen zur Strukturierung bei. Ein feiner Sandboden wird als Substrat bevorzugt.
Fütterung (Wichtige Herausforderung): Im Gegensatz zu vielen anderen Harnischwelsen ist Hypancistrus seideli primär carnivor (fleischfressend) oder omnivor mit einem starken Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. Algen stellen nur einen sehr geringen Anteil der natürlichen Nahrung dar. Die Fütterung muss daher auf proteinreiche Nahrung ausgerichtet sein: hochwertiges Wels-Granulat mit hohem Fleischanteil, verschiedene Frostfuttersorten (wie rote Mückenlarven, Artemia, Krill) und gelegentlich Lebendfutter. Eine abwechslungsreiche und ausreichende proteinreiche Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit und das Wachstum.
Sozialverhalten: Im Allgemeinen friedlich gegenüber anderen Fischarten. Männchen können untereinander territorial sein, insbesondere wenn nicht genügend Höhlen und Verstecke vorhanden sind. Eine Haltung ist einzeln, paarweise oder in einem sehr großen Becken mit vielen Verstecken als Gruppe möglich.
Besonderheiten: Ihre primär fleischliche Ernährung unterscheidet sie wesentlich von vielen gängigen, algenfressenden Welsen und muss bei der Fütterung unbedingt berücksichtigt werden. Deutsche Nachzuchten sind in der Regel gut an Aquarienfutter gewöhnt und anpassungsfähig.

Acantopsis rungthipae – Pferdekopfschmerle, WF
Herkunft: Wildfang (WF) – Stammt aus sandigen Flussufern und strömungsarmen Bereichen Südostasiens (z.B. Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam).
Beschreibung: Die Piebald Horseface Loach ist eine höchst ungewöhnliche und faszinierende Schmerlenart mit einem langen, schlanken Körper und einem speziellen, nach unten gerichteten Maul, das perfekt zum Graben im Sand adaptiert ist. Ihre Färbung ist meist sandfarben bis hellbraun mit dunkleren Flecken, was eine hervorragende Tarnung im Bodengrund ermöglicht.
Größe: Erreicht eine Endgröße von bis zu 12 cm.
Beckengröße: Aufgrund ihrer Größe und ihres intensiven Grabe-Verhaltens ist ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge (ca. 200 Liter) für eine kleine Gruppe empfehlenswert.
Wasserwerte: Bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser (GH 5–15, KH 0–10) und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert (6,5–7,5). Die Temperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen. Sauberes, sauerstoffreiches Wasser ist wichtig.
Einrichtung (Absolut Wichtige Herausforderung): Ein sehr feiner, weicher Sandboden von mindestens 5–10 cm Höhe ist absolut entscheidend! Diese Tiere verbringen den Großteil des Tages damit, sich komplett oder teilweise in den Sand einzugraben. Grober Kies oder scharfkantiger Bodengrund kann ihre empfindlichen Barteln verletzen und zu Infektionen führen. Wurzeln und einige abgerundete Steine können als Struktur dienen, aber große Freiflächen mit Sand sind essentiell. Gedämpfte Beleuchtung wird bevorzugt.
Fütterung: Als Bodengraber und Detritusfresser ernähren sie sich von kleinen Wirbellosen und organischen Partikeln im Substrat. Im Aquarium nehmen sie gerne feines Granulat, absinkende Futtertabletten, Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) und Lebendfutter (Tubifex, kleine Würmer) an. Es ist wichtig, dass das Futter den Boden erreicht, bevor es von schnelleren Fischen gefressen wird. Die Fütterung ist in der Regel unproblematisch, wenn die Bedingungen stimmen.
Sozialverhalten: Eine friedliche und scheue Schmerlenart. Sollte in Gruppen von mindestens 3–5 Exemplaren gehalten werden, da sie in Einzelhaltung verkümmern oder sehr zurückgezogen leben können. Sie sind ausgezeichnete Gesellschaftsfische für andere ruhige Arten.
Besonderheiten: Ihr einzigartiges Grabe-Verhalten und die unbedingte Notwendigkeit eines spezifischen Sandbodens sind die größten Herausforderungen bei der Haltung. Wildfänge benötigen eine Phase der Eingewöhnung an das Aquarienleben.

Nannostomus beckfordi „Kupfer“ – Längsband-Ziersalmler-Kupfer, NZ
Herkunft: Nachzucht (NZ) – Stammt ursprünglich aus den langsam fließenden Gewässern und Uferzonen Südamerikas (z.B. Guyana, Surinam). Nachzuchten sind gut an Aquarienbedingungen adaptiert.
Beschreibung: Der Längsband-Ziersalmler ist ein kleiner, schlanker und sehr eleganter Fisch. Die „Kupfer“-Variante zeichnet sich durch eine rötlich-kupferfarbene Grundfärbung aus, die besonders bei den Männchen intensiv ist, und ein ausgeprägtes dunkles Längsband, das sich von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel zieht. Sie bewegen sich oft in einer charakteristischen schrägen Haltung.
Größe: Erreicht eine Endgröße von 4 bis 5,5 cm.
Beckengröße: Ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54–80 Liter) ist für eine kleine Gruppe ausreichend.
Wasserwerte: Bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser (GH 5–15, KH 0–10) und einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0–7,2). Die Temperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen.
Einrichtung: Dichte Randbepflanzung (insbesondere feinfiedrige Pflanzen und Schwimmpflanzen) bietet Rückzug und Schatten, während ein freier Schwimmraum erhalten bleiben sollte. Wurzeln und Laub am Boden schaffen natürliche Verstecke und dämpfen das Licht.
Fütterung (Wichtige Herausforderung bei Größe): Mikro-Räuber. Nimmt gerne feines Flockenfutter, Mikro-Granulat, sowie kleines Frost- und Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Cyclops, Wasserflöhe). Die Futtergröße ist aufgrund ihres kleinen Mauls wichtig; zu große Futterpartikel werden nicht angenommen. Eine abwechslungsreiche Fütterung ist entscheidend.
Sozialverhalten: Ein friedlicher Schwarmfisch, der sich in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren am wohlsten fühlt. Sie können auch mit anderen kleinen, friedlichen Fischarten und Zwerggarnelen vergesellschaftet werden. Männchen können Reviere bilden und Imponiergehabe zeigen, was aber selten zu ernsthaften Konflikten führt.
Besonderheiten: Ihr kleiner Körper und die Vorliebe für dichte Bepflanzung machen sie ideal für Aquascaping-Becken und Nano-Aquarien. Die Auswahl von ausreichend feinem Futter ist entscheidend für ihre Ernährung.

Quelle: Ingo Seidel – aqua-global Zierfischgroßhandel GmbH
