Raritäten & Neuimporte im Fokus 201

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

Quelle: Aquarium Glaser GmbH

oben links: Zenarchopterus dunckeri

Die wundervollen großen Halbschnäbler der Gattung Zenarchopterus werden nur sehr selten angeboten, da die Tiere während der Eingewöhnung sehr schreckhaft sind und sich leicht verletzen. Aquarium Glaser ist darum besonders stolz, dass ihnen der erfolgreiche Import einer kleinen Gruppe voll ausgewachsener Exemplare der Art Zenarchopterus dunckeri aus Taiwan gelungen ist. Es handelt sich bei den rund 15 cm langen Exemplaren um zwei Männchen und drei Weibchen. Trotz des langen Gonopodiums, das eindeutig zeigt, dass die Fische eine innere Befruchtung durchführen, sind sie nach allem, was man weiß, eierlegend.

Im Aquarium brauchen diese Tiere viel Platz, bakterienarmes, hartes Wasser und einen pH-Wert über 8. Wer mag, kann die euryhalinen Fische auch in Brack- oder Meerwasser pflegen, unbedingt nötig ist ein Salzzusatz aber nicht. Am liebsten fressen diese Oberflächenfische Flockenfutter, aber sie nehmen auch andere Futtermittel. Wichtig ist nur, dass das Futter an der Oberfläche schwimmt, abgesunkenes Futter wird nicht mehr beachtet. Als Abfallverwerter sollten unbedingt nur völlig friedliche Fische (z.B. Panzerwelse) gewählt werden. Neugierige Beckenbewohner, die die Zenarchopterus von unten überraschend anschwimmen, können die Halbschnäbler buchstäblich (!) zu Tode erschrecken. Einmal erfolgreich eingewöhnt sind die Tiere viele Jahre im Aquarium haltbar.

oben rechts: Tyttocharax cochui

Zu den kleinsten Salmlerarten überhaupt gehören die winzigen, quirligen Tyttocharax-Arten. Sie werden nie größer als 2 cm. T. cochui stammt aus Peru. Gelegentlich erhielt Aquarium Glaser vom gleichen Lieferanten auch schon T. madeirae. Beide Arten sind einander auf den ersten Blick sehr ähnlich und wurden auch häufig miteinander verwechselt, zumal T. madeirae in wissenschaftlichen Aufsammlungen aus Peru bislang nicht nachgewiesen wurde.

Beide Zwergsalmler unterscheidet man am leichtesten an der Färbung der Rücken- und Afterflosse, die bei T. cochui immer durchsichtig und farblos ist, bei T. madeirae hingegen dunkle Ränder aufweist.

Es gibt noch eine dritte Art Tyttocharax aus Peru: T. tambopatensis. Diese Art ist besonders hochrückig.

Männchen aller Tyttocharax-Arten werden, verglichen mit den Weibchen, immer größer und sind sehr hochrückig. Die Pflege der winzigen Fische ist nicht schwierig. Jegliches Fischfutter passender Größe wird gerne gefressen. Die Zwerge sind sowohl untereinander als auch gegen artfremde Fische völlig friedlich und lassen Pflanzen unbehelligt.

Lexikon: Tyttocharax: altgriechisch, bedeutet “winziger Charax”; Charax ist eine andere Salmlergattung. cochui: Widmungsname. madeirae: nach dem Rio Madeira in Brasilien. tampopatensis: nach dem Fundort Rio Tambopata

Vorschlag deutscher Namen: T. cochui: Weißband-Flittersalmler; T. madeirae: Madeira-Flittersalmler; T. tambopatensis: Tambopata-Flittersalmler

unten links: Syncrossus hymenophysa

Die Tigerschmerlen (Syncrossus) wurden früher der Gattung Botia zugeordnet. Es gibt derzeit 6 anerkannte Arten dieser durch ihre besondere Spitzköpfigkeit ausgezeichneten Prachtschmerlen, zwei davon sind aus Indonesien bekannt: S. hymenophysa und S. reversus. Man kann die beiden leicht unterscheiden, denn B. hymophysa hat dunkle Tiger-Streifen auf hellem Grund, S. reversus helle Tiger-Streifen auf dunklem Grund.

Aquarium Glaser hat aus Indonesien sehr hübsche Schmerlen der Gattung Syncrossus erhalten, die nicht so recht zu den beiden von dort gemeldeten Arten passen wollen, wenngleich sie eher zu S. hymenophysa als zu S. reversus zu stellen sind. Sie erinnern hingegen eher an die vor einigen Jahren aufgetauchten Syncrossus sp. aus Laos, die ebenfalls keiner beschriebenen Art zugeordnet werden können.

Während die Körperzeichnung bei unseren Neuimporten stark variiert, ist die Flossenzeichnung sehr konstant. Vermutlich werden die neuen Syncrossus, genau wie die anderen Tigerschmerlen, 15-20 cm lang. Tigerschmerlen gelten als aggressive Schmerlen. Man muss sie in sehr versteckreichen Aquarien und in Gruppen ab mindestens 5 Exemplaren pflegen, damit sie ihr komplexes Sozialverhalten ausleben können.

unten rechts: Sphaerichthys vaillanti

Die schönsten aller Schokoguramis: Sphaerichthys vaillanti. Die Art kommt im Kapuas-Einzug im indonesischen Teil der Insel Borneo vor. Von allen Sphaerichthys-Arten ist diese nicht nur die schönste, sondern auch die am leichtesten haltbare. Das heißt aber nicht, dass sie ein anspruchsloser Fisch ist. Auf die Dauer wird man nur Freude an den Tieren haben, wenn man sie naturnah pflegt, also in sehr weichem, sauren Schwarzwasser mit viel Laub am Boden und Lebendfutter. Leider wird die innerartliche Aggressivität der Schokoguramis immer wieder unterschätzt, sicherlich der Hauptgrund, wenn Probleme mit (distressbedingten) Krankheiten auftreten.

Die Männchen sind erheblich unscheinbarer als die getigerten Weibchen gefärbt. Die Männchen sind es auch, denen die Maulbrutpflege obliegt. In neutraler Färbung sehen die Männchen dem Kreuzband-Schokogurami (Sphaerichthys selatanensis) sehr ähnlich, sind aber erheblich spitzköpfiger.

Quelle: http://www.aquariumglaser.de/

 

 

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