Raritäten & Neuimporte im Fokus 211

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Apteronotus albifrons WHITE

Der Weißstirn- oder Seekuhmesserfisch (Apteronotus albifrons) ist ein wunderschöner, eleganter Messeraal aus Südamerika, wo er weit verbretet ist. Wildfangimporte kommen meist aus dem Orinoko-Becken (Kolumbien und Venezuela). Allerdings ist die bis zu 50 cm lange Art schon seit vielen Jahren auch als Nachzucht aus Indonesien erhältlich.

Die Schwimmweise dieser – im internationalen Handel als „Black Ghost“ bezeichneten – Art ist unvergleichlich elegant. Vorwärts, rückwarts, kopfunter, kopfüber, mit dem Bauch nach oben oder unten, es gibt kein Schwimm-Manöver, das die Art nicht beherrschen würde.

Erstmals erhielt Aquarium Glaser 2008 eine weiße Zuchtform des Black Ghost aus Indonesien, die sie jetzt wieder einmal importieren konnten. Sie stehen der Wildform in Eleganz und Kraftmeierei (die Fische kämpfen mit weit aufgerissenen Mäulern, wobei sie sich hin- und herschieben, eine Rangordnung aus) in nichts nach, entsprechen aber mit ihrer geisterhaften Färbung noch mehr der Vorstellung, die wir uns von einem „Ghost“ machen.

oben rechts: Hyphessobrycon copelandi
Der Federsalmler, Hyphessobrycon copelandi, ist der grazilste der so genannten „Rosy Tetras“, einer vielgestaltigen Gruppe von Salmlern, zu der z.B. die Blut-, Schmuck- und Phantomsalmler zählen. Sie alle haben als gemeinsames Merkmal einen relativ hohen Körperbau, einen Schulterfleck, im männlichen Geschlecht lang ausgezogene Flossen und im weiblichen Geschlecht eine weiß-schwarz-weiße Markierung in der Rückenflosse.

Federsalmler sind begehrt, was man auch daran merkt, dass es einen durchaus gebräuchlichen deutschen Namen für sie gibt, aber sie werden nur extem selten angeboten. Bislang mussten sich die Liebhaber ihre Federsalmler mühselig als vereinzelte Beifänge bei Roten Neon heraussammeln.

Bei den gezeigten Tieren handelt es sich um etwa 4 cm lange Exemplare aus Brasilien, die gezielt importiert wurden. Wer weiß, vielleicht findet sich ja ein Züchter und baut einen dauerhaften Stamm der schönen Fische auf?

unten links: Leporinus brunneus Ventuari
Erneut wurden diese wundervollen Großsalmler – die Art erreicht eine Gesamtlänge von 25-30 cm – aus Venezuela importiert. Die Art besiedelt den Einzug des Orinoko und des Rio Negro und ist farblich sehr variabel. Als wichtiges Artmerkmal kann der orangefarbene Punkt auf dem Kiemendeckel unterhalb des Auges gelten. Je nach Herkunft ist der Mittelstreifen als vollständiges Band oder in eine Punktreihe aufgelöst und auch die Intensität der Rotfärbung der Flossen und der Kehle variiert herkunftsbedingt erheblich.

Die gezeigten Fische sind 12-18 cm lang und somit fast ausgewachsen bzw. geschlechtsreif. Sie stammen aus dem Rio Ventuari. Diese Population zeichnet sich durch einen besonders hohen Rotanteil in der Färbung aus.

Lexikon: Leporinus: Leporinus: latein, bedeutet „Hasen-Nase“. brunneus: latein, bedeutet „düster, dunkel“

Vorschlag eines deutschen Gebrauchsnamens: Rotkehlchen-Leporinus

unten rechts: Astronotus ocellatus Oscar Lemon
Ob man Zuchtformen mag oder nicht ist letztendlich Geschmackssache. Interessant sind sie allemal, denn sie zeigen, was genetisch so alles in den Fischen steckt. Und so ermöglichen die Zuchtformen sogar dem Wissenschaftler, in der Natur vorkommende lokale Farbformem von eigenständigen Arten zu unterscheiden.

Der Lemon Oscar ist eine Zuchtform, die teils albinotisch ist – sie hat also rote Augen – bei der jedoch die gelben Pigmente am Körper erhalten blieben. Nur wenige Exemplare sind dabei flächig gelb, die Mehrzahl ist eigentlich wildfarben, wobei die urspünglich dunkelbraunen Körperpartien nur noch aschfahl erscheinen, die ursprünglich roten Partien gelb.

Besonders interessant ist jedoch, dass mit der Farbmutation eine körperliche Veränderung einherging, nämlich stark verlängerte Bauchflossen! So etwas ist sonst bei Oskars völlig unbekannt.

Quelle: http://www.aquariumglaser.de/

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