Raritäten & Neuimporte im Fokus 124

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

Quelle: Aquarium Glaser GmbH

oben links: Microphis aculeatus

Es ist die dritte Microphis-Art des M.-brachyurus-Komplexes: M. aculeatus, die regelmäßig über Lagos aus Nigeria importiert werden. Diese atlantische Art sieht ihrem neuweltlichen Gegenstück M. lineatus äußerst ähnlich und es ist tatsächlich fraglich, ob es sich hier um verschiedene Arten handelt.

M. aculeatus lebt, auch hier gibt es starke Parallelen zu M. lineatus, bevorzugt in brackigen Regionen, wenngleich sie sowohl in reinem Süß- wie auch in reinem Seewasser angetroffen werden kann. Die Art lässt sich gerne mit losen Pflanzenteilen treiben.

In der aquaristischen Praxis pflegt man die Tiere am besten in etwas brackigem Wasser (Salzgehalt 5-15 Promille), denn hier bleiben Artemia-Nauplien lange am Leben. Nadeln können nicht gut hungern und fressen auch nicht auf Vorrat. Zur Gesunderhaltung ist es daher günstig, sie im Futter stehen zu lassen. Ein weiteres sehr beliebtes Futter stellen lebende Weiße Mückenlarven dar, die ebenfalls in Brackwasser lange am Leben bleiben. Schließlich werden neugeborene Lebendgebärende sehr gerne gefressen. So kann man z.B. einen Schwarm kleinbleibender Guppys im Nadelaquarium mitpflegen, die mit ihrem Nachwuchs von Zeit zu Zeit für Abwechslung im Nadelspeiseplan sorgen.

oben rechts: Paracaridina zijinica

Die Zwerggarnelen gehören nach dem “Papst der Zwerggarnelen”, Werner Klotz, zur Art Paracaridina zijinica. Bezüglich der Pflege und Zucht gleichen die Tierchen den bekannten Bienengarnelen oder “Crystal Red”.

Apropos: diese wohl dienstälteste aller Zwerggarnelen im Aquarium hat nach intensiven Studien jetzt auch einen wissenschaftlichen Namen erhalten: Caridina logemanni Klotz & van Rintelen, 2014, benannt zu Ehren der Brüder Logemann, bekannten Garnelenzüchtern.

In der gleichen Arbeit benennen die Autoren auch die gut bekannte “Tiger Shrimp”, sie heißt jetzt Caridina mariae Klotz & van Rintelen, 2014, zu Ehren von Maria Klotz, der Ehefrau von Werner Klotz.

Klotz, W. & T. van Rintelen (2014): To “bee” or not to be – on some ornamental shrimp from Guangdong Province, Southern China and Hong Kong SAR, with descriptions of three new species. Zootaxa 3889 (2): 151-184

unten links: Oligancistrus spec. L 354

Er besitzt eine große Ähnlichkeit mit L 20 allerdings mit deutlich größeren weißen Flecken, so dass die Zeichnung an eine schwarzes Netz auf hellem Grund erinnert. Die rötlichen, großen Augen bilden dazu einen schönen Kontrast. Ein Kennzeichen für Oligancistrusarten ist die große Rückenflosse, deshalb erscheint der von SEIDEL vorgeschlagene Name Segelflossenharnischwelse für diese Gruppe als sehr zutreffend. Da Oligancistrus-Arten in Flachwasserzonen mit schnell fließendem Wasser gefunden werden, stellen sie hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Man sollte sie wie viele aus diesen Bereichen stammenden Loricariiden bei höheren Temperaturen pflegen. Berichte über Nachzuchten liegen uns nicht vor, ambitionierten L-Wels Haltern bietet sich hier eine interssante Alternative zu den in der Regel leicht zu vermehrenden Hypancistrus-Arten.

unten rechts: Apistogramma sp. Diamond Face

Diese Nachzuchtexemplare dieser schönen Art sind von einem deutschen Züchter. Ursprünglich wurden die Tiere 2009 importiert, sie sollen angeblich aus dem Rio Jutai, einem südlichen Zufloss des Amazonas (dort noch Solimoes genannt) in Brasilien stammen. Seither sind sie aber unseres Wissens nie wieder importiert worden und nur in den Becken von spezialisierten Zwergbuntbarschhaltern zu finden.

Quelle: Aquarium Glaser GmbH

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