Die letzten 5 Jahre und ein Ausblick – Was kommt bei den Caridina-Hochzuchten?
Die Garnelenzucht hat sich in den letzten Jahren immer wieder verändert, aber Kreuzungen stehen nach wie vor im Vordergrund. Der Trend, die Qualität der bestehenden Klassiker weiter zu verbessern, ist dagegen etwas in den Hintergrund geraten, und einige Zuchtformen sind fast komplett aus den Hobby verschwunden. Der Trend, Wildformen zu halten, ist ebenfalls deutlich in den Hintergrund gerückt, und einige dieser Arten sind kaum noch in unseren Aquarien zu finden.


Weiterentwicklungen und Kombinationen
Die Neuheiten der letzten Jahren waren überwiegend Weiterentwicklungen aus „Galaxy Fishbone“- und „Fancy Tiger“-Garnelen, deren Zeichnung immer weiter verfeinert wurde. Die „Fancy Tiger“ haben zusätzlich einen Rückenstrich und Galaxy Spots bekommen, bei den „Galaxys“ und „Boas“ wurde vermehrt auf kleinere Spots gezüchtet. Letztendlich wurden beide Zeichnungen – „Galaxy“ und „Fancy“ – kombiniert. In diese Richtung gibt es nun vermutlich nicht mehr viel Potential für Weiterentwicklungen (wobei wir das vor einigen Jahren bei den Boas auch dachten …).

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Rückkehr der Klassiker
Das haben auch bereits einige vor allem asiatische Züchter erkannt, und aktuell wird wieder vermehrt mit Garnelen gekreuzt, die klassische 3- und 4-Band-Zeichnungen aufweisen, aber auch die „guten alten“ Hinomaru und so weiter erleben eine Renaissance, und wir werden an dieser Stelle sicherlich noch weitere neue Muster sehen. Denkbar sind Kombinationen aus Bändern mit Rückenstrich, „Fishbone“-, „Zebra“- und „Fancy Tiger“-Zeichnungen, eventuell kombiniert mit vielen kleinen Galaxy-Spots. Auch die Kopfzeichnung wird sich sicher noch weiterentwickeln.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA


Beine und Fühler
Auch die Schreitbeine sind seit Jahren im Fokus. Bei fast allen Garnelen gibt es Exemplare mit voll durchgefärbten Beinchen, und auch „Spider Legs“, gestreifte Schreitbeine in schwarz-weiß, gelb-weiß oder rot-weiß sind lange schon bekannt. Viele neuere Hochzuchten zeigen zusätzlich verschiedene Pünktchen auf ihren Beinen. Auch das wird in Zukunft mehr werden, ähnlich wie die Zeichnung der Fühler. „Spider Antennae“ sind aktuell noch selten zu finden, da dieses Merkmal züchterisch sehr schwer zu festigen ist. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es bei den Fühlern in Zukunft auch noch Weiterentwicklungen in der Qualität geben wird.


Kombinierte Grundfarben
Außerdem wurde zuletzt vermehrt an den Grundfarben der Garnelen (rot, schwarz und gelb) gearbeitet. Dabei sind Garnelen entstanden, die in ihren Rot- und Schwarztönen variieren oder gar beide Farben kombinieren (wie beispielsweise die Lava Tiger). Hier stehen wir noch ganz am Anfang, und bisher sind diese Stämme noch nicht einfach stabil zu halten. Vermutlich wird die Farbe sich im Laufe des Garnelenlebens ständig verändern, was die Farbkombination zu einem der schwersten Zuchtziele macht, die es überhaupt geben kann.
Ghosts und Gold
Als Nische werden sicher auch all die neuen Zeichnungen in einer Ghost Variante entstehen, d.h. nur das weiße Muster auf einer sonst komplett farblosen/transparenten Garnelen. Auch bei den gelben Varianten haben wir noch ein enormes Potential. Hier wurde noch lange nicht alles ausgeschöpft, was möglich ist.



Andere Augenfarben
Und zu guter Letzt haben wir auch noch die orangenen Augen. Hier sind wir ebenfalls noch am Anfang von dem, was möglich ist. Letztendlich kann man jede existierende Variante der Caridina-Garnele auch mit orangenen Augen züchten. Ich denke, diese Augenfarbe wird uns in den nächsten Jahre noch immer wieder neue Zuchtformen bescheren.
Wenn man alle Garnelen züchten würde, die aus diesen theoretischen Überlegungen entstehen können, dann dürften wir uns in den nächsten Jahren sicherlich noch auf hunderte neuer Zuchtformen freuen. Es bleibt auf jeden Fall ein spannendes Hobby!