Jeden Dienstag dürfen wir auf my-fish.org einen spannenden Gastbeitrag präsentieren. Der heutige Text stammt vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. und nimmt uns mit in die faszinierende Welt der Fischkommunikation.

Smalltalk im Aquarium: Die geheime Sprache der Fische Fische kommunizieren über verschiedenste Signale
Wer hätte gedacht, dass in unseren scheinbar so stillen Aquarien ein reges Kommunikationsleben herrscht? Fische sind alles andere als stumm – sie tauschen sich über eine erstaunliche Vielfalt an Signalen aus, die optisch, akustisch und sogar chemisch sind.
Wie Daniel Konn-Vetterlein, Chefredakteur des aquaristik-Magazins, erklärt, senden Fische mit Körperhaltungen, Farbveränderungen oder bestimmten Schwimmbewegungen klare Botschaften. So können sich Fische zum Beispiel größer machen, indem sie ihre Flossen aufstellen, um Dominanz zu zeigen oder ein Revier zu verteidigen. Besonders eindrucksvoll wird dies in der Balzzeit, wo intensive Farben und ausdrucksstarke Tänze bei der Partnerwahl helfen.
Doch nicht nur visuelle Signale spielen eine Rolle. Viele Fischarten sind auch akustisch aktiv und erzeugen Knurr- oder Knacklaute zur Abstimmung in der Gruppe oder als Warnung. Und wer hätte gedacht, dass Fische auch über die „Nase“ kommunizieren? Einige Arten senden Pheromone (Duftstoffe) aus, und bei Gefahr geben viele Fische chemische Alarmstoffe ins Wasser ab, um ihre Artgenossen zu warnen.
Das Erstaunliche ist, dass diese Kommunikation oft artübergreifend funktioniert. Droh- oder Beruhigungsgesten werden von vielen Arten verstanden. Beobachtet man zum Beispiel Putzsymbiosen, sieht man, wie Putzerfische von anderen Arten durch Gesten zur Parasitenentfernung eingeladen werden.
Beobachtungstipps für Aquarianer: Um diese komplexe Unterwasser-Sprache zu entschlüsseln, empfiehlt es sich, den Aquarienbewohnern einen ruhigen und strukturierten Lebensraum mit Pflanzen und Rückzugszonen zu bieten. Dann gilt es, aufmerksam zu sein und folgende Signale zu beobachten:
- Farbintensität und Musterwechsel: Ein Anzeichen für Wohlbefinden oder Stress.
- Schwimmweise und Körperhaltung: Hektische Bewegungen signalisieren oft Stress oder Angst; entspanntes, ruhiges Schwimmen deutet auf Zufriedenheit hin.
- Synchronisiertes Schwarmverhalten: Schwarmfische spiegeln ihr Befinden als Kollektiv.
- Interaktionen zwischen verschiedenen Arten: Achten Sie auf Ausweichbewegungen oder das Verhalten an der Futterstelle.
Wer sich die Zeit nimmt und genau hinsieht, wird im Aquarium eine erstaunlich differenzierte Sprache entdecken. Diese zu verstehen hilft nicht nur dabei, das Wohlbefinden der Tiere zu erkennen, sondern auch frühzeitig Stressanzeichen zu deuten und entsprechend zu reagieren. Es lohnt sich!
Hier geht es zum Originalbeitrag des IVH: https://www.ivh-online.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressedienst-heimtiere/mitteilung-des-aktuellen-ivh-pressedienstes/news/detail/News/smalltalk-im-aquarium-die-geheime-sprache-der-fische.html