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Raritäten & Neuimporte im Fokus 266

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Sphaerichthys vaillanti
Der schönste aller Schokoguramis: Sphaerichthys vaillanti. Die Art kommt im Kapuas-Einzug im indonesischen Teil der Insel Borneo vor. Von allen Sphaerichthys-Arten ist diese nicht nur die schönste, sondern auch die am leichtesten haltbare. Das heißt aber nicht, dass sie ein anspruchsloser Fisch ist. Auf die Dauer wird man nur Freude an den Tieren haben, wenn man sie naturnah pflegt, also in sehr weichem, sauren Schwarzwasser mit viel Laub am Boden und Lebendfutter. Leider wird die innerartliche Aggressivität der Schokoguramis immer wieder unterschätzt, sicherlich der Hauptgrund, wenn Probleme mit (distressbedingten) Krankheiten auftreten.
Die Männchen sind erheblich unscheinbarer als die getigerten Weibchen gefärbt. Die Männchen sind es auch, denen die Maulbrutpflege obliegt. In neutraler Färbung sehen die Männchen dem Kreuzband-Schokogurami (Sphaerichthys selatanensis) sehr ähnlich, sind aber erheblich spitzköpfiger.


oben rechts: Congochromis dimidiatus

Die Zwergcichliden der Art Congochromis (früher Nanochromis) dimidiatus stammen aus der Region des Lac Mai Ndombe. Die Tiere sind innerartlich farblich sehr variabel und selbstverständlich ändert sich bei ihnen die Färbung auch mit der Stimmung; aber hübsch sind sie alle!
Die Weibchen kann man gut an dem silberfarbenen Band in der Rückenflosse erkennen. Am liebsten haben diese Fische ein bräunliches Wasser, wie es durch Torffilterung, Erlenzäpfchen und Laub entsteht; dann sind sie am kräftigsten Rot gefärbt.
Im Artenbecken gepflegte Tiere sind ziemlich scheu; besser ist es darum, sie mit friedlichen Salmlern und Barben zu pflegen, dann sind C. dimidiatus ständig im Aquarium zu sehen.

unten links: Phallichthys tico
Wieder einmal kann Glaser diese Top-Rarität unter den Lebendgebärenden anbieten. Die niedlichen Fische – Männchen werden ca. 2,5 cm, Weibchen bis zu 4,5 cm lang – kommen nur im Oberlauf des Flusses San Juan in Costa Rica und Nicaragua vor. Kommerzielle Zierfischfänger gibt es dort nicht und so wird die Art nur dann und wann von reisenden Aquarianern importiert. Leider gelang es aber noch nicht, mit diesen wenigen Tieren einen dauerhaften Aquarienstamm aufzubauen. Nach einigen Generationen verschwand die Art darum immer wieder aus dem Hobby. Deren Tiere sind deutsche Nachzuchten. Bezüglich der Pflege sind die Tiere nicht sonderlich anspruchsvoll, allerdings brauchen sie stets frisches und sauberes, möglichst keimarmes Wasser. Die Wasserwerte sind von untergeordneter Bedeutung, lediglich Extremwerte sollten vermieden werden. Günstig sind pH 7 – 7,5, eine Härte von 3-10° GH und eine Temperatur von 24-28°C. Neben kleinem Frost- und Trockenfutter brauchen die Fischchen auch pflanzliche Kost.
Lexikon: Phallichthys: altgriechisch, bedeutet „Penisfisch“. tico: nach den „Tico“ genannten Einwohnern von Costa Rica.
Vorschlag eines deutschen Gebrauchsnamens: Costa-Rica-Zwergkärpfling


unten rechts: Distichodus lusosso

Der Langschnauzen-Distichodus ist weit im Kongo-Gebiet verbreitet. Die bis zu 40 cm lange Art erreichte uns in Gestalt entzückender Jungfische. D. lusosso ist ein Allesfresser, wobei Pflanzen so beliebt sind, dass eine Bepflanzung des Aquariums gewöhnlich nicht möglich ist. Man pflegt D. lusosso entweder im größeren Trupp (ab 10 Exemplaren) oder einzeln. In zu wenigen Exemplaren gepflegte Langschnauzen-Distichodus sind untereinander sehr zänkisch.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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