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Nano Meerwasseraquarium: Die Basics

Meerwasser-Guide
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Die Faszination eines Meerwasseraquariums zieht die meisten Menschen in ihren Bann. Und viele träumen davon ihr eigenes Mini-Riff bei sich zu Hause zu haben.

In letzter Zeit geht der Trend dabei immer öfter zu sogenannten „Nano-Aquarien“, also Aquarien mit einem Volumen unter 150 Litern.

Sie sehen schick aus und passen selbst in die kleinste Wohnung. Viele Aquarien-Einsteiger sehen sie als günstigen Weg in ein neues Hobby, aber auch viele erfahrene Aquarianer entscheiden sich für ein Nano als Zweit- oder Drittbecken.

Im folgenden Artikel erkläre ich darum allen Nano-Einsteigern, worauf sie bei ihrem ersten Mini-Riff achten müssen und wo die Unterscheide zu großen Meerwasserbecken liegen.

Was ist ein Nano Meerwasserquarium?

Unter einem „Nano Aquarium“ versteht man kleine, würfelförmige Aquarien mit einem Volumen unter 150 Litern.

Auf Grund ihrer geringen Größe sind sie deutlich günstiger als große Aquarien und können oft mit weniger Technik betrieben werden.

In Nano Meerwasseraquarien der Fokus ganz klar auf wunderschönen Korallen, exotischen Garnelen und anderen Wirbellosen Tieren.

Denn die meisten Fische sind einfach zu groß für die kleinen Becken. Du kannst höchstens 1-2 sehr kleine Fische darin halten, wie z.B. kleine Riffbarsche oder Grundeln.

Ein Nano Aquarium ist ein wenig wie ein Bonsai-Baum. Man lernt, dass es nicht immer auf die Menge und Größe ankommt. Man kann liebevoll die kleinsten Details entdecken und lieber in besonders seltene und schöne Arten investieren, als nur in eine möglichst große Menge.

So bekommt man einen völlig neuen Blick für das Unterwasserleben und genau das macht die kleinen Würfel für viele Aquarianer so unglaublich faszinierend.

Vorteile eines Nano Meerwasseraquariums

  • Die Größe: Ein Nano Aquarium passt selbst in die kleine Studentenbude und benötigt oft keine gesonderten Aquarien-Unterschränke. Und die Reinigungsarbeiten sind in kürzester Zeit erledigt. Man muss beim Putzen auch nicht kompliziert in Schränke kriechen und auf Leitern stehen – mit einem hochgekrempelten Ärmel ist alles gut zu erreichen. Kurz: Ein Nano-Becken ist furchtbar praktisch.
  • Der Preis: Die Kosten sind ein weiteres Argument für ein Nano Meerwasseraquarium. Während große Meerwasserbecken schnell über 3000€ kosten können, ist ein Nano schon für 500-1000€ realistisch zu haben.
  • Blick für Details: Ein Nano Aquarium reduziert die Dinge auf das Wesentliche. Es bietet eine einmalige Chance, sich auf ein paar wenige auserwählte Tiere zu konzentrieren und diese ganz genau zu beobachten. Man lernt seine Bewohner so viel besser kennen, als in einem großen Aquarium und kann sich ganz gezielt auf seine seine „Lieblinge“ konzentrieren..

Die Nachteile eines Nano Meerwasseraquariums

  • Beschränkung beim Besatz: Der größte Nachteil ist meiner Meinung nach, dass man in der Auswahl der Fische und Korallen sehr eingeschränkt ist. Die meisten Arten benötigen weit über 300 Liter, um erfolgreich gehalten werden zu können. Allerdings ist größer ja nicht immer besser und es gibt auch im Nano Bereich einige sehr faszinierende Tierarten.
  • Schwieriger zu pflegen: Auch wenn es komisch klingt: größere Aquarien sind leichter zu pflegen. Sie verzeihen alltägliche Fehler viel einfacher, z.B. wenn du ein mal zu viel fütterst. Denn ein Tropfen Nitrit auf 10 Liter wirkt eben viel stärker als ein Tropfen Nitrit auf 1000 Liter. Du musst dir deshalb im Klaren sein, dass das ökologische Gleichgewicht in einem Nano sehr empfindlich ist.
  • Falls du absoluter Aquarien-Neuling bist, empfehle ich dir, mit einem größeren Becken um die 250 Liter zu beginnen oder dich sehr sehr gründlich in das Thema einzulesen.

Was kostet ein Nano Meerwasseraquarium?

Wie oben schon erwähnt, sind Nanos für Meerwasseraquarien relativ preiswert.

Die Anschaffungskosten betragen 200-1000€ für das Aquarium und sind natürlich auch viel günstiger einzurichten, als ihre großen Geschwister. Denn Sand, Lebensgestein und Tiere für 50 Liter kosten natürlich nur einen Bruchteil von dem, was du zahlen würdest um 500 Liter mit Leben zu füllen.

Die Faustregel in der Meerwasseraquaristik besagt, dass die Anschaffungskosten ca. 10€ pro Liter Volumen betragen, wenn man alles zusammenzählt, was man zum Start benötigt. Für ein 60 Liter-Becken wären das also 600€, um loszulegen.

Die Unterhaltskosten musst du natürlich auch beachten. Sie setzen sich aus Strom, Wasser, Salz, Wassertests etc. zusammen und kosten dich monatlich vielleicht 10-30€, je nach der Größe deines Becken. Dabei werden die Stromkosten den größten Teil ausmachen, ein günstiger Stromanbieter wirkt hier also Wunder.

Über den Zeitaufwand für ein Aquarium findest du übrigens in diesem Artikel mehr Informationen.

Empfohlene Komplettsets

Für den Einstieg ins Meerwasser-Hobby sind Komplettsets meiner Meinung nach die beste Wahl.

Natürlich kannst du dir dein Becken auch selbst zusammenbauen, ein altes Süßwasserbecken umbauen oder dir ein individuelles Becken anfertigen lassen, wenn du das lieber machen möchtest.

Komplettsets nehmen dir allerdings viele komplizierte Fragen ab, bieten meist ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis und sind schon sehr gut aufeinander abgestimmt. Und gerade im Nano-Bereich enthalten sie schon den Großteil der Technik, die du benötigst – du kannst sie also kaufen und direkt loslegen.

meerwasser-guide.de
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Der Besatz eines Nano Meerwasseraquariums

Für die Nano-Aquaristik gibt es nur eine beschränkte Anzahl an Tieren, die sich in einem so kleinen Becken überhaupt wohlfühlen. Aus diesem Grund sollte man sich schon vor dem Kauf Gedanken über den Besatz machen.

Der Besatz von Becken unter 100 Liter beschränkt sich auf wirbellose Tiere und vereinzelte, kleine Fische. Ab 150 Litern wird die Auswahl an Fischen dann deutlich größer, wie du in dieser Fischbibliothek sehen kannst.

Häufig in Nano Aquarien anzutreffen sind Einsiedlerkrebse, wie die Quadratkrabbe oder beispielsweise eine Grundel mit einem Knallkrebs.

 

Auch Schnecken kann man problemlos halten. Sie haben auch noch den nützlichen Nebeneffekt, dass sie Dekoration und Scheiben von Algen befreien. Sie sind ein sehr nützlicher Bestandteil jedes Riffaquariums.

Die Auswahl an Fischen ist – wie schon erwähnt – recht übersichtlich. Die meisten Fische werden einfach zu groß für ein Nano Aquarium. Eine schöne Möglichkeit sind Grundeln, die zusammen mit ihrem “Partner-Krebs” eine gemeinsame Höhle bewohnen und sich rührend umeinander kümmern.

 

Achtung: Auch wenn man auf den Bildern der Aquarienhersteller häufig Clownfische in den kleinsten Aquarien sieht – sie lassen sich artgerecht erst ab 150Liter halten. Bitte habt ein Herz für die armen Fische und sperrt sie nicht in viel zu kleine Becken!

Eine gut sortierte Liste mit allen Bewohnern für dein Nano Becken findest du im Meerwasserwiki.

Diese Technik benötigst du für dein Becken

Damit dein Nano Aquarium die richtigen Lebensbedingungen für deine Bewohner schaffen kann, benötigst du neben dem Becken noch ein paar Geräte. Oftmals sind diese schon in den Kompletteste enthalten.

Checke aber unbedingt, ob auch wirklich alle Geräte bei deinem Set dabei sind.

Denn nichts ist nerviger, als den Start seines Aquariums noch mal um 2-3 Tage verschieben zu müssen, weil man vergessen hat einen Heizstab zu kaufen.

Beleuchtung

Die Beleuchtung im Aquarium ist eines der wichtigsten Elemente deines Beckens.

Korallen benötigen Licht in speziellen Wellenlängen, um zu wachsen und zu gedeihen. Es ist deshalb notwendig, dass du eine spezielle Aquarienbeleuchtung verwendest, die genau diese Wellenlängen abstrahlt.

Weichkorallen und LPS Korallen was die Lichtintensität betrifft relativ genügsam, SPS Korallen benötigen aber sehr viel Licht (sprich: bessere/teurere Lampen), um wirklich prächtig zu gedeihen.

Da die Beleuchtung so wichtig ist, ist sie auch eines der am heißesten diskutierten Themen unter Aquarianern. Man könnte seitenlange Abhandlungen darüber schreiben unter welcher Beleuchtung Korallen am besten wachsen und welche Lichtstimmung am schönsten aussieht.

Traditionell verwendete man als Meerwasser-Beleuchtung sogenannte HQI Brenner oder T5 Leuchtstoffröhren. Diese haben aber beide verschiedene Nachteile und vor allem einen relativ hohen Stromverbrauch.

In letzter Zeit wechseln deshalb viele Aquarianer zu LED Beleuchtungen. Und dazu rate ich dir auch. LED-Beleuchtungen sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, verbrauchen dafür aber deutlich weniger Strom als die anderen beiden Optionen und haben geringere laufende Kosten. Außerdem sind sie per Computer steuerbar und du kannst damit tolle Lichtstimmungen wie Sonnenaufgänge oder Gewitter simulieren, wenn du über die entsprechenden Steuergeräte verfügst.

Welche Beleuchtungsart und von welchem Hersteller du kaufst, ist eine Entscheidung die dir niemand abnehmen kann und wird.

Strömungspumpe:

Die Strömungspumpe, auch Powerhead genannt, sorgt für die nötige Wasserzirkulation in deinem Becken.

Eine gute Strömung ist sehr wichtig da sie den Sauerstoff in deinem Becken verteilt, die Korallen mit Nahrung versorgt und abgestorbene Teilchen in deinen Filter befördert. Damit dein Riff gedeiht, benötigst du auf jeden Fall eine gute Strömung. Faustregel: Strömung/Stunde sollte mindestens das 20fache des Beckenvolumens betragen.

Idealerweise benutzt du bei einem größeren Becken zwei Strömungspumpen, damit keine „toten Stellen“ entstehen und die Strömung dein gesamtes Becken durchfließt.

Heizstab:

Die Tiere und Korallen, die du in dein Mini-Riff setzen wirst, stammen alle aus tropischen Gewässern. Sie benötigen deshalb eine angenehme Wassertemperatur von 24°C-26°C.

Es gibt eine Vielzahl an Heizstäben auf dem Markt, die je nach Beckengröße unterschiedlich stark sind. Die technischen Unterschiede sind hierbei nicht so gravierend und jeder sollte für sich den passenden Heizer finden.

Aber bedenke: Kein anderes Gerät verwandelt bei einem Defekt dein Becken in wenigen Minuten in Fischsuppe – von daher würde ich hier auf jeden fall immer zu einem sicheren, geprüften Markenprodukt greifen.

Abschäumer:

Der Abschäumer ist die Reinigungs-Station deines Aquariums. Er filtert organische Abfallprodukte aus dem Wasser heraus und sorgt somit dafür, dass sich kein giftiges Nitrit in eurem Becken bildet.

Außerdem fördert er für den Gasaustausch und sorgt für genügend Sauerstoff in deinem Aquarienwasser.

Solltest du ausschließlich Korallen halten, ist ein Abschäumer meistens nicht notwendig. Wenn du aber viele Wirbellose oder sogar Fische halten möchtest, kommst du um ihn nicht herum.

Abschäumer gibt es als Innenabschäumer (im Aquarium), als Aussenabschäumer (für das Technikbecken) oder auch als Hang-On-Lösungen (werden ans Aquarium gehängt). Welchen du davon bevorzugst hängt von vielen Faktoren ab. Bei größeren Aquarien greift man meist zu Abschäumern im Technikbecken, aber bei kleinen Nano-Aquarien ohne Technikbecken werden meist Hang-On-Lösungen und Innenabschäumer bevorzugt.

Beim Kauf solltest du vor allem darauf achten, dass der Abschäumer für deine Beckengröße ausgelegt ist, dass er sich einfach reinigen lässt und dass er leise ist. Die unterschiedlichen Produkte unterscheiden sich vor allem im letzten Punkt massiv.

Bücher für Einsteiger

Egal ob du dich nun für ein Nano oder ein großes Becken entscheidest – du benötigst ein gewisses Grundwissen, um ein Meerwasseraquarium erfolgreich zu betreiben.

Lies deshalb am besten 1-2 Bücher, bevor du dein Becken mit Wasser füllst. Damit sparst du dir Geld und Nerven und du lernst auch noch viele interessante Dinge über dein neues Hobby.

Die folgenden drei Bücher sind alle super für den Einstieg geeignet und erklären dir die wichtigsten Basics der Meerwasseraquaristik.

Der Ultimative Meerwasser-Guide
Mein Buch für Einsteiger

Das Meerwasseraquarium
Dieter Brockmann

Riffaquaristik für Einsteiger
Daniel Knop

Ansonsten findest du viele hilfreiche Informationen auch auf meiner Übersicht für Einsteiger.

Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem neuen Nano-Aquarium!

 

Quelle: http://www.meerwasser-guide.de

 

 

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