Anubias
eine beliebte Aquarienpflanze

Seit kleine Süßwasser-Zwerggarnelen die Herzen ihrer Pfleger(innen) eroberten, feiert die „Nano-Aquaristik“ Hochkonjunktur. Die kleinen Garnelen begeistern viele Menschen und ihre Nano-Aquarien werden liebevoll eingerichtet, bepflanzt und mit Tieren besetzt. Gleich mehrere Internet-Foren beschäftigen sich mit der Nano-Aquaristik und hier vor allem mit Garnelen, aber auch mit weiteren Wirbellosen.

Schon in der Frühzeit der Haltung und Zucht der Zwerggarnelen (etwa um das Jahr 2000) tauchten vereinzelt Berichte auf, dass die sehr beliebten Aquarienpflanzen Anubias sp., die zu den Aronstabgewächsen (Araceae) gehören, für Garnelen unter bestimmten Umständen giftig sein könnten. In einem mir persönlich gut bekannten Fall starben in einer Zuchtanlage mit Bienengarnelen (Caridina cf. cantonensis) extrem viele Tiere unmittelbar nach umfangreichem Schneiden und Zerteilen von Anubias nana, nachdem die geteilten Pflanzen in den Zuchtaquarien eingesetzt waren.

Natürlich herrschte danach helle Aufregung unter Liebhabern, im Fachhandel und bei Wasserpflanzengärtnern, denn Anubias sp. ist in der Tat eine der beliebtesten Aquarienpflanzen und wird in ungezählten Aquarien gepflegt.

Nach und nach beruhigte man sich wieder, weil kaum neue Fälle von Massensterben bekannt wurden. Nachdem Aquaristik-Internetforen wie Pilze aus dem Boden schossen, traten auch bald die ersten Zweifler auf, die nach und nach die früheren Berichte ins Reich der Märchen, Legenden und Mythen stellten. Leider zu Unrecht und durchaus unverantwortlich, denn es gibt Fakten, die kaum zu widerlegen sein werden. Es ist höchst wahrscheinlich, dass auch so mancher zunächst unerklärliche Tod einzelner Garnelen auf das Konto geschnittener oder anders verletzter Anubias zurückzuführen ist.

Ca_Oxalat01_580
die spitzen Kristallnadeln sind schädlich für Wirbellose

Die Familie der Aronstabgewächse, zu der Anubias sp. gehören, ist bekannt für ihre Produktion von Oxalsäure. Dies wurde relativ früh unter Nano-Aquarianern bekannt. Oxalsäure ist jedoch nicht stark giftig, sondern „nur“ gesundheitsschädlich, und so wurden auch diese Erkenntnisse alsbald als völlig harmlos und unbedeutend dargestellt. Ich bin jedoch heute überzeugt, dass so mancher Todesfall bei Garnelen nicht geschehen wäre, hätte man früher etwas genauer hingeschaut. Dann hätte man vielleicht bemerkt, dass nicht die Oxalsäure selbst das Problem darstellt, sondern das Calciumoxalat in Form von Raphidenbündeln, die aus einzelnen Kristallnadeln bestehen. Diese lagern in speziellen Zellen (Idioblasten) der Pflanzen, sogenannten „Schießzellen“. Bei Verletzungen oder Quetschungen schleudern diese Zellen ihren Inhalt heraus, in unserem Fall also Raphiden aus Ca-Oxalat. Diese sind längst nicht mehr so harmlos wie die Oxalsäure, sondern als wasserunlösliche spitze Kristallnadeln in größeren Mengen lebensgefährlich für einige Wirbellose.

Genauere Infos findest du hier: Link

Quelle: Bernd Kaufmann mit aquamax.de

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