Dermogenys pusilla

Deutscher Name: Halbschnabelhecht

Herkunft:
Indien, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Thailand, Vietnam
Farben:
gelb, orange, rot, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Dermogenys pusilla
Gattung: Dermogenys
Familie: Zenarchopteridae

Beschreibung

Dermogenys pusilla, der Halbschnabelhecht, ist ein schlanker, oberflächenorientierter Fisch der Familie Zenarchopteridae mit einer Größe von 5,5 cm SL (Männchen) bis 7 cm SL (Weibchen). Der deutlich verlängerte Unterkiefer verleiht dem Körper ein schnabelförmiges Profil. Die Grundfärbung ist silbrig glänzend und stromlinienförmig; Männchen tragen Gelb-, Orange- und Rottöne an der Rückenflosse und am vorderen Schnabelbereich. Im Aquarium zeigt Dermogenys pusilla typisches Oberflächenverhalten: Die Fische schwimmen direkt unter der Wasseroberfläche und sind stets aufmerksam nach oben gerichtet, um herabfallende Insekten zu erbeuten. Männchen besitzen ein Andropodium (umgewandelte Afterflosse) als Begattungsorgan. Die Art ist lebendgebärend und ein bekannter Springer – eine lückenlose Abdeckung ist notwendig. Männchen kämpfen untereinander intensiv, im schlimmsten Fall tödlich.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Strenger Oberflächenbewohner – Leben und Nahrungssuche hauptsächlich an der Wasseroberfläche
  • Bekannter Springer – lückenlose Abdeckung des Aquariums notwendig
  • Lebendgebärend – Fortpflanzung ohne Eierablage
  • Männchen mit Andropodium (umgewandelte Afterflosse) als Begattungsorgan
  • Männchen kämpfen untereinander intensiv bis tödlich; der Trivialname ‚Wrestling Halfbeak‘ leitet sich davon ab
  • Empfindlich gegenüber Mangelernährung bei Zuchtpaaren; kann zu Totgeburten führen
  • Toleriert leichten Salzgehalt bis ca. SG 1.005; kann Mangroven- und Brackwasserbereiche aufsuchen

Vergesellschaftungshinweise

Dermogenys pusilla profitiert von Artgenossen und wird als Gruppe gehalten. Männchen sind untereinander stark territorial mit ernsthaften Rangkämpfen (Maulzerren), die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Im Zweifelsfall nur ein Männchen pro Becken halten, es sei denn das Aquarium ist sehr großzügig mit ausreichend Sichtbarrieren. Mehrere Weibchen pro Männchen reduzieren Stress. Gegenüber Beifischen überwiegend friedlich. Jungfische werden von den Eltern als Beute betrachtet und müssen separiert werden. Schnecken in der Regel sicher; adulte Garnelen meist toleriert; Junggarnelen gefährdet, besonders an der Oberfläche.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen werden größer und fülliger (bis 7 cm SL) als Männchen (bis 5,5 cm SL), besonders bei Trächtigkeit. Männchen besitzen ein Andropodium (umgewandelte Afterflosse) als Begattungsorgan und tragen farbige Akzente an Rückenflosse und Schnabelspitze in Gelb-, Orange- oder Rottönen. Weibchen sind eher unmarkant silbrig gefärbt.
Größe: M: 5,5 cm SL, W: 7 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 6,5–8,0, GH 10–20 dGH. Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 L). Wichtiger als das Volumen ist die Beckenlänge und -breite, da die Art primär die Oberfläche nutzt. Einrichtung: Flache Schwimmpflanzenbestände an der Wasseroberfläche als Ruhe- und Jagdsubstrat. Dichte Schwimmpflanzen schaffen Schutz und reduzieren Spiegelungen. Substrat aus Sand oder feinem Kies, jedoch weniger relevant. Filterung: Ruhiges bis leicht bewegtes Wasser. Starke Strömungen an der Oberfläche vermeiden, da sie die Nahrungsaufnahme erschweren. Sanft arbeitender Filter mit regulierbarer Auslassrichtung. Beleuchtung: Mäßig; zu starkes Licht vermeiden. Sprungrisiko: Hoch – lückenlose, sichere Abdeckung notwendig.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
6,5-8,0
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Lebendgebärend. Zuchtschwierigkeit: einfach. Zuchtwasserwerte: 26–28 °C, pH 7,0–8,0, GH maximal 20 dGH. Artenreines Becken mit dichten Schwimmpflanzen empfohlen. Hochwertige, proteinreiche Konditionierung der Eltern ist entscheidend; Mangelernährung (insbesondere Vitaminmangel) wird als Ursache für Totgeburten diskutiert. Tragzeit temperaturabhängig, ca. 3–6 Wochen. Wurfgröße ca. 10–20 Jungfische. Jungfische nach der Geburt separieren, da Adulte kannibalisch reagieren können. Aufzucht mit Artemia-Nauplien, feinem Staubfutter, Mikrowürmchen. Geschlechtsreife nach ca. drei Monaten.

Ernährung/Futterbedarf

Dermogenys pusilla ist ein Fleischfresser, spezialisiert auf Oberflächenjagd. Lebende kleine Insekten und Wasserinsekten bevorzugt: Fruchtfliegen (Drosophila), Mückenlarven, Artemia, Wasserflöhe. Gefrostete Insektenmischungen an der Oberfläche anbieten. Trockenfutter nur in sehr kleinen, schwimmfähigen Portionen – sinkende Partikel werden meist ignoriert. Für Zucht und Gesundheit ist proteinreiche, abwechslungsreiche Fütterung essenziell. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3-4 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Dermogenys pusilla stammt aus Südostasien und ist über Indien, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Philippinen, Malaysia und Indonesien verbreitet. Die Art besiedelt langsame Fließgewässer, Kanäle, überschwemmte Reisfelder, ruhige Teiche und gelegentlich Mangrovenbereiche. Typisch ist dichte Schwimmpflanzen- und Ufervegetation. Die Strömung in besiedelten Habitaten ist ruhig bis schwach. In der Regenzeit können die Tiere in Brackwasserbereiche wandern (toleriert bis ca. SG 1.005).

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