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Tümpeln – Was ist das, wie geht das?

Tümpeln

Dieser Beitrag soll einige Dinge zum Thema Tümpeln allgemein aufzeigen. Schließlich sind grundlegende Dinge darüber sehr wissenswert. Und vielleicht bekommt hierdurch der eine oder andere Lust es einmal selbst zu probieren:

Material

– Kescher (sehr fein)

– langen Besenstiel oder Teleskoparm

– Eimer mit Deckel (ich habe mehrere 5L Eimer)

– Artemiasieb oder kleinen Kescher

 

Als erstes brauchen wir natürlich einen Kescher für das Tümpeln! Es gibt fertige Kescher im Baumarkt zu kaufen, die aber relativ teuer sind. Ich habe mir einfach einen großen, aber sehr feinen Aquariumkescher gekauft und an einem langen Besenstiel festgebunden. Der lange Stiel ist wichtig, damit wir nicht nur am Rand der Tümpels oder Teiches fangen, sondern auch den Grund erreichen können.

Dann brauchen wir natürlich einen Eimer mit Deckel. Wichtig ist, dass in dem Eimer vorher keine Chemikalien waren, denn das könnte böse Folgen für eure Fische haben!

Das Artemiasieb oder den kleinen Kescher brauchen wir nachher, wenn wir das Futter aus dem Eimer fangen wollen, um es zu verfüttern.

Wahl des Gewässers

Bei der Wahl des Gewässers kommen mehrere Orte in Betracht. Einmal kann man gut auf überfluteten Wiesen etwas fangen oder in großen Pfützen in Wäldern. Gut sind natürlich auch Dorfteiche, kleine Seen oder kleine Tümpel; auch in morastigen Gebieten! Wichtig ist, dass man nicht direkt an Straßen fängt. Außerdem sollte man darauf achten, dass kein Müll oder irgendwelcher Schrott am Wasser lagert, da es sich auch negativ auf das Gewässer auswirken könnten. Außerdem solltet ihr euch vergewissern, ob in dem Gewässer Fische schwimmen; sollten sie es tun, fangt dort bitte nicht. Dieses hat mit Parasiten und negativen Beifängen zutun.

Großer See – Tümpeln
Umgekippter Bam – Tümpeln
Umgekippter Bam im Winter – Tümpeln
See im Winter – Tümpeln
See im Herbst – Tümpeln

 

Der Fang (das Tümpeln)

Beim Fangen müsst ihr den Kescher im 45° Winkel durch das Wasser ziehen! Dabei führt ihr den Kescher so durch das Wasser, dass es eine Acht ergibt! Hierbei kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an. Macht also lieber ruhig und langsam. Versucht dabei relativ nah an den Grund heranzukommen, ihn aber nicht zu berühren, da ihr sonst sehr viel „Schmotter“ abbekommt.

Man kann auch mit einem extra Eimer einmal den Versuch machen und den Kescher leicht über den Grund ziehen, um damit am Boden lebende Tiere zu fangen. Da hierbei viel Dreck mitkommt, müsst ihr nachher etwas gründlicher die Tiere heraussortieren und eventuell abwaschen.

Zwischendurch solltet ihr mal nachsehen, ob etwas im Kescher ist. Wenn etwas darin ist, dann leert es im Eimer mit Wasser aus dem Gewässer aus. Solltet ihr nix haben könnt ihr auch die Fangstelle wechseln und einmal an einer anderen Stelle euer Glück versuchen, denn da kann es schon wieder anders aussehen! Außerdem solltet ihr darauf achten, dass ihr den Eimer nicht mit zu vielen Tieren befüllt, denn sonst halten sie sich weniger als 1 Tag, da sonst zu wenig Sauerstoff in dem Wasser ist.

 

Was ist im Eimer?

Ich mache euch einmal hier eine Auflistung über die häufigsten Fänge beim Tümpeln. Hierbei gliedere ich diese nach geeigneten Futtertieren, Beifänge (welcher aber auch verfüttert werden kann) und ungeeigneten Futtertieren (welche aussortiert werden sollten).

geeignete Futtertiere

– rote Mückenlarven

– schwarze Mückenlarven

(bitte aufpassen, da sie innerhalb von weniger Tagen zu Stechmücken werden können)

– weiße Mückenlarven

– Daphnien (Wasserflöhe)

– Cyclops (Hüpferlinge)

– Eintagsfliegenlarven

– Wasserasseln

– Köcherfliegenlarven

Beifänge

– Wassermilben

– Muschelkrebse

– Rückenschwimmer

– Furchenschwimmerlarve

– Rattenschwanzlarve

ungeeignete Futtertiere

– Gelbrandkäfer

– Libellenlarve

Das Füttern

Seid ihr fertig mit dem Fangen, verschließt die Eimer für den Weg nach Hause. Dort solltet ihr den Deckel sofort wieder abnehmen, damit  genug Sauerstoff ins Wasser gelangen kann.

Wenn ihr den Eimer aufmacht und das Wasser wieder ruhig ist, solltet ihr einmal in den Eimer schauen und nachsehen, ob ihr dort Futtertiere dabei habt, welche nicht mit in das Becken sollen. Diese solltet ihr gleich als erstes herausfangen, da einige von ihnen auch die geeigneten Futtertiere fressen können.

Nun könnt ihr euch circa 3 Tage von dem gefangenen Futter bedienen! Hierzu nehmt ihr euch das Artemiasieb oder einen kleinen Kescher und fangt euch etwas heraus. Danach spült ihr es mit Leitungswasser durch oder tut es direkt ins Becken; jeder so wie er es mag! Danach werden eure Fische verrückt zum Futter schwimmen und dieses hastig fressen!

Durch das füttern mit Lebendfutter wird die Vitalität der Fische gesteigert und ihr natürlicher Jagdinstinkt kommt zum Vorschein. Außerdem bietet es dem Fisch einen Teil seiner wirklichen Natur.

Großer Fang Wasserflöhe
Fang im Eimer
Weiße Mückenlarve
Weiße und Schwarze Mückenlarven, sowie Wasserflöhe
Detailansicht im Kescher
Gute Ausbeute
Algen und “Schmutz” beim Fangen

4 Kommentare

  1. Sinnvollerweise entfernt man die Tiere, die nicht ins Becken sollen, BEVOR man den Eimer verschließt und mit nach Hause nimmt. Die kann man dann nämlich gleich wieder ins Wasser werfen und sie fressen auf dem Weg nach Hause nicht evt. schon einige der Futtertiere weg. 😉

    Vitalität wird übrigens gesteigert (und nicht geweckt). Ein natürlicher Jagdinstinkt wird nicht geweckt. Er ist ja schon da – weil es der _natürliche_ Jagdinstinkt ist.

    Vielleicht auch mal dort schauen:
    http://www.tuempeln.de

  2. Es fehlt die rechtliche Grundlage fürs Tümpeln. Teilweise ist es verboten und teilweise muss man Genehmigungen haben.
    Ebenso sind Libellen stark bedroht. Der Fang ist also verboten. http://www.bund.net/themen_und_projekte/biologische_vielfalt/libellenschutz/

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