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Raritäten & Neuimporte im Fokus 248

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Schistura cf. balteata

Es gibt eine große Zahl – über 300, wovon über 200 als gültige Arten angesehen werden – wissenschaftlich beschriebener Schistura-Arten; nur ganz wenige davon haben bislang ihren Weg in die Aquarien gefunden. Eine der schönsten ist Schistura cf. balteata aus Thailand, wo sie in der Gegend um Ranchaburi gesammelt werden; diese Population erkennt man an der getupften Rückenflosse. Weitere Fundorte sind bei Kanchanaburi, hier hat die Rückenflosse lediglich einen Streifen unmittelbar oberhalb des Rückens.
Der Lebensraum wird als kleiner Bach geschildert, dessen Tiefe um 20 cm liegt, das Wasser sei kühl und sehr sauerstoffreich. Der Bach fließt durch einen Wald.
Die eigentliche Schistura balteata wurde 1948 aus Burma beschrieben. Sie besitzt ein Doppelband in der Körpermitte. Aus Burma importierte Tiere sind ansonsten einfarbig beige gefärbt, während bei den thailändischen Tieren in Prachtfärbung der Vorderkörper dunkel-olivgrün und die hintere Körperhälfte rot oder gelb mit schwarzen Streifen ist. Ob die roten Tiere, wie sie derzeit importiert werden und die gelben Tiere der gleichen Art angehören, ist unbekannt, sie wurden gelegentlich gemeinsam importiert. Wenn sie nicht in Prachtfärbung sind, kann man sie optisch nicht unterscheiden. Die Färbung wechselt bei diesen Schmerlen drastisch und blitzschnell, es ist sehr spannend, ihr Verhalten zu beobachten.
Diese Schistura-Arten bilden kleine Reviere, aus denen sie andere Fische vertreiben. Man muss das Aquarium sehr versteckreich einrichten, damit unterlegene Tiere sich zurückziehen können.


oben rechts: Nomorhamphus liemi

Dieser wunderschön gefärbte Halbschnäbler stammt von der Insel Sulawesi ( = Celebes), wo er im Süden der Insel, im Hochland von Maros, gefunden wird. Im Gegensatz zu der nah verwandten Gattung Dermogenys sind Ober- und Unterkiefer ungefähr gleich lang, daher auch der Gattungsname. Bei manchen Arten wird aber nach wie vor darüber gestritten, ob sie eher zu Dermogenys oder zu Nomorhamphus zu stellen sind.
Von Nomorhamphus liemi wurden zwei Unterarten beschrieben, N. liemi liemi mit schwarzen und N. liemi snijdersi mit roten Flossen. Da Wildfänge alle Übergänge in den Flossenfarben aufweisen werden gegenwärtig wissenschaftlich keine Unterarten anerkannt. Importe wie der gegenwärtige, bei dem die Fische hohe Rotanteile aufweisen, werden im Hobby trotzdem als N. liemi snijdersi bezeichnet.
Interessant ist, dass Nomorhamphus-Männchen einen fleischigen Unterkieferhaken aufweisen können. Wozu dieser dient, ist unbekannt.
In der Natur werden Nomorhamphus vor allem in Bächen gefunden, sie schätzen auch im Aquarium starke Strömung. Die lebendgebärenden Fische werfen alle 4-6 Wochen Jungtiere, die bereits bis zu 2,5 cm lang sein können. Die Muttertiere stellen den Jungen extrem nach. Gute Zuchterfolge hat man nur, wenn sehr abwechslungsreich gefüttert wird, wobei kleine Insekten (Heimchen, Drosophila, Buffalo-Würmer) nicht fehlen dürfen.
Die Wassertemperatur sollte eher niedrig liegen (20-24°C), der pH-Wert über 7. Die Männchen sind untereinander sehr unverträglich. Gegenüber anderen Fischarten sind Nomorhamphus aber friedlich.
Lexikon: Nomorhamphus: altgriechisch, bedeutet in etwa „mit gesetzmäßigen Kiefern“; bezieht sich auf die im Unterschied zu anderen Halbschnabelhechten in etwa gleichlangen Ober- und Unterkiefer. liemi: Widmungname; snijdersi: Widmungsname.

unten links: Cherax peknyi

Diese Zebrakrebse erlebten aufgrund der Tatsache, dass die Süßwasserkrebse von Neu-Guinea vor ihrer aquaristischen Entdeckung nur wenig bekannt waren, einige Namensänderungen. In den Handel kam das Tier ursprünglich als Cherax misolicus, es wurde jedoch vermutet, dass es sich eher um C. papuanus handele. Sein gültiger Name ist jetzt Cherax peknyi Lukhaup & Herbert, 2008.
Die bunten Cherax-Krebse von Neu-Guinea sind gut halt- und züchtbare Aqarienpfleglinge. Man muss sich lediglich darüber im klaren sein, dass sie arg verstecksüchtig sind und gewöhnlich nur nachts und zur Fütterung ihr Versteck verlassen. Die Ernährung erfolgt mit totem Laub als Hauptnahrung, dazu kann man buchstäblich fast alles reichen, was von Zierfischen als Nahrung akzeptiert wird.


unten rechts: Catoprion mento

Endlich gelang es Aquarium Glaser wieder einmal, Wimpelpiranhas (Catoprion mento) zu importieren. Jetzt ist die ideale Import-Zeit für diese Tiere, denn jetzt sind kleine Jungtiere von 2-4 cm Länge verfügbar, die sich gut transportieren lassen und problemlos im Aquarium eingewöhnen.
In der Natur ist C. mento ein Schuppenfresser – zumindest zu gewissen Zeiten. Aber auch bezüglich der Fütterung ist gerade eine gute Jahreszeit, denn es gibt jetzt reichlich lebende weiße Mückenlarven, die ein Idealfutter für Wimpelpiranhas darstellen. Eingewöhnte Exemplare nehmen alle üblichen Sorten von Frost- und Lebendfutter passender Größe.
Wimpelpiranhas werden rund 15 cm lang und sind untereinander gut verträglich. Die gezeigten Exemplare stammen aus Venezuela, aber die Art hat eine sehr weite Verbreitung: Bolivien, Brasilien, die Guyana-Länder, Kolumbien und Venezuela.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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