Raritäten & Neuimporte im Fokus 114

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

 

Quelle: Aquarium Glaser
Quelle: Aquarium Glasertym

oben links: Farlowella hahni

Farlowella-Arten sind faszinierende Geschöpfe. Diese Saugwelse ähneln mehr einem Stöckchen als einem Fisch. Mit derzeit 26 anerkannten Arten sind sie über ganz Südamerika verbreitet. Die Bestimmung der Arten macht leider oft Probleme. Aus Paraguay sind derzeit vier Arten bekannt: F. hahni, F. isbruckeri, F. jauruensis und F. paraguayensis. Unsere Neuimporte ähneln davon am ehesten F. hahni.

Es sind in jedem Fall sehr attraktive Fische. Die Weibchen haben einen deutlich stärkeren Bauchumfang als die Männchen. Farlowella konnten schon häufiger im Aquarium nachgezüchtet werden. Die Tiere laichen offen ab, das Männchen bewacht den Laich. Farlowella hahni erreicht eine Maximallänge von etwas über 20 cm.

oben rechts: Julidochromis marksmithi

Die Schlankcichliden der Gattung Julidochromis gehören zu den beliebtesten Buntbarschen aus dem Tanganjikasee. Bislang kannte man fünf Arten, die auch allesamt mehr oder weniger regelmäßig im Aquarium gepflegt und gezüchtet werden: J. dickfeldi, J. marlieri, J. ornatus, J. regani und J. transcriptus.

Die zuletzt beschriebene Art ist dabei J. dickfeldi, die Wolfgang Staeck 1975 wissenschaftlich beschrieb. Seit einiger Zeit ist eine Julidochromis-Form im Handel, die unter verschiedenen Namen geführt wurde, weil sie sich nicht einwandfrei zuordnen ließ: Julidochromis regani “Kipili”, J. ornatus “Kipili” oder auch einfach nur J. sp. “Kipili”. Diese Art wurde nun formell als Julidochromis marksmithi beschrieben. Von J. regani und J. dickfeldi unterscheidet sich die Art u. a. durch einen dunklen Streifen auf der Wange, von J. regani durch die geringer Anzahl von Längsstreifen (4 bei J. regani, 2,5 bei J. marksmithi).

Typuslokalität von J. marksmithi ist Kerenge Island an der tansanischen Küste des Sees. Bislang kennt man die Art ausschließlich aus der Umgebung von Kipili und den nahe gelegenen Inseln (Mvuna Island, Ulwile Is., Kerenge Is., Nkondwe Is.), sowie dem etwas nördlich gelegenen Cape Mpimbwe (Msalaba). Die Maximallänge der Art beträgt normalerweise 8-9 cm, doch werden in der Literatur auch Längen bis zu 12 cm genannt. Literatur: Burgess, W. E. (2014): Julidochromis marksmithi, A New Species of Julidochromis from the Tanzanian Coast of Lake Tanganyika. Tanganika MAGAZYN nr 15, grudzień 2014: 40 – 49

unten links: Megalancistrus parananus L 234

Seine Heimat liegt in Südbrasilien und den angrenzenden Ländern Argentinien und Paraguay wo er das Flusssystem des Rio Parana bewohnt.

Ein echter Riese unter den L-Welsen ist Megalancistrus paranaus. Das abgebildete Tier ist ca. 50 cm groß und benötigt daher ein wirklich großes Aquarium. Entsprechend seiner Herkunft benötigt er zur Haltung keine sehr hohen Temperaturen, zumindest zeitweise kann die Temperatur auf 20°C abfallen.

unten rechts: Lonchogenys ilisha

Lonchogenys ilisha gehört in die Familie Acestrorhynchidae, ist enger mit den Barracuda-Salmlern (Acestrorhynchus) verwandt als beispielsweise mit einem Neonfisch. Dennoch handelt es sich nach unseren ersten Beobachtungen um sehr friedfertige Tiere, die andere Fische – sowohl Artgenossen, wie auch andere, in etwa gleichgroße Fische völlig in Ruhe lassen.

Wir vermuten, dass die Männchen die Tiere mit stärkerem Goldglanz und intensiver gefärbter Schwanzflosse sind. Insgesamt betritt die Aquaristik mit L. ilisha aber absolutes Neuland. Die Maximallänge von L.ilisha beträgt 6-7 cm, unsere Exemplare sind ca. 5-7 cm lang, also wohl weitgehend ausgewachsen.

Lonchogenys ilisha ist die einzige bekannte Art der Gattung und im oberen und mittleren Einzug des Rio Negro in Brasilien und Kolumbien verbreitet.

Quelle: Aquarium Glaser

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