Raritäten & Neuimporte im Fokus 309

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Paracanthocobitis rubidipinnis
Diese bildschöne Bachschmerle stammt aus Burma, wo sie im System des Irrawaddy gefunden wird. Es handelt sich um außergewöhnlich lebhafte Tiere, die ständig untereinander in Aktion sind. Ruhe liebende Fische darf man darum nicht mit Paracanthocobitis rubidipinnis vergesellschaften. Die Tiere – sie werden etwa 6-7 cm lang – sind aber auch unterhaltsam genug, um allein in einem Artenbecken gepflegt zu werden. Dann hält man sie am besten in einer kleinen Gruppe von 3-7 Exemplaren. Das Becken sollte einen sandig-kiesigen Boden haben und einige flache, handgroße Steine sollten auf dem Boden aufliegen. Darunter graben sich die Tiere Höhlen, die sie gegen Artgenossen verteidigen.
In Ruhefärbung sieht die Art, die sich von allen anderen Angehörigen ihrer Gattung durch die besonders lange Rückenflosse mit 13 1/2 bis 15 1/2 geteilten Flossenstrahlen unterscheidet, schon hübsch genug aus. Aber kommt das Tier in Fortpflanzungsstimmung, wird es sehr dunkel und die Flossen und Barteln intensiv rot. Die Weibchen (erkennbar am stärkeren Bauchumfang und anderer Brustflossenstruktur) färben sich intensiver als die Männchen.
Dieser schöne Fisch, den man außer zur Zucht am besten bei Zimmertemperatur (18-22°C) pflegt, ist auf den Fotos als geschlechtsreifes Nachzuchtexemplar zu sehen.

oben rechts: Amatitlania sajica
Von den vielen mittelamerikanischen Buntbarschen, die früher in der riesigen Sammelgattung Cichlasoma gruppiert waren, werden die meisten Arten nur von den erfahren „alten Hasen“ unter den Aquarianern gepflegt, die kein buntes Gesellschaftsaquarium mehr wollen, sondern ein möglichst großes Aquarium mit wenigen, charaktervollen Fischen bevorzugen. Denn das sind sie, die mittelamerikanischen Buntbarsche: Charakterfische, die keine Kompromisse eingehen und ein komplexes und vielfältiges Verhalten zeigen.
Aber auch unter diesen Charakterfischen gibt es einige verhältnismäßig friedliche und vergleichsweise klein bleibende Arten, die zwar das spannende Verhalten ihrer größeren und ruppigeren Vettern zeigen, aber durchaus auch in einer gut gewählten Gesellschaft von anderen Fischen, wie Welsen, Barben, Salmlern und Lebendgebärenden gepflegt werden können, zumal sie ziemlich schonend mit den Pflanzen umgehen.
Zu diesen Arten gehört Amatitlania sajica von der pazifischen Seite Costa Ricas. Importiert werden diese schönen Buntbarsche schon lange nicht mehr, alle im Hobby vorhandenen Exemplare sind Nachzuchten. Es sind produktive Offenbrüter. Es ist schon oft der Anblick eines Pärchens solcher Jungtiere führender Buntbarsche gewesen, der aus Gesellschaftsaquarianern züchtende Aquarianer machte…
Amatilania sajica kann im männlichen Geschlecht bis zu 12 cm, im weiblichen bis zu 9 cm lang werden und gilt damit als eine der kleinsten Arten der Gattung.

unten links: Otocinclus “Yarapa” Zebra-Otocinclus
Diese zwei Formen sind als Zebra-Otocinclus aus Peru im Markt erhältlich.
Die eine Art, Otocinclus cocama, ist häufiger erhältlich. Sie zeigt ein ziemlich dichtes Muster aus senkrechten schwarzen Streifen auf hellem Grund.
Nur in kleiner Stückzahl und sehr selten sind die breitgestreiften, besonders attraktiven Zebra-Otocinclus, der “Yarapa” bekannt ist.
Beide Formen sind wunderschöne und robuste Aquarienfische.


unten rechts: Ancistrus sp. Paraguay

Nachdem Paraguay für ein halbes Jahr seine Pforten für den Zierfischexport geschlossen hatte, erreichen uns jetzt wieder Importe aus dem südlichen Land in Südamerika. Darunter auch diverse Ancistrus-Arten, die oft gemischt geschickt werden. Es hat sich im Handel eingebürgert, diese Tiere als Ancistrus tamboensis zu bezeichnen, was zwar objektiv falsch ist, denn der stammt aus dem oberen Ucayali-Einzug in Peru, aber daran stört sich eigentlich niemand; man weiß ja, was gemeint ist.
Gerade hat Glaser wieder einen Import solcher Ancistrus aus Paraguay erhalten, darunter auch rund 50 Exemplare in Show-Size (11-14 cm). Einige Männchen dieser Tiere haben ein derartig gewaltiges „Geweih“, wie sie es selbst unter Wildfängen bislang kaum zu Gesicht bekamen! Übrigens: Wozu dieses „Geweih“ der Ancistrus-Männchen überhaupt dient ist nach wie vor unbekannt…
Einer bestimmten Art lassen sich diese „tamboensis“ nicht zuordnen. Im Welsatlas Band 2: 274 oben wird diese Art als Ancistrus sp. Paraguay bezeichnet.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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