Jeden Dienstag erwartet euch auf my-fish.org ein neuer Gastbeitrag. Heute teilen wir wichtiges Wissen aus einer Kooperation des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e. V. mit dem Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V. (BNA) mit euch.

Die warmen Monate laden dazu ein, entspannte Stunden am heimischen Gartenteich zu verbringen. Doch gerade bei Hitze erfordert das empfindliche Biotop besondere Aufmerksamkeit, denn je kleiner ein Teich ist, desto schneller gerät sein ökologisches Gleichgewicht ins Wanken. Da die meisten Gartenteiche keinen ständigen Frischwasserzulauf besitzen, sind sie stark von Umwelteinflüssen abhängig. Jonas Liebhauser, Fachreferent für Heimtiere beim BNA, rät Teichbesitzern daher, sich rechtzeitig das nötige Wissen anzueignen, um bei sommerlichen Belastungen gezielt eingreifen zu können.
Sauerstoffmangel bei Fischen erkennen
Klettert das Thermometer über 24 Grad Celsius, wird es für viele Teichbewohner kritisch. Warmes Wasser speichert grundsätzlich weniger Sauerstoff, was in flachen Gewässern schnell zum Problem wird. Besonders in der Nacht, wenn Pflanzen keinen Sauerstoff produzieren und Fäulnisprozesse im Wasser ablaufen, kann der Sauerstoffgehalt dramatisch sinken. Hängen eure Fische auffällig oft an der Wasseroberfläche, wirken apathisch oder schnappen regelrecht nach Luft, ist schnelles Handeln gefragt.
Mit diesen Maßnahmen schützt ihr eure Fische vor Hitze:
- Belüftungspumpen oder spezielle Oxydatoren reichern das Wasser effektiv mit Sauerstoff an.
- Ein Sonnensegel spendet Schatten und schafft wichtige kühle Rückzugszonen im Wasser.
- Verlegt die Fütterung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden, um den Stoffwechsel der Tiere zu schonen.
- Teilt die tägliche Futterration am besten in zwei bis vier kleinere Portionen auf.
Wasserverlust und Verdunstung ausgleichen
Steigende Temperaturen sorgen dafür, dass Teichwasser schneller verdunstet. Kontrolliert den Wasserstand in Hitzeperioden daher regelmäßig und füllt ihn bei Bedarf wieder auf. Greift hierbei idealerweise auf Leitungswasser zurück, da es wertvolle Mineralien für das Teich-Ökosystem liefert, die im Regenwasser fehlen. Prüft im Sommer außerdem regelmäßig eure Teichtechnik und die Filteranlagen auf eine einwandfreie Funktion.
Algenblüte erfolgreich verhindern
Viel Sonnenlicht gepaart mit überschüssigen Nährstoffen durch Pollen, herabfallendes Laub oder zu viel Fischfutter führt im Sommer oft zu einer regelrechten Algenplage. Ein massives Algenwachstum bringt das Gleichgewicht des Teiches schnell durcheinander. Gegensteuern könnt ihr mit UV-C-Klärern, dem mechanischen Abfischen der Algen oder speziellen Filtermaterialien, die Nährstoffe im Wasser binden.
Eine natürliche und hochwirksame Lösung gegen Algen ist die richtige Bepflanzung, da echte Wasserpflanzen Nährstoffe aufnehmen und gleichzeitig Sauerstoff abgeben.
Diese Pflanzen helfen bei der natürlichen Teichpflege:
- Krebsschere (Stratiotes aloides)
- Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis)
- Wasserfeder (Hottonia palustris)
- Schilfrohr (Phragmites australis) zur Randbepflanzung
- Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) zur Randbepflanzung
Achtet darauf, abgestorbene Pflanzenteile regelmäßig aus dem Teich zu entfernen, damit diese beim Zersetzen keine neuen Nährstoffe freisetzen.
Regelmäßige Pflege als bester Schutz
Wer seinen Teich vorausschauend pflegt, erspart sich im Sommer stressige Rettungsaktionen. Analysiert das Teichwasser im Frühjahr und Sommer alle zwei Wochen und behaltet dabei die Nährstoffwerte im Blick. Die beste Basis für ein stabiles Ökosystem ist laut Experte Liebhauser ein Teich, der ausreichend groß und tief ist, im Halbschatten liegt und mit einer durchdachten Bepflanzung glänzt.
Text/Foto: IVH/BNA-Hirt
Weitere Details findet ihr direkt im Originalbeitrag: Stresstest für den Gartenteich – Der Sommer birgt einige Herausforderungen