Raritäten & Neuimporte im Fokus 339

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierrarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Corydoras burgessi
Der überaus schöne und beliebte Orangeflecken-Panzerwels. Es gibt eine ganze Menge von Arten und Varianten, alle haben den leuchtenden, je nach Lichtverhätnissen gelb bis fast rot erscheinenden Nackenfleck, der im schwarzen Wasser ihrer Heimat als Hilfe zum Schwarmzusammenhalt dient.
Corydoras burgessi war in den letzten Jahren nur sehr mühsam zu beschaffen, oft waren es gepunktete Varianten, die Glaser erreichten und die manche Fachhandelskunden nicht so gerne hatten. Jetzt sind aber wieder „ganz normale“ C. burgessi verfügbar – endlich!

oben rechts: Chilatherina alleni „Wapoga“

Dieser schöne, mittelgroße (9-10 cm) Regenbogenfisch stammt, wie alle Arten der Gattung Chilatherina, von der Insel Neu-Guinea, und zwar in diesem Fall vom zu Indonesien gehörigen Teil Iran Jaya. Entdeckt wurde Chilatherina alleni 1994 im Aiborei River. Anhand dieser Tiere wurde die Art 1997 wissenschaftlich beschrieben. Johannes Graf konnte 2008 einige Exemplare aus dem Wapoga-System mitbringen. Auf diese Tiere geht der aktuelle Stamm zurück.
Was für alle Regenbogenfische gilt, gilt auch für diese Art: sie werden um so schöner, je älter sie werden. Die Geschlechtsreife setzt zwar schon mit etwa 5 cm Länge ein und von da an sind die Fische wirklich hübsch, aber sie lassen die volle Farbenpracht noch vermissen. Herzlichen Dank darum an die Züchter der Tiere, der hier einige Bilder seiner Zuchtfische für diesen Post überließ. Die übrigen Photos zeigen Exemplare seiner Nachzucht, die Glaser gerade im Stock hat.

unten links: Aulonocara maylandi

Der Schwefelkopf-Kaiserbuntbarsch, Aulonocara maylandi, gehört zu den friedfertigsten Arten der Malawi-Buntbarsche. Die Art erreicht eine maximale Länge von 12 cm (Männchen) und 10 cm (Weibchen). In der Natur leben diese Fische lediglich in zwei Riffen des südöstlichen Malawisees, nämlich dem Chimwalani Reef (früher: Eccles Reef) und dem Luwala Reef (früher: West Reef). Man befürchtet, die Art könne wegen des kleinen Verbreitungsgebietes durch Besammlung für die Aquaristik gefährdet sein. Es stehen jedoch im Handel jederzeit Nachzuchttiere zur Verfügung, die man bedenkenlos kaufen kann.
Die 5-7 cm langen Nachzuchten, die Glaser im Stock hat, beginnen erst, sich auszufärben, sind jedoch bereits sehr hübsch. Bei erwachsenen Männchen ist die Stirnblesse nicht nur blassgelb, sondern dottergelb – daher „Schwefelkopf“ – und in der großen Afterflosse der Männchen entwickeln sich sehr zahlreiche Eiflecken.
Man richtet für diese Schönheiten ein Aquarium ein, das den Grenzbereich zwischen Felsen- und Sandzone darstellt, denn dieses Biotop besiedeln die Fische auch in der Natur. Mit aggressiven und hektischen Cichliden darf man A. maylandi nicht vergesellschaften, in solcher Gesellschaft gehen sie unter.
Kaiserbuntbarsche sind carnivore Fische, also Fleischfresser, die gezielt nach Würmern, Insektenlarven, Kleinkrebsen etc. suchen. Dabei helfen ihnen die großen Sinnesgruben an der Unterseite des Kopfes, die so empfindlich sind, dass sie die elektrischen Impulse, die von der Muskelbewegung eines vergrabenen Wurmes ausgehen, wie mit einem EKG wahrnehmen.
Die Tiere sind Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Am meisten Freude hat man an ihnen, wenn man sie in einer größeren Gruppe von 3-4 Männchen mit 5-6 Weibchen pflegt. Das Aquarium sollte eher dunkel stehen, der pH immer über 8 liegen. Regelmäßige und großzügige Teilwasserwechsel und Wassertemperaturen zwischen 22 und 26° sorgen für Wohlbefinden bei den Fischen.


unten rechts: Barbodes dunckeri ( = „Barbus everetti“)

Die Clownbarbe, Barbodes dunckeri, ist ein altbekannter und wunderschöner Aquarienfisch, der allerdings seit Jahrzehnten falsch als Barbus everetti bezeichnet wird, manchmal auch unter dem ebenfalls für diese Art falschen Gattungsnamen Puntius. Die falsche Bezeichnung beruht auf einer Verwechslung, die „echte“ Barbodes everetti ist leider so gut wie nie im Handel.
Barbodes dunckeri stammt ursprünglich von der malaiischen Halbinsel, wo sie in kleineren Urwaldflüssen mit weichem, sauren Wasser zuhause ist. Wegen der fortschreitenden Zerstörung dieser Biotope muss die Clownbarbe daher leider zu den stark vom Aussterben gefährdeten Arten gezählt werden. Sie wird allerdings seit Jahrzehnten in kommerziellen Zierfischzüchtereien vermehrt, von wo auch alle im Handel befindlichen Tiere stammen.
Der friedliche Schwarmfisch wird 10-15 cm lang und sollte darum in einem größeren Aquarium gepflegt werden. Bezüglich der Nahrung stellt die Art kaum Ansprüche, Trocken-, Frost- und Lebendfutter passender Größe wird akzeptiert. Zarte Wasserpflanzen werden ebenfalls verzehrt. Der Boden des Aquariums sollte zumindest stellenweise aus feinem Sand bestehen, damit die Barben arttypisch gründeln können. Die Wassertemperatur sollte zwischen 20 und 28°C liegen, etwas Totlaub, Torf oder Erlenzäpfchen bringen die wohltuenden Huminstoffe ins Wasser. Für die Pflege spielen pH-Wert und Härte kaum eine Rolle (Extreme sollten allerdings vermieden werden), zur Zucht muss man allerdings natürliche Wasserwerte (pH unter 6, Härte unter 5°dGH) einstellen.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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