Bartagamen erfreuen sich riesiger Beliebtheit und belegen in deutschen Terrarien direkt nach Schildkröten und Schlangen den Spitzenplatz. Kein Wunder, denn ihr neugieriges Verhalten und ihr meist ruhiges, ausgeglichenes Wesen machen sie zu faszinierenden Hausgenossen. Oft gelten sie als pflegeleicht, doch ganz ohne Ansprüche sind die Echsen nicht. Neben der korrekten Beleuchtung, Temperatur und Ernährung ist vor allem eines entscheidend für ein langes Leben: die Hygiene im Terrarium.
Sauberkeit ist nicht nur eine optische Frage. Ein hygienisches Umfeld verhindert, dass sich Bakterien und Parasiten ausbreiten, und beugt so ernsthaften Krankheiten vor. Gleichzeitig fördert ein sauberes Habitat das natürliche Verhalten der Tiere. Doch wie viel Putzen ist notwendig und wie vermeiden Sie dabei Stress für Ihre Schützlinge?

Der Putzplan für Bartagamen-Halter
Dr. Axel Kwet, Diplombiologe und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), empfiehlt eine klare Aufteilung der Aufgaben. Nicht alles muss jeden Tag erledigt werden.
Tägliche Routinen: Der schnelle Check Ein paar Minuten pro Tag reichen oft schon aus, um die Basis-Hygiene zu sichern:
- Kot und Futterreste entfernen: Dies verhindert unangenehme Gerüche und Schimmelbildung.
- Wasser wechseln: Trinkgefäße müssen täglich gesäubert und frisch befüllt werden, um Bakterienherde zu vermeiden.
- Gesundheits-Check: Nutzen Sie die Fütterung oder das Wasserwechseln, um Ihre Tiere kurz zu begutachten. Wirken sie fit? Gibt es Verletzungen?
- Technik-Prüfung: Ein kurzer Blick auf Thermometer und Hygrometer stellt sicher, dass das Klima im Terrarium stimmt.
Wöchentliche und monatliche Aufgaben Gründlichkeit in größeren Abständen ergänzt die tägliche Pflege:
- Wöchentlich: Kontrollieren Sie Klettermöglichkeiten und Steine auf Verschmutzungen. Scheiben können einfach mit warmem Wasser gereinigt werden; hartnäckige Kalkflecken lassen sich gut mit Essigreiniger lösen.
- Alle 2–3 Monate: Jetzt ist Zeit für eine Grundreinigung der Einrichtung. Verstecke, Dekoration und technische Geräte sollten gründlich gesäubert werden.
- Jährlich: Einmal im Jahr sollte der komplette Bodengrund (das Substrat) ausgetauscht werden.
Stressfrei reinigen: So bleiben die Tiere entspannt
Bartagamen sind sensibel. Hektik oder plötzliche Veränderungen bedeuten Stress. Dr. Kwet rät daher zur Ruhe:
- Im Terrarium lassen: Bei kleinen Arbeiten wie dem Kotabsammeln oder Wasserwechsel können die Tiere im Becken bleiben. Wichtig sind langsame, ruhige Bewegungen. Vermeiden Sie es, die Tiere mit grellem Putzlicht plötzlich zu blenden.
- Ausquartieren: Nur bei der großen Grundreinigung (z. B. Bodengrundwechsel) sollten die Tiere herausgenommen werden. Setzen Sie sie in eine sichere Faunabox mit Belüftung. Im Winter ist eine Wärmequelle (z. B. ein Heatpack) in der Box wichtig. Nach der Reinigung setzen Sie die Tiere behutsam zurück und gönnen ihnen Ruhe zur Erholung.

Fazit: Sauberkeit für mehr Tierwohl
Wer eine Routine entwickelt, investiert nur wenige Minuten täglich, erhält dafür aber vitale und gesunde Tiere. Ein sauberer Lebensraum ist der Schlüssel zum Wohlbefinden Ihrer Bartagamen – und durch klare Scheiben lassen sich die spannenden Tiere auch viel besser beobachten.
Dieser Text basiert auf einem Originalbeitrag des IVH. Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://www.ivh-online.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressedienst-heimtiere/mitteilung-des-aktuellen-ivh-pressedienstes/news/detail/News/wie-bartagamen-putzmunter-bleiben.html