Raritäten und Neuimporte im Fokus Vol. 526

Raritäten und Neuimporte im Fokus Vol. 526

Könige, Wildfänge und Nano-Stars der Woche

Herzlich willkommen zur ‚Raritäten & Fokus‘-Rubrik auf my-fish.org! Jeden Sonntag öffnen wir dir das Tor zu den faszinierendsten und oft übersehenen Bewohnern der Aquarienwelt. Bist du bereit, deinen Aquarienbesatz um echte Zierfisch-Raritäten zu erweitern oder suchst du nach einzigartigen Wirbellosen wie seltenen Garnelen und faszinierenden Krebsen? Dann bist du hier genau richtig, denn bei uns dreht sich alles um das Besondere.

In dieser wöchentlichen Serie tauchen wir tief in die Vielfalt der Süßwasser-Aquaristik ein. Mit exklusiver Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) präsentieren wir dir jede Woche vier sorgfältig ausgewählte Tierarten. Von majestätischen Zierfischen über elegante Welse bis hin zu winzigen Schwarmfischen – wir stellen dir sowohl beeindruckende Wildfänge mit ihren spezifischen Bedürfnissen als auch robuste Nachzuchten und deren spannende Zuchtformen vor.

Unser Ziel ist es, dir detaillierte Einblicke in die artgerechte Haltung dieser oft unbekannten oder seltenen Aquarienfische und Wirbellosen zu geben. Erfahre alles über Wasserwerte, Fütterung, Beckengröße und Sozialverhalten, damit du optimal vorbereitet bist, deinen neuen Favoriten bei dir aufzunehmen. Lass dich von der Schönheit und Einzigartigkeit inspirieren und entdecke heute, welche Aquaristik-Raritäten dein nächstes Projekt sein könnten!

Hyphessobrycon elachys - Schilfsalmer, NZ

Symphysodon aequifasciatus „Pigeon Yellow“ – Diskus-Pigeon-Yellow, NZ-VNM

Herkunft: Nachzucht aus Vietnam (NZ-VNM) – Diese spezielle Zuchtform des Diskusfisches wurde in Aquarien gezüchtet, wodurch sie in der Regel robuster und besser an Aquarienbedingungen adaptiert ist als Wildfänge.

Beschreibung: Der Diskusfisch ist bekannt für seine hochrückige, scheibenförmige Gestalt und seine majestätische Erscheinung. Die Zuchtform „Pigeon Yellow“ zeichnet sich durch eine leuchtend gelbe Grundfärbung aus, oft ergänzt durch rote oder orangefarbene Pigmente, insbesondere im hinteren Körperbereich. Typisch sind die namensgebenden „Pigeon Blood“-Markierungen, die als unregelmäßige, dunklere Flecken oder ein feiner Pepper-Effekt in Erscheinung treten können.

Größe: Erreicht einen Durchmesser von 15 bis 20 cm.

Beckengröße (Wichtige Herausforderung): Diskusfische benötigen sehr große Aquarien. Für eine Gruppe von 5-6 jungen Tieren ist ein Minimum von 250-300 Litern (ca. 120 cm Kantenlänge) erforderlich. Ausgewachsene Tiere und eine stabile Gruppe benötigen 400-500 Liter und mehr, um sich artgerecht entwickeln und verhalten zu können.

Wasserwerte (Wichtige Herausforderung): Diskusfische sind sehr anspruchsvoll an die Wasserqualität. Sie benötigen weiches bis mittelhartes Wasser (GH 3–10, KH 0–5), einen leicht sauren pH-Wert (6,0–6,8) und konstant hohe Temperaturen von 27–30 °C. Absolut entscheidend für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sind regelmäßige, großzügige Wasserwechsel (mindestens 30–50% wöchentlich), um die Keimdichte niedrig zu halten.

Einrichtung: Das Aquarium sollte dicht bepflanzt sein (wobei robuste Pflanzen ausgewählt werden müssen, die hohe Temperaturen vertragen). Wurzeln und glatte Steine dienen als Verstecke und potenzielle Laichsubstrate. Ein feiner Sandboden wird bevorzugt. Gedämpftes Licht schafft eine angenehme Atmosphäre.

Fütterung (Wichtige Herausforderung): Diskusfische sind Allesfresser, die eine abwechslungsreiche und hochwertige Ernährung benötigen. Dies umfasst spezielles Diskusgranulat, hochwertiges Frostfutter (wie Rinderherz-Mix, rote Mückenlarven, Artemia, Muschelfleisch) und gelegentlich Lebendfutter. Junge Diskusfische müssen 3-5 Mal täglich gefüttert werden, um ein optimales Wachstum zu gewährleisten. Eine mangelhafte Ernährung oder unzureichende Hygiene führt leicht zu Wachstumsstörungen und Krankheiten.

Sozialverhalten: Absolut ein Gruppenfisch. Die Haltung von mindestens 5–6 Exemplaren ist notwendig, damit sich eine natürliche Hierarchie bilden kann und die Tiere sich sicher fühlen. Sie sind friedlich, aber scheu und können durch zu aktive oder aggressive Beifische gestresst werden.

Besonderheiten: Diskusfische gehören zu den anspruchsvollsten Süßwasserzierfischen und sind primär für erfahrene Aquarianer geeignet, die bereit sind, den hohen Pflegeaufwand zu betreiben. Nachzuchten sind tendenziell robuster als Wildfänge, benötigen aber dennoch die strikte Einhaltung der genannten Haltungsbedingungen.

Symphys. aequifasciatus "Pigeon Yellow" - Diskus-Pigeon-Yellow, NZ-VNM
Symphys. aequifasciatus „Pigeon Yellow“ – Diskus-Pigeon-Yellow, NZ-VNM

Rineloricaria formosa – Atabapo-Prachthexenwels, WF

Herkunft: Wildfang (WF) – Stammt aus den klaren Flüssen des Orinoco-Systems Südamerikas, insbesondere der Atabapo-Region. Dies weist auf eine Präferenz für sauberes, weiches und saures Wasser hin.

Beschreibung: Der Atabapo-Prachthexenwels ist ein ausgesprochen schlanker, langgestreckter und äußerst eleganter Harnischwels. Die Körperfärbung variiert von hellbraun bis rötlichbraun, oft mit dunkleren Flecken oder Bändern, die eine hervorragende Tarnung in seinem natürlichen Habitat bieten. Charakteristisch ist der auffallend lange, fadenförmige obere Strahl der Schwanzflosse.

Größe: Erreicht eine Endgröße von bis zu 15 cm (Standardlänge ca. 12–14 cm), wobei der Schwanzfaden einen erheblichen Teil der Gesamtlänge ausmacht.

Beckengröße: Ab 80 cm Kantenlänge (ca. 120–160 Liter) ist für ein Paar oder eine kleine Gruppe ausreichend.

Wasserwerte: Bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser (GH 2–12, KH 0–8) und einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0–7,2). Die Temperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen. Eine sehr gute Wasserqualität und geringe Nitratwerte sind von großer Bedeutung.

Einrichtung: Benötigt viele Versteckmöglichkeiten, die seiner schlanken Körperform entsprechen, wie schmale Wurzeln, Äste und enge Höhlen (z.B. Bambusröhren oder schmale Tonröhren). Ein feiner Sandboden ist ideal, da sich die Tiere gerne darin vergraben. Schwimmpflanzen oder andere Pflanzen, die das Licht dämpfen, werden geschätzt.

Fütterung: Omnivor, mit einer Tendenz zu pflanzlicher Nahrung, Detritus und Mikroorganismen. Akzeptiert bereitwillig spezielles Wels-Granulat, Futtertabletten, Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) sowie überbrühtes Gemüse wie Zucchini oder Spinat. Algenaufwuchs wird ebenfalls abgeweidet. Die Fütterung ist in der Regel unproblematisch, sofern eine abwechslungsreiche Kost angeboten wird.

Sozialverhalten: Ein friedlicher und scheuer Wels, der sich gut für Gesellschaftsaquarien eignet. Er kann einzeln, paarweise oder in einer kleinen Gruppe gehalten werden. Innerartlich sind sie verträglich, solange ausreichend Verstecke und Nahrung vorhanden sind.

Besonderheiten: Ihre außergewöhnlich schlanke Form und der lange Schwanzfaden machen sie zu einem echten Blickfang. Wildfänge können empfindlicher auf Schwankungen der Wasserwerte reagieren und benötigen eine stabile und gut gepflegte Umgebung.

Rineloricaria formosa - Atabapo-Prachthexenwels, WF
Rineloricaria formosa – Atabapo-Prachthexenwels, WF

Phenacogrammus interruptus – Kongosalmler, NZ

Herkunft: Nachzucht (NZ) – Stammt ursprünglich aus den Regenwaldflüssen des Kongobeckens in Zentralafrika. Nachzuchten sind in der Regel robust und gut an Aquarienbedingungen gewöhnt.

Beschreibung: Der Kongosalmler zählt zu den schönsten und beliebtesten Salmlerarten. Die Männchen sind besonders prachtvoll: Sie entwickeln verlängerte Flossenstrahlen in Rücken-, After- und Schwanzflosse und schillern in allen Farben des Regenbogens – Blau, Grün, Violett und Gelb. Die Weibchen sind etwas schlichter gefärbt und haben kürzere Flossen, sind aber ebenfalls sehr attraktiv.

Größe: Erreicht eine Endgröße von 7–9 cm (Männchen bis 10 cm).

Beckengröße: Ab 100 cm Kantenlänge (ca. 200 Liter) für eine Gruppe. Kongosalmler sind sehr schwimmfreudig und benötigen ausreichend Platz für ihre Schwarmbewegungen.

Wasserwerte: Bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser (GH 5–15, KH 0–10) und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert (6,0–7,5). Die Temperatur sollte zwischen 23 und 26 °C liegen. Sie reagieren empfindlich auf hohe Nitratwerte und benötigen daher eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel.

Einrichtung: Dichte Randbepflanzung bietet Rückzugsmöglichkeiten, während ein großzügiger freier Schwimmraum in der Beckenmitte unerlässlich ist. Wurzeln und Steine können als Dekoration dienen. Gedämpftes Licht und ein dunkler Bodengrund heben ihre prächtigen Farben besonders hervor.

Fütterung: Omnivor. Nimmt gerne hochwertiges Flockenfutter, Granulat, sowie alle Arten von Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien) und Lebendfutter an. Eine abwechslungsreiche Fütterung ist entscheidend für die Intensität ihrer Farben und ihre Vitalität.

Sozialverhalten (Wichtige Herausforderung): Ein ausgesprochener Schwarmfisch. Kongosalmler sollten in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden, um ihr natürliches Verhalten und ihre Farbenpracht voll entfalten zu können. In zu kleinen Gruppen oder Einzelhaltung werden sie scheu und verlieren an Farbe. Sie sind friedlich und eignen sich hervorragend für größere Gesellschaftsaquarien mit anderen ruhigen und nicht zu hektischen Fischen.

Besonderheiten: Die Haltung in einem ausreichend großen Schwarm ist der Schlüssel zu ihrem Wohlbefinden und zur vollen Entfaltung der Schönheit der Männchen.

Phenacogrammus interruptus - Kongosalmler, NZ
Phenacogrammus interruptus – Kongosalmler, NZ

Hyphessobrycon elachys – Schilfsalmer, NZ

Herkunft: Nachzucht (NZ) – Stammt ursprünglich aus den schilfbewachsenen Uferzonen und Überschwemmungsgebieten des Rio Paraguay und Rio Parana in Südamerika. Nachzuchten sind gut an Aquarienbedingungen angepasst.

Beschreibung: Der Schilfsalmer ist ein sehr kleiner und zierlicher Salmler mit einem schlanken, silbrigen Körper, der oft einen leichten Gelb- oder Olivstich aufweist. Charakteristisch ist ein unauffälliger dunkler Punkt in der Mitte der Flanke und eine teils rötliche Beflossung, besonders bei den Männchen.

Größe: Erreicht eine sehr geringe Endgröße von nur 2 bis 3 cm – korrekt.

Beckengröße: Aufgrund ihrer extrem geringen Größe und des Schwarmverhaltens ist ein Aquarium ab 40 cm Kantenlänge (ca. 25–40 Liter) für eine Gruppe von 10–15 Tieren geeignet. Er ist ideal für Nano-Aquarien.

Wasserwerte: Bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser (GH 2–12, KH 0–8) und leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0–7,2). Die Temperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen.

Einrichtung: Dichte Bepflanzung, insbesondere feinfiedrige Pflanzen und Moos, in denen sie sich gerne verstecken und sicher fühlen. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht und bieten zusätzliche Sicherheit. Freier Schwimmraum ist ebenfalls wichtig. Wurzeln und Laubstreu am Boden ahmen ihren natürlichen Lebensraum nach.

Fütterung (Wichtige Herausforderung bei Größe): Mikro-Räuber. Aufgrund ihrer geringen Größe ist ausschließlich sehr feines Futter wie Staubfutter, Artemia-Nauplien, Cyclops, sehr feines Granulat oder gefriergetrocknete Daphnien und Mückenlarven geeignet. Sie sind oft etwas schüchtern bei der Futteraufnahme, daher ist eine ruhige Fütterung ohne hektische Beifische wichtig.

Sozialverhalten: Ein sehr friedlicher und scheuer Schwarmfisch. Sollte in Gruppen von mindestens 10–15 Tieren gehalten werden, um ihre natürliche Sicherheit und ihr Wohlbefinden zu gewährleisten. Hervorragend geeignet für die Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen oder anderen sehr kleinen und ruhigen Fischen.

Besonderheiten: Ihre extrem geringe Größe erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Auswahl der Futtergröße und der Beifische. Nachzuchten sind im Allgemeinen robust und besser an die Haltung im Aquarium gewöhnt.

Hyphessobrycon elachys - Schilfsalmer, NZ
Hyphessobrycon elachys – Schilfsalmer, NZ

Quelle: Ingo Seidel – aqua-global Zierfischgroßhandel GmbH

Matthais AI

Matthias Wiesensee

Aquarianer, Wirtschaftsinformatiker, Online Marketing Manager. Liebt Fotografie, Badminton & Inlineskating. Nutzt die Freizeit für die Aquaristik, den Gartenteich und den Hund.
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