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Schneckenplage – gibts das?

Schneckenplage – gibts das?

Foto: aquabits.de
Foto: aquabits.de

Viele haben Angst vor einer Schneckenplage im Aquarium oder sind sowas von verärgert, weil sich ihre Schnecken absolut unkontrolliert vermehren. Doch vermehren sich Schnecken wirklich so massiv und worauf sollte man achten?

Es stimmt schon, dass sich unter anderem Blasenschnecken und Posthornschnecken in ganz großem Stil vermehren können wie diverse Fischarten, Kleinstlebewesen und so weiter auch. Daher haben diese oft einen sehr schlechten Ruf! Was viele nicht beachten ist, dass jedes Lebewesen um sich vermehren zu können und damit der Nachwuchs heranwachsen kann, Nahrung benötigt. Viele die eine Schneckenplage haben, berichten oft davon dass sie sicher nicht zuviel füttern, doch nur mit Luft bzw. Wasser und Liebe funktioniert das nicht!

 Somit sitzt das “Problem” eher vorm Aquarium und nicht im Aquarium!

Vermehrt sich eine Population explosionsartig und das stört einen, so sollte man auf Ursachenforschung gehen. Irgendwo müssen die Tiere ja Nahrung finden und das kann in Form von … sein

übrig gebliebenen Futter

→ daher gut schauen, ob man nicht doch zuviel füttert bzw. Futter durch Strömung dorthin transportiert wird, wo es die eigentlich zu fütternden Tiere nicht erreichen können!

Aufwuchs bzw. Algen

→ hier kontrollieren, ob nicht zuviele Algen im Aquarium sind wovon sich die Schnecken etc. ernähren könnten. Algen ansich sind ja nicht schlecht – gehören doch irgendwie zu einem Biotop dazu, aber es könnten doch mal zuviele sein und daher auf Ursachenforschung gehen → Algen – oft sehr unbeliebt

kümmernde, schlecht wachsende Pflanzen

→ kümmernde und schlecht wachsende Pflanzen sowie abgestorbene Pflanzenreste sind grad für die bereits genannten Blasen- und Posthornschnecken ein toller Leckerbissen! Hier dann unbedingt Pflanzenreste entfernen und für einen guten Pflanzenwuchs sorgen!

tote Tiere

→ regelmäßig kontrollieren, ob alle Fische, Garnelen, Krebse – wie auch immer – vorhanden sind und ob Krankheiten bzw. Verletzungen bei den Tieren vorliegen, denn tote und kranke, verletzte Tiere werden schneller u.a. von Schnecken gefressen als man gucken kann!

Kleinstlebewesen

→ besonders durch den Einsatz der mittlerweile so beliebten x-tase und x-zyme Produkte entwickelt sich eine hervorragende Ansammlung von Mikroorganismen und Kleinstlebewesen. Von solchen Mittelchen profitieren natürlich auch unsere Schnecken!

allgemeine, mangelnde Beckenhygiene

→ stark belegte Aquarienscheiben, übermäßig viel Mulm und auch gut zugesetzte Filterschwämme z.B. von luftbetriebenen Schwammfiltern, HMF usw. dienen als Nahrung für Schnecken und Co. Eine zu sterile Umgebung ist natürlich nicht gut, aber es sollte auch nicht zu schmuddelig sein! Regelmäßige – vorallem bitte nur stellenweise! – Hygienemaßnahmen sind sehr zu empfehlen z.B. durch Scheiben putzen, Mulm absaugen und Filterschwämme reinigen wenn sie stark zugesetzt sind.

Wie man sehen kann, gibts einiges was man bei einer Schneckenplage überprüfen und ggf. optimieren bzw. abstellen sollte.

Viele setzen gegen Schneckenplagen auch Fressfeinde z.B. diverse Schmerlen, Kugelfische oder Raubschnecken ein. Dies halten wir jedoch nicht für gut, denn auch diese Tiere haben so ihre Ansprüche an eine gute Haltung, manche vermehren sich dann widerum sehr gut bei entsprechendem Futterangebot, mache vergreifen sich nicht nur an den Schnecken sondern auch am weiteren Besatz und manche benötigen sogar ständig oder zumindest regelmäßig Schnecken! Auch das “Ausleihen” von Tieren um ein Problem zu bekämpfen ist nicht sehr gut, denn wie das zuvor genannte löst auch das nicht die Ursache des Problems und man kann sich schnell mal Krankheiten oder Parasiten damit einhandeln sowie auch weitergeben. So wäre es sehr zu empfehlen die Schnecken von Hand abzusammeln – meist kann man sie auch günstig abgeben oder verschenken – und dann eben nach der Ursache suchen!

Eine Frage die sich noch stellt … Was passiert im Aquarium, wenn abrupt die meisten Schnecken weg sind ohne daß die Ursache behoben wurde? Ganz klar – es könnten sich die Wasserwerte verschlechtern, auch zeitweise Nitritpeaks sind da nicht ungewöhnlich und es könnten vermehrt Algen auftreten. Weiterhin besteht die Gefahr, daß unser gewollter Besatz krank wird oder es gar Ausfälle gibt, wenn sich die Wasserbeschaffenheit dadurch verschlechtert!

Was aber spricht dagegen sich z.B. Blasen- und Posthornschnecken zu halten?

Im Normalfall garnichts, denn sie sind sehr nützlich – eben weil sie doch mal übriges Futter auffressen und das ein oder andere tote Tier entsorgen, damit die sich die Wasserwerte nicht verschlechtern. Schließlich kann es doch mal passieren, daß man ein wenig zuviel füttert oder ein Tier z.B. dem Alter wegen ablebt. Ist alles im Gleichgewicht, so kommt natürlich immer mal etwas Nachwuchs hoch, hält sich dann aber in Grenzen. Werden es irgendwann doch einmal zuviele, dann einfach ein paar absammeln und abgeben. Und so ganz nebenbei – es sind auch sehr interessante Tierchen und sind auch schön anzusehen …

Quelle: aquabits.de

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