Zu Besuch bei Stanislav Kislyuk – 44 Aquarien, 100 Arten und pure Leidenschaft
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Die Aquaristik ist weit mehr als nur Dekoration im Wohnzimmer – für viele ist es gelebter Naturschutz und eine lebenslange Passion. Doch wie schafft man es, einen anspruchsvollen Beruf als Chemiker mit der Pflege von über 100 verschiedenen Fischarten zu vereinbaren? In diesem Beitrag nehmen wir Sie mit in den „Fischkeller“ von Stanislav Kislyuk. Wir zeigen, wie professionelle Strukturen, Technik und tiefes biologisches Verständnis es ermöglichen, seltene Arten aus Afrika und Asien nicht nur zu halten, sondern auch erfolgreich nachzuzüchten. Ein inspirierendes Beispiel für alle, die tiefer in die Welt der Barben, Salmler, Schmerlen und Welse eintauchen wollen.
Ein Keller zum Träumen für Fischliebhaber.
Über 100 Fischarten – Ein Chemiedoktor aus der IG BSSW
Dem Hobby der Aquaristik ist Stanislav Kislyuk schon im Alter von vier Jahren verfallen und bis heute treu gelieben. Ich habe den Deutsch-Ukrainer in Neuss besucht und mir seinen Keller angesehen. Stanislav ist Doktor der Chemie, 38 Jahre alt, verheiratet und arbeitet als Verkäufer von Massenspektrometern im In- und im Ausland. Weitere Leidenschaften sind die Fotografie, Fußball im Fernsehen wie im Stadion (Fortuna-Fan) und natürlich, wenn immer möglich, Reisen in ferne Welten.
Stanislav (l.) zeigte dem Autoren seine gesamte Anlage in Neuss. Hier können sich die Tychlochromis cf. lateralis, Bryconaethiops boulengeri und Brycinus poptae ganz wie zuhause fühlen.Ein großes Becken steht auch im Wohnzimmer des Aquarianers.
Uns Aquarianern ist Stani, vor allem im Kreis der IG BSSW (Barben, Salmler, Schmerlen, Welse), durch seine Reisen nach Afrika und Asien, dem damit verbundenen Wissen und seinen Vorträgen bekannt. Über 100 Arten schwimmen in seinen 44 Aquarien, die ursprünglich in erster Linie aus Kamerun, den beiden Kongo-Republiken, Botswana, Namibia und Südostasien stammen.
Tanks mit aufbereitetem Wasser für den zweiwöchentlichen Wasserwechsel.
Soweit es die Zeit erlaubt, versucht Stani, sämtliche Arten nachzuzüchten. Einige Arten sind nur in seinen Aquarien zu finden. Der zeitliche Aufwand für ihn beträgt pro Tag etwa eine halbe Stunde. Wenn alle zwei Wochen der teilautomatisierte Wasserwechsel ansteht, dann werden es auch mal 2,5 Stunden. Hierzu stehen ihm zwei große Tanks mit bereits aufbereitetem Frischwasser zur Verfügung. Gefiltert wird die Anlage über HMF mittels einer Druckrohrringleitung.
Der zentrale, 2,80 Meter lange Mittelpunkt im Aquaristikkeller.
„Gefüttert wird nur hochwertiges Granulat, Lebendfutter und Frostfutter, wie Artemia und Mückenlarven“, berichtet Stani. In der Zucht werden seine Tiere mit verschiedenen Futteransätzen versorgt, etwa Infusorienkulturen, Grindal oder Essigälchen.
Ein kleiner Ausschnitt von den Fischen, die Stani in seiner Anlage pflegt
Hier leben Rasbora cephalotaenia und Glossamia aprion auf Kiesboden. Auch Afrikanische Zwerggarnelen Caridina gaesumi haben in Neuss ein Zuhause. Acanthopsis sp.
Keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Hier ist das Wichtigste auf einen Blick:
Der Experte: Stanislav Kislyuk, promovierter Chemiker und Mitglied der IG BSSW, verbindet Wissenschaft und Aquaristik auf höchstem Niveau.
Die Anlage: Ein beeindruckender Blick in einen Keller mit 44 Aquarien, in denen über 100 Fischarten – vorwiegend aus Afrika und Asien – gepflegt werden.
Zuchterfolg: Dank HMF-Filterung, teilautomatisiertem Wasserwechsel und spezialisiertem Lebendfutter gelingt ihm die Nachzucht selbst seltener Arten. (Hinweis: Der vollständige Originalbeitrag folgt weiter unten.)
Stanislav Kislyuk verkörpert die Faszination der Aquaristik in ihrer reinsten Form: Als Chemiedoktor mit einem anspruchsvollen Beruf beweist er eindrucksvoll, wie mit Leidenschaft, Disziplin und fundiertem Wissen eine beeindruckende Artenvielfalt im eigenen Keller gedeihen kann. Seine Zuchterfolge und sein Engagement für seltene Fischarten sind nicht nur ein Beweis für seine Expertise, sondern auch eine wichtige Inspiration und ein aktiver Beitrag zur Arterhaltung. Sein Beispiel zeigt, dass das Hobby weit über die reine Pflege hinausgeht und mit dem richtigen Ansatz zu einem wertvollen Beitrag für die aquatische Welt werden kann.
Über das Magazin: Aquaristik
Aquaristik – Das Magazin für erfolgreiche Süßwasser-Aquarianer
Das Aquaristik Magazin ist das führende Fachmagazin für Liebhaber der Aquaristik. Es begleitet Hobbyisten von den ersten Schritten bis hin zu professionell gestalteten Aquarien. Mit liebevoll gestalteten und gut bebilderten Beiträgen, praxisnahen Tipps und fundiertem Fachwissen ist es sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet.
Was bietet das Magazin?
Ausgezeichnete, didaktische Berichte und brillante Fotos von namhaften Autoren
Erstaunliche Fachartikel zu Zierfischen, Reptilien, Pflanzen, Meerwasser, Terraristik, Teichkultur und mehr
Praxisnahe Anleitungen, Tipps, Tricks sowie Kleinanzeigen und Neuvorstellungen
Jedes Heft widmet sich einem speziellen Titelthema, das in mehreren Beiträgen vertieft wird
Erscheinungsweise: 6-mal jährlich
Zielgruppe:
Alle, die sich für Süß- und Meerwasseraquaristik, Terraristik, Teichkultur oder Vivaristik begeistern – von Einsteigern bis zu Profis.
Der Dähne Verlag wurde im Jahr 1970 von Karl-Heinz Dähne gegründet und wird heute in zweiter Generation von Marc Dähne geführt. Das Familienunternehmen gliedert sich in zwei Bereiche: Als Branchenfachverlag versorgt es die Baumarkt- und Gartencenter-Branche sowie den Zoofachhandel mit Fachinformationen. Für das Hobby Aquaristik veröffentlicht der Verlag erfolgreiche Hobby-Magazine, Fachzeitschriften und ein umfangreiches Buchprogramm.
Verlagsangebot im Überblick:
Rund ein Dutzend Fach- und Publikumszeitschriften
Internet-Portale und Online-News-Dienste
Umfassende Statistiken, Studien und Handelsdaten
Eine große Auswahl an Büchern (über 90 Titel) zu Aquaristik, Garten, Teich- und Terraristik
Weitere Publikationen wie Einkaufsführer, Adressverzeichnisse und mehr
Der Verlag ist führend in der Veröffentlichung hochwertiger Fach- und Hobbyliteratur und unterstützt den Austausch und die Weiterbildung in der Aquaristik-Community.
Thomas Baumeister ist in der Aquaristik-Szene kein Unbekannter, insbesondere wenn es um die Haltung und Zucht spezieller Fischarten geht. Als engagierter Aquarianer und erfahrener Autor teilt er sein Wissen regelmäßig in Fachpublikationen. Seine Expertise zeichnet sich oft durch einen tiefen Einblick in biologische Zusammenhänge und praxisnahe Tipps aus, die sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen helfen, ihre Pfleglinge besser zu verstehen.
Besonders hervorzuheben ist sein Engagement im Bereich der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Er ist unter anderem als Redakteur für das Journal der DGLZ (Deutsche Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen e.V.) tätig gewesen und hat sich intensiv mit Arten wie Neoheterandria und anderen Wildformen beschäftigt. Seine Artikel bestechen oft durch detailreiche Beobachtungen zum Verhalten und zur Fortpflanzung selten gepflegter Arten, womit er einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung im Hobby leistet.