Raritäten & Neuimporte im Fokus 306

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Macropodus opercularis Albino
Vor etwa 80 Jahren fand ein deutscher Züchter zufällig in einer Makropodenbrut ein albinotisches Tier. Die Aufzucht gelang und das Tier wurde zum Urahn alle Albinomakropden, die es heutzutage gibt. Weil die Zucht nicht einfach ist, blieben Albinomakropoden stets eine Seltenheit. Trotzdem gab es offensichtlich immer genug Aquarianer, die das Tier attraktiv fanden, sonst hätte die Form ja kaum 80 Jahre lang im Hobby überlebt.

oben rechts: Colisa chuna
Das Farbenspiel des Honigguramis, Colisa chuna, ist einzigartig unter den Süßwasserfischen der Welt und auch unter den Labyrinthfischen, zu denen der Honiggurami zählt. Alle anderen Colisa-Arten haben eine Muster aus senkrechten Streifen, nur beim Honiggurami ist nichts dergleichen zu finden. Im Ruhekleid sind die Tiere beige mit einem dunklen Längsband. Männchen in Brutstimmung hingegen werden am Körper leuchtend orange, die Kehle tiefschwarz und die Rückenflosse zitronengelb. In Bezug auf diese plakativen Farben kann man den Honiggurami sicher zu den schönsten Süßwasserfischen überhaupt zählen.
Die Heimat des Honigguramis liegt in Indien und Bangladesch. Dort ist er allerdings nicht so weit verbreitet wie seine Gattungsgenossen, worin wohl auch der Grund liegt, dass die Art erst 1962 für die Aquaristik importiert wurde.

unten links: Macrognathus zebrinus
Alle Stachelaale der derzeit 24 Arten umfassenden Gattung Macrognathus sind empfehlenswerte Aquarienfische. Sie bleiben – für Stachelaal-Verhältnisse – relativ klein (10-15 cm) und sind gegenüber Fischen, die nicht als Nahrung in Frage kommen, friedlich. Zudem sind die meisten noch hübsch gefärbt.
Der vielleicht hübscheste ist Macrognathus zebrinus aus Burma. Er besiedelt dort die großen Flüsse Irrawaddy, Sittang und Salween bzw. deren Einzüge. Zusätzlich kommt die Art auch noch in Nepal und angeblich auch in Indonesien vor, importiert wird sie jedoch aus Burma oder als Nachzucht. Das größte bislang belegte Exemplar maß rund 17 cm, aber das ist die Ausnahme. Die Tiere auf den Fotos haben mit 10-12 cm Länge, sind geschlechtlich bereits differenziert, die Weibchen sind deutlich fülliger und etwas blasser gefärbt.
Für die Pflege von Stachelaalen ist ein Bodengrund, der zumindest stellenweise aus Sand besteht, wichtig, denn die Tiere graben sich gerne ein. Die Ernährung kann mit allen Sorten Frost- und Lebendfutter erfolgen, sofern es der Körpergröße der Fische angepasst ist. Eingewöhnte Exemplare akzeptieren auch oft Granulate. Das Aquarium für Stachelaale muss absolut ausbruchsicher abgedeckt sein, und auch die Ansaugöffnungen von Filtern müssen gegen ein Eindringen der Fische gesichert werden, sonst kann es zu fatalen Unfällen kommen.


unten rechts: Corydoras parallelus
Genau wie bei unbestimmten Saugwelsen L-Nummern vergeben werden, vergibt man bei unbestimmten Panzerwelsen C- und CW-Nummern. Einer der ersten Arten, die eine solche Nummer erhielt, war Corydoras parallelus, der 1993 mit der Nummer C2 belegt wurde. Noch im gleichen Jahr beschrieb ihn Burgess als C. parallelus.
Die Art stammt aus dem oberen Rio Negro und kam nie häufig nach Europa, meist als Beifang zu Corydoras schwartzi und C. incolicana. Die Exporteure nannten ihn C. „Perreira II“. Warum die Art so selten gefangen wird, ist unbekannt. Sie lässt sich ganz gut züchten, doch nie in großen Stückzahlen, so dass gewöhnlich die Nachzuchten direkt von Aquarianer zu Aquarianer gehen und nie im allgemeinen Handel auftauchen.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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