Chromaphyosemion poliaki
Beschreibung
Chromaphyosemion poliaki ist ein farbenprächtiger Killifisch von den vulkanischen Osthängen des Mount Cameroon. Die Männchen zeigen eine leuchtend blaue Grundfärbung mit rotem Netzmuster auf Flanken und Flossen sowie stark verlängerte, spitz zulaufende unpaarige Flossen. Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt, blass bräunlich-grau mit kurzen, abgerundeten Flossen. Je nach Fundortpopulation existieren eine blaue und eine orange Farbvariante. Der Körper ist schlank und seitlich leicht abgeflacht. Die Art wirkt im Aquarium zunächst scheu, zeigt aber unter ruhigen Bedingungen mit gedämpfter Beleuchtung ihre volle Farbpracht. Die Geschlechtsreife wird mit 4-6 Monaten erreicht.
Besonderheiten
- Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt, blass bräunlich-grau mit kurzen, abgerundeten Flossen
- Je nach Fundortpopulation existieren eine blaue und eine orange Farbvariante
Vergesellschaftungshinweise
überwiegend friedlich, ruhig, scheu. Haltung: Paar- oder Haremshaltung. Verträglichkeit mit Wirbellosen: bedingt geeignet.
Chromaphyosemion poliaki sollte nur mit ruhigen, ähnlich kleinen Arten vergesellschaftet werden. Geeignete Beifische sind andere friedliche Killifische wie Aphyosemion-Arten oder kleine, ruhige Salmler. Lebhafte, dominante oder räuberische Fische sind ungeeignet, da sie die scheue Art stressen. Männchen können untereinander territorial werden, richten aber in ausreichend strukturierten Becken keinen Schaden an. Zwerggarnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina sind nur bedingt geeignet, da Jungkrebse gefressen werden können. Schnecken werden toleriert. Verschiedene Fundortpopulationen sollten nicht gemeinsam gehalten werden, um Hybridisierung zu vermeiden.
Geschlechtsdimorphismus
Der Geschlechtsunterschied ist deutlich ausgeprägt. Männchen sind farbintensiv mit blauer oder oranger Grundfärbung (je nach Population), rotem Muster und stark verlängerten, spitz zulaufenden Rücken-, After- und Schwanzflossen. Weibchen bleiben kleiner, sind blass bräunlich-grau und haben deutlich kürzere, abgerundete Flossen. Jungtiere lassen sich ab einem Alter von etwa 2 Monaten sicher unterscheiden.
Haltungstipps / Pflege
Chromaphyosemion poliaki benötigt ein gut strukturiertes Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten. Dunkler Sand oder feinkörniger Kies, überhängende Pflanzen, Wurzeln, Javamoos und Laubschichten (z.B. Seemandelblätter) schaffen die benötigten Rückzugsmöglichkeiten. Ein Becken ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 L) genügt für ein Paar oder einen kleinen Harem. Die Wassertemperatur sollte bei 20-24 °C liegen, der pH-Wert bei 6-7 und die Gesamthärte bei 2-8 °dGH. Diese Art stammt aus Bergbächen und bevorzugt kühlere Temperaturen als viele andere tropische Killifische. Moderate Strömung und ruhige Filterung sind sinnvoll. Gedämpfte Beleuchtung, etwa durch Schwimmpflanzen, unterstützt das Wohlbefinden und bringt die Farben optimal zur Geltung. Wie alle Killifische ist Chromaphyosemion poliaki ein ausgezeichneter Springer. Eine lückenlos schließende Abdeckung ist , da die Tiere selbst kleinste Spalten zum Herausspringen nutzen.
Die Lebenserwartung liegt bei ca. 3-4 Jahre.
Zucht und Fortpflanzung
Die Fortpflanzung erfolgt als Dauerlaicher. Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Pflanzlaicher)
Zuchtschwierigkeit: durchschnittlich
Die Zucht gelingt mit Laichmopps oder feinfiedrigen Pflanzen (Javamoos, Friedenslilie). Zuchtwasser: pH 6-6,5, GH 1-4 °dGH, 20-23 °C. Reichliche Konditionierung mit Lebendfutter fördert die Laichbereitschaft. Die Eier werden einzeln an Pflanzen oder Mopps geheftet. Inkubationszeit: 12-14 Tage bei 26 °C, 18-21 Tage bei 23 °C, 26-34 Tage bei 20 °C. Die Larven schlüpfen mit 4,2-4,3 mm und benötigen zunächst Infusorien, Pantoffeltierchen und Rädertierchen, nach etwa einer Woche frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Mit einem Monat erreichen die Jungfische 10-12 mm.
Ernährung/Futterbedarf
Chromaphyosemion poliaki ist ein Mikroprädator und bevorzugt Lebendfutter. Geeignet sind Mückenlarven, Daphnien, Cyclops, Artemia, Grindalwürmer und flugunfähige Fruchtfliegen. Frostfutter wird ebenfalls gut angenommen. Trockenfutter wird gelegentlich akzeptiert, reicht aber für optimale Konditionierung und Farbausprägung nicht aus. Eine abwechslungsreiche, proteinreiche Fütterung fördert Färbung und Fortpflanzungsbereitschaft.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Die Art stammt aus beschatteten Bergbächen an den Osthängen des Mount Cameroon in Kamerun. Sie bewohnt dort kleine Bäche in 250-600 m Höhe mit vulkanischem dunklem Sand und Kies, Laubschichten und überhängender Vegetation. Die natürlichen Wasserparameter liegen bei pH 7,2 (teils bis 7,6), einer Leitfähigkeit um 110 µS und einer Härte um 5 °dGH bei Temperaturen um 23 °C. Es sind über 25 verschiedene Fundortpopulationen dokumentiert, darunter Ekona, Bolifamba, Tamben (Typuslokalität) und Mile 29.
Liebes Aqua-global und My.fish-Team, hier auf my-fish-fishothek befindet sich schon eine Beschreibung von Chromaphyosemion poliaki https://my-fish.org/fishothek/zierfische/a/aphyosemion-chromaphyosemion-poliaki-poliaki-zweistreifen-prachtkaerpfling/ Den Deutsche Namen des Chromaphyosemion poliaki, Mount – Kamerun – Prachtkärpfling zu nennen ist nicht vorteilhaft und kann zu Verunsicherung führen. Unterhalb des Kamerunberges befinden sich drei verschiedene Chromaphyosemion – Arten (poliaki, volcanum und splendopleure). Der Deutsche Name für Chromaphyosemion ist Zweistreifen Prachtkärpfling. Früher gehörten fast alle Westafrikanische Killifische zu Aphyosemion (Prachtkärpfling) und seit kurzem wurden einige in neuen Gattungen eingeteilt (Fundulopanchax, Scriptaphyosemion….) Durch die im Dezember 2013 veröffentlichte Arbeit durch J.H. Huber, (Killi-Data) wurde die Aphyosemion Gattung von ihm nach phänotypischen und genetischen… Weiterlesen »
Hallo Herr Pohlmann,
vielen Dank für den tollen Hinweis. Unsere Redakteure werden den Inhalt mit Ihren Infos ergänzen.