Raritäten & Neuimporte im Fokus 117

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

 

Quelle: Aquarium Glaser GmbH
Quelle: Aquarium Glaser GmbH

oben links: Synodontis sorex

In einer wunderbaren Sendung von Aquarium Glaser befanden sich auch einige so genannte Beifänge, also Arten, die versehentlich mit den eigentlich bestellten Fischen geschickt wurden. Ein solcher Beifang zu Synodontis clarias bestand aus einer extrem selten importierten Synodontis-Art, nämlich S. sorex. Diese stammt ursprünglich aus Nigeria.

Dieser “Scherenschwanz-Synodontis” hat ein ganz merkwürdiges Maul, das eher wie das Saugmaul eines Ancistrus-Welses als das eines Synodontis geformt ist. Tatsächlich können die Tiere damit Steine, Wurzeln, Pflanzen etc. sehr effektiv ablutschen und somit Nahrung aufnehmen. Die Tiere – es sind 7 Exemplare, die allesamt an einen Synodontis-Spezialisten mit einem riesigen Aquarium gingen – halten sich viel stärker im Schwarm auf, als man das von Synodontis gewohnt ist.

S. sorex kann eine Maximallänge von über 40 cm erreichen, eignet sich also nur für große Aquarien. Später soll die Art hochrückig und fast einfarbig grau werden. Auch deshalb haben wir die Tiere zu einem uns bekannten Spezialisten gegeben, denn wir sind doch sehr gespannt, wie die weitere Entwicklung dieser Tiere vorangeht.

oben rechts: Schistura spilota

Was die Panzerwelse (Corydoras) in Südamerika, sind die Bachschmerlen in Süd- und Südostasien: allgegenwärtig und ungeheuer artenreich. Schistura spilota aus Thailand ist mit maximal 12 cm Länge eine der größten Arten überhaupt. Ihr Farbmuster ähnelt sehr dem vieler anderer Schistura-Arten. Das gilt für den schwarz-roten Punkt am Ansatz der Rückenflosse ebenso wie für die Bänderzeichnung, die individuell sehr variiert. Die Größe macht die Art aber unverwechselbar. Bei Schistura spilota bekommen die Männchen zur Laichzeit dicke Backen und färben sich sehr dunkel. Man sollte diesen Tieren sandigen Boden mit flachen Steinplatten bieten, die sie unterhöhlen können. Schistura spilota eignet sich gut für Gesellschaftsbecken mit größeren, robusten Arten, wie z.B. vielen Barben.

unten links: Rasbora sarawakensis

Die Bärblingsgattung Rasbora ist ausgesprochen artenreich (82 Arten), jedoch wurden bislang nur verhältnismäßig wenige Arten im Aquarium gepflegt. R. sarawakensis ist eine etwa 5 cm lang werdende Art aus einem zu Malaysia gehörigen Teil der Insel Borneo.

unten rechts: Pyrrhulina cf. brevis

Die farbenfroheste Pyrrhulina-Art ist sicher dieses Kleinod aus Peru; bei balzaktiven Männchen werden die Flossen rot-orange und auf den Schuppen erstrahlt eine kirschroter Tupfen. Man sollte diesen etwa 6 cm lang werdenden Fischen etwas größere Aquarien zur Verfügung stellen, damit mehr als ein Männchen Platz für ein Revier findet. Dann ist dieses Aquarium ein Schauplatz ständiger Revier-Rangeleien, von Balzverhalten und Brutpflege – einfach wunderbar anzuschauen und sehr lehrreich. Die Pflege und Zucht entspricht im Übrigen der von P. laeta.

Vorschlag eines deutschen Gebrauchsnamens: Rotflossen-Pyrrhulina Lexikon: Pyrrhulina: bedeutet “kleiner Gimpel”, weil die Männchen im Balzkleid viel Rot haben, genau wie der Gimpel oder Dompfaff, Pyrrhula pyrrhula.brevis: latein, bedeutet “kurz”.

Quelle: Aquarium Glaser GmbH

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