Raritäten & Neuimporte im Fokus 349

Raritäten & Neuimporte im Fokus 349

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierrarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

Raritäten & Neuimporte im Fokus 349 1

oben links: Parancistrus nudiventris, L31, LDA4, Peppermint Pleco
Dieser Saugwels aus dem Rio Xingu ist ein alter Bekannter, erhielt jedoch erst 2005 einen wissenschaftlichen Namen. Die L-Nummer 31 erhielt er bereits 1989.
Die Gattung Parancistrus ist eng mit der Gattung Spectracanthicus verwandt; die früher öfter verwendete Gattung Oligancistrus wurde eingezogen und zum Synonym von Spectracanthicus erklärt. Der einzige Gattungsunterschied zwischen Parancistrus und Spectracanthicus liegt in der Größe der Kiemenöffnung, die bei Spectracanthicus deutlich kleiner als bei Parancistrus ist. Leider ist das am lebenden Tiere nicht zu erkennen.
Der Peppermit Pleco erreicht eine respektable Größe von fast 25 cm; allerdings bleiben in der Natur die Tiere gewöhnlich um ein Drittel kleiner; im Aquarium, wo die Fische jedoch deutlich länger als in der Natur leben, kann eine bedeutendere Größe erreicht werden, weshalb P. nudiventris nur Besitzern großer Aquarien empfohlen werden kann. Dort ist er ein friedlicher und schöner Zeitgenosse.
Wie alle Arten aus dem Rio Xingu verlangt auch diese vergleichsweise hohe Temperaturen von 26-30°C. L31 ist ein Aufwuchsfresser, der im Aquarium so ziemlich jedes gängige Fischfutter akzeptiert, sofern es auf dem Boden liegt.

oben rechts: Badis ferrarisi
Auf den Fotos sind schöne deutsche Nachzuchten dieses kleinbleibenden (ca. 4 cm) Blaubarsches aus Burma zu sehen. Wie alle Blaubarsche ist auch Badis ferrarisi ein Farbwechselwunder und kann, je nach Stimmung, ziemlich unterschiedlich aussehen. Wir danken Hansjürgen Dieke sehr herzlich, dass er uns seine schönen Photos der Art zur Verfügung stellte, um das hier auch zu dokumentieren.

unten links: Xiphophorus xiphidium
Der Schwertplaty, Xiphophorus xiphidium, gehört zu den Top-Raritäten unter den Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Die Art ist auf den Oberlauf des Soto La Marina River und seiner Zuflüsse, Bundesstaat Tamaulipas, auf der atlantischen Seite von Mexiko beschränkt. Die sehr hübsche Art bleibt mit ca. 3 cm (Männchen) bzw. 4 cm (Weibchen) deutlich kleiner als der gewöhnliche Platy (Xiphophorus maculatus). Da sich beide Arten im Aquarium kreuzen können, sollte man angesichts der Seltenheit von X. xiphidium darauf verzichten, sie gemeinsam mit ihren engen Verwandten zu pflegen.
Es gibt vom Schwertplaty leicht unterschiedlich aussehende Tiere, so solche mit einem kreisrunden Fleck auf dem Schwanzstiel, solche mit zwei kleinen Punkten oder mit einem Halbmond. Da diese unterschiedlichen Farbformen auch unterschiedliche Populationen repräsentieren, sollte man auch auf dieser Ebene darauf achten, rein zu züchten.
Junge Männchen sehen den Weibchen sehr ähnlich, auch, weil sie ebenfalls einen „Trächtigkeitsfleck“ haben. Voll erwachsene alpha-Männchen sind mit ihrer Tigerzeichnung sehr attraktive Fische.
Die Pflege und Zucht des Schwertplatys sind deutlich anspruchsvoller als die des gewöhnlichen Platys. Vor allem dürfen X. xiphidium nicht dauerhaft zu warm gepflegt werden, am besten bei Raumtemperatur ohne Zusatzheizung.


unten rechts: Betta rutilans

Es gibt in den Schwarzwassergebieten auf der malaiischen Halbinsel und den Sundainseln einen Kampffisch-Typ, der sich auf einen ganz besonderen Lebensraum spezialisiert hat: das Lückensystem zwischen Laubansammlungen. Geht man in der (in diesen Gebieten immer relativen) Trockenzeit auf Exkursion, so denkt man oft, es gäbe dort gar kein Wasser, jedenfalls sieht man keines. Und doch leben hier Bettas! Diese Laub-Kampffische sind extrem schlank und langgestreckt. Es handelt sich um Schaumnestbauer.
Aus dieser Gruppe gibt es jetzt deutsche Nachzuchten einer der farblich schönsten Arten erhalten, nämlich Betta rutilans. Sie stammt von Borneo und wurde zuerst in der Nähe von Anjungan gefunden. In der Natur wird sie nur 3-4 cm lang, unsere Tiere sind aufgrund der – verglichen mit der Natur – üppigen Nahrungsversorgung etwas größer, also wirklich xxl-Exemplare.
Damit sich diese Tiere richtig wohl fühlen, sollte im Aquarium Totlaub (Seemandelbaum, Buche, Eiche) vorhanden sein. Weiches, an Huminstoffen reiches Wasser steigert die Farbenpracht. Untereinander sind diese Tiere friedlicher als Siamesische Kampffische, aber es kommt durchaus zu (meist harmlosen) Rangeleien. Viele Versteckmöglichkeiten verhindern in solchen Fällen ernsthafte Folgen.
Die Temperatur sei nicht zu hoch, zur Pflege reichen 22-24°C, zur Zucht erhöht man um 2-3°C. Die Männchen erkennt man am leichtesten anhand der sehr lang ausgezogenen Bauchflossen; diese sind beim Weibchen stets kürzer.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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