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Gestaltung

Für einen guten Start

Wenn Du ein Becken einrichtest, besetze es ruhig schon mit reichlich Pflanzen. Natürlich wachsen sie noch, aber wenn Du mit nur wenigen Pflanzen startest und dich darauf verlässt, dass Du das Becken im Laufe der Zeit mit Ablegern und Stecklingen begrünst, verschaffst Du den Algen einen Vorsprung.

Wechsle in den ersten Wochen ein bis zwei Mal pro Woche Wasser. Wenn die Pflanzen frisch aus den Gärtnereien kommen, haben sie unter Umständen noch recht viel Dünger und Schutzmittel an sich, die vor dem Einzug von Fischen und ins Besondere Wirbellosen entfernt werden sollten.

Das Auftreten von Kieselalgen, also einem dünnen bräunlichen Belag, ist übrigens in der Anfangsphase normal und braucht Dich nicht zu beunruhigen, das gibt sich nach einiger Zeit von selbst.

Entferne größere abgestorbene Pflanzenteile, aber halte das Becken nicht klinisch rein. Die nitrifizierenden Bakterien müssen sich entwickeln und brauchen “Futter” in Form von Mulm.

Wähle Pflanzen aus, die zu deinem Becken passen. Hast du ein Starterset, ein 60 cm 54 l Becken mit einer Leuchtstoffröhre? Diese haben, grade in den Randbereichen, wenig Licht. Extrem lichthungrige Pflanzen würden hier kümmern und vergammeln und damit als organischer Dünger für Algen dienen. Nimm hier zum Beispiel Anubias, Cryptocoryne und Microsorum, die langsam wachsen und daher minimale Anforderungen an Licht, Nährstoffe und CO2 stellen.

Du hast ein Becken mit reichlich Licht? Dann wähle auch Pflanzen, die dies bevorzugen, damit sie gut wachsen und den Algen keine Chance lassen.

Schöne Pflanzenaquarien zeichnen sich durch eine räumliche Gliederung aus, in der die Grundfläche des Aquariums in die Pflanzbereiche Vorder- Mittel- und Hintergrund aufgeteilt wird. Durch diese Aufteilung erhalten die verwendeten Pflanzen einen Standort, der ihren Ansprüchen entspricht. Diese Pflanzbereiche können und dürfen sich auch überschneiden, wodurch die Tiefenwirkung verbessert wird.

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Gestaltungsvorschlag mit verschiedenen Pflanzbereichen. Quelle: Tropica

 

Tipp zur optischen Gestaltung:

Nicht zu viele verschiedene Pflanzen auf engem Raum setzen. Zehn verschiedene Pflanzen in einem 60 cm Becken wirken leicht unruhig und chaotisch. Meist ist man besser damit beraten, sich auf 4-6 Arten zu beschränken und diese so auszusuchen, dass sie möglichst unterschiedlich aussehen. So zum Beispiel nicht unbedingt eine Gruppe Ludwigien neben eine Gruppe Fettblatt setzen – die beiden sind sich zu ähnlich und verschwimmen optisch, während ein rötlicher Wasserkelch vor einer Gruppe hellgrünem Fettblatt einen aparten Kontrast setzt.

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Bepflanzungsplan. Quelle: Tropica

 

Die Pflanzen eher in Gruppen setzten, als nur jeweils eine einzelne. Der Solitär heißt nicht ohne Grund so – er ist die Ausnahme, die einzige Pflanze, sie einzeln steht. (Übrigens kein Muss, natürlich kann man auch gar keine Solitärpflanze setzen.)

Welche Pflanzen Vorder-, Mittel und Hintergrund bestücken, kommt natürlich auf die Größe des Beckens an. Eine 20 cm hohe Cryptocoryne ist im 60 cm hohen 2 m Becken eine hübsche Vordergrundpflanze, während sie ein Nano schon als Solitär ausfüllt.

 

Quelle: Dennerle

Für die Hintergrundbepflanzung eignen sich besonders schnell wachsende Stängelpflanzen oder bandartig wachsende Rosettenpflanzen, die innerhalb kürzester Zeit regelrechte Pflanzenvorhänge entstehen lassen können. Die Gestaltung des Mittelgrundes ist abhängig von der Tiefe eines Aquariums. Ist genügend Fläche vorhanden, können einzelne Solitärpflanzen z.B. Schwertpflanzen (Echinodorus) oder Wasserähren (Aponogeton) oder kleinere kontrastreiche Pflanzgruppen schöne Akzente setzen.

Der Mittelgrund ist wie ein Verbindungsglied von hinten nach vorne zu verstehen, wobei alle Pflanzbereiche ineinander übergehen. Stängelpflanzen des Hintergrundes lassen sich hierdurch auch im Mittelgrund kultivieren. Jedoch benötigen diese Gewächse aufgrund ihres schnellen Wachstums einen erhöhten Aufwand an Pflege, da sie regelmäßig entnommen, gekürzt und neu gesteckt werden müssen.

 

 

Quelle: Dennerle

Der Vordergrund ist die Heimat klein bleibender Aquarienpflanzen. Diese bedecken oft den Bodengrund und verwehren kaum den Einblick in das Aquarium. Zu den typischen Vordergrundpflanzen zählen z.B. die grasartig wachsende Schwertpflanze (Echinodorus tenellus) oder flach wachsende Cryptocorynen. Neben den Pflanzen werden oft auch Holzwurzeln und Steine als Dekorationselemente im Aquarium verwendet. Diese wirken allerdings im neuen Zustand ziemlich steril. Dies lässt sich aber durch Aufbinden mit diversen Pflanzen ändern Für diesen Zweck eignet sich besonders der Javafarn (Microsorum pteropus), das Speerblatt (Anubias) sowie das Javamoos (Vesicularia dubyana). Um diesen „Aufsitzerpflanzen“ das Anwurzeln auf den Hölzern zu erleichtern, ist eine anfängliche Befestigung mit einem unauffälligen Garn oder einer dünnen transparenten Nylonschnur notwendig.

 

Quelle: Dennerle

Neben der Bepflanzung des Bodengrundes und diverser Dekorationsmaterialien besteht natürlich auch die Möglichkeit der Wasseroberflächenbegrünung durch diverse Schwimmpflanzen. In nach oben offenen Aquarien bietet diese Art der Bepflanzung dem Betrachter einen besonders ansprechenden optischen Reiz. Aber auch in geschlossenen Aquarien kommen Schwimmpflanzen zur Geltung. Durch die schwimmende Wuchsform wird ein Teil der Lichtstrahlen von der Beleuchtung abgefangen, wodurch im Aquarium optisch äußerst ansprechende Licht – und Schattenzonen entstehen. Diese verbessern erheblich den Gesamteindruck und die Tiefenwirkung im Aquarium. Aufgrund ihres meist starken Wachstums entziehen die Schwimmpflanzen dem Aquarienwasser überzählige Stickstoffverbindungen. Besonders empfehlenswert ist das Teichlebermoos (Riccia fluitans) und der Südamerikanische Froschbiß (Limnobium laevi- gatum) für geschlossene Aquarien und die Muschelblume (Pistia stratiotes) und die Wasserhyanzinthe (Eichhornia azurea) für offene Aquarien.

 

Fahre hier in unserer Serie mit der Beleuchtung fort.

Quellen: Tropica, Dennerle