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Die unterste Ebene deines Aquariums: Bodengrund und Nährboden

Die unterste Ebene deines Aquariums: Bodengrund und Nährboden

Bodengrund und Nährboden sind die Grundlage für dein Aquarium. Bodengründe gibt es in vielen verschiedenen Farben und unterschiedlichsten Körnungen. Wenn du viele schöne Pflanzen in deinem Becken haben möchtest, solltest du unter den eigentlichen Bodengrund einen sogenannten „Nährboden“ (das ist mit Nährstoffen angereicherte Erde) als Schicht auftragen. Der Nährboden dient als Bodendünger und versorgt deine Pflanzen für längere Zeit mit wichtigen Nährstoffen. Pflanzen sind schließlich auch Lebewesen, die wachsen. Dafür brauchen sie – wie auch du – Nahrung. Um sicherzugehen, dass deine Pflanzen gut versorgt sind, solltest du trotzdem zusätzlich einen Flüssigdünger ins Wasser geben.

Der erste Schritt beim Einrichten deines Aquariums: Du schüttest den Nährboden ins Aquarium (beachte dabei die Mengenangabe auf der Packung), streichst ihn glatt und deckst ihn mit dem eigentlichen Sand oder Kies ab. Für welche Sand- oder Kiesfarbe du dich entscheidest, kannst du nach deinem Geschmack entscheiden. Der Tipp von Mr. Fishy: Auf einem dunklen Boden zeigen viele Fische, Krebse und Garnelen ihre Farbenpracht sehr viel stärker. Der helle Boden hingegen reflektiert das Licht, wie ein Spiegel die Sonnenstrahlen.

Kies- und Sandboden

Sand KidsKiesboden und Sandboden solltest du vorab immer waschen. Auch wenn dieser Boden vorgereinigt ist, kann der Abrieb vom Transport das Wasser trüben. Nährboden und Soil hingegen solltest du nicht auswaschen! Damit im Sandboden keine Faulstellen entstehen, ist es sinnvoll, eine Bodenheizung zu verwenden. Da Wärme aufsteigt, kommt das Wasser im Boden in Bewegung. Diese Bewegung hilft nicht nur dabei, die Nährstoffe im Boden zu den Pflanzenwurzeln zu transportieren, sondern verhindert auch, dass faule Stellen entstehen. Auch Turmdeckelschnecken leisten zur Lockerung des Bodens einen guten Beitrag.

Möchtest du bodenbewohnende Fische pflegen, solltest du darauf achten, dass der Kies keine scharfen Kanten hat. Die Barteln (die Barthaare) von Panzerwelsen (Corydoras) oder anderen Welsen können sich nämlich an den scharfe Kanten verletzen. Panzerwelse benötigen ihre Barteln unbedingt zur Futtersuche im Bodengrund.

Für Zwerggarnelen empfiehlt sich eine feine Körnung, sie können die einzelnen Kieskörnchen oder Sandkörnchen anheben, um darunter nach Fressbarem zu suchen.

„Aktiver Bodengrund“ für dein Aquarium

In Pflanzen- oder Garnelenbecken wird meistens ein sogenannter „aktiver Bodengrund“ eingesetzt. „Aktiver (oder auch Soil-) Boden“  heißt er deswegen, weil er das Aquarienwasser verändert und es weicher macht, was für viele Fische angenehmer ist und ihrer Heimat entspricht.  Das kennst du vielleicht aus der Küche: Hat der Wasserkocher einen weißen Rand oder gar eine weiße Schicht, deutet das auf Kalk hin und damit auf hartes Wasser. Mit weichem Wasser passiert das nicht so schnell – und das bevorzugen auch deine Aquarienbewohner.

Der aktive Bodengrund besteht aus gebrannten Erdkügelchen und ist für den Einsatz im Pflanzenbecken teilweise auch mit Nährstoffen versetzt. Speziell für Garnelen entwickelte Bodengründe beeinflussen das Aquarienwasser stärker, denn diese mögen es besonders weich.

Beim Einbringen vom (Soil-) Boden wird das Wasser im Aquarium erst einmal bräunlich trüb, das ist nicht schlimm. Damit die feinen Poren im Filtermaterial deines Filters nicht verstopfen, solltest du sicherheitshalber die Filterung im Becken erst einschalten, wenn sich der feine Staub gelegt hat und das Wasser wieder klarer ist.

Futter darf nicht entwischen

Schnecken Garnele Sand KidsBeim Garnelenaquarium kann auch Sand oder feiner Kies verwendet werden. So kann das Futter nicht zwischen die Steine entweichen und die Tierchen können bei der Futtersuche jeden Stein einzeln umdrehen. Bedenke, sie sind sehr klein und müssen sonst schwerer heben. Bei gröberem Kies könnten die Zwerggarnelen das Futter zwischen den Kieskörnchen nicht erreichen. Die Kügelchen eines aktiven Bodengrundes sind leichter und stellen daher kein Problem dar.

Tipp: Damit das Futter nicht in den Zwischenräumen vergammelt und die Wasserqualität belastet, kannst du eine Futterschale verwenden. Somit kannst du den Bodengrundes nach deinen Wünschen gestalten, wenn die Garnelen nicht ausschließlich weiches Wasser benötigen. Beachte, dass immer nur ein Bodengrund verwendet wird.

Erschöpfter Boden

Aktive Bodengründe und Nährstoffböden sind nach einiger Zeit „erschöpft“, sie können nur eine gewisse Zeit wirken und müssen daher gewechselt werden.  Das kannst du mit einer Tintenpatrone deines Füllers vergleichen, die nur solange Farbe abgibt und das Blatt blau färben kann, wie Tinte darin ist. Wie schnell ein Boden erschöpft ist, liegt auch am verwendeten Wasser und der Bepflanzung (wie die Saugkraft des Blatt Papiers): Je härter das Wasser ist, mit dem du dein Aquarium füllst, desto mehr muss der Bodengrund arbeiten und die Härte bildenden Teilchen umarbeiten, um weiches Wasser zu erzeugen. Bei einem Nährstoffboden ist es abhängig von der Anzahl der Pflanzen, die sich daraus ernähren. Entsprechend schnell lässt also die Funktion nach. Im Schnitt hält ein aktiver Bodengrund rund ein Jahr, Nährstoffböden halten bis zu drei Jahre.

Verschiedene Bodengründe

Du kannst auch verschiedene Bodengründe mischen. Du darfst die verschiedenen Sorten aber nicht wie mit einem Mixer mischen, sondern du musst  sie von einander trennen. Hierfür gibt es sogenannte Terrassenbausteine, damit der eine nicht in den anderen Bodengrund kommt. Es kann ansonsten zu Verdichtungen kommen, die fest wie ein Teerbelag einer Straße werden (Versuch Tina). Häufig werden kleine Wege mit hellem Sand modelliert und die Gebirge und Landschaften werden mit gröberem Bodengrund geformt.

Egal welchen Bodengrund du verwendest, achte darauf, dass die Füllhöhe ausreichend hoch ist, damit die Pflanzen einen guten Halt darin finden und nicht wieder auftreiben. Wie du Pflanzen richtig einpflanzt oder den Bodengrunde richtig pflegst, findest du in den verlinkten Bereichen.
Wir wünschen dir viel Spaß beim Einrichten und der Gestaltung der untersten Ebene deines Aquariums.

Kleiner Tipp: Turmdeckelschnecken sind wie Regenwürmer. Sie durchgraben den Bodengrund und lockern ihn auf. Sie fressen Futterreste und abgestorbene Pflanzenteil auf. Sie sollten daher nicht in deinem Aquarium fehlen.

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