Raritäten & Neuimporte im Fokus 99

Raritäten & Neuimporte im Fokus 99

Die Aquaristik enthält unzählige Tierarten, die es zu entdecken gibt. Viele von diesen sind noch unbekannt, wunderschön und nur selten im Handel anzutreffen. Wir stellen euch jede Woche 4 Arten davon in wenigen Worten vor:

 

Quelle: Aquarium Glaser
Quelle: Aquarium Glaser

oben links: Desmopuntius rhomboocellatus – Rhombenbarbe

Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, auf eine weitere der zahlreichen Namensänderungen bei den asiatischen Kleinbarben hinzuweisen.

Zu Desmopuntius – der Name bedeutet “Sträflings-Barbe” und bezieht sich auf die an Sträflingskleidung erinnernde Streifenzeichnung, die alle Arten zumindest als Jungfisch zeigen – zählt man gegenwärtig folgende acht Arten:

Desmopuntius endecanalis, D. foerschi, D. gemellus, D. hexazona, D. johorensis, D. pentazona, D. rhomboocellatus und D. trifasciatus.

oben rechts: Leporinus desmotes

Es gibt eine ganze Reihe von geringelten Leporinus-Arten. Jede von ihnen hat ihren speziellen Reiz. Diese bildhübsche Art, die aufgrund ihrer Färbung auch etwas an die Abramites-Arten erinnert, bleibt mit 15-20 cm Endlänge deutlich kleiner als der Verwandte und ist auch nicht ganz so streitlustig.

unten links: Pseudacanthicus leopardus

Die Gattung Pseudacanthicus umfasst derzeit fünf beschriebene Arten, von denen drei als Aquarienfische bekannt sind. Hinzu kommen noch 16 L-Nummern, also Arten, die entweder defintiv wissenschaftlich noch unbeschrieben sind oder deren Identität fraglich ist.

Die Fische stammen aus dem Takutu River, der zum Einzugsbereich des oberen Rio Branco gehört.

Populär werden Pseudacanthicus auch als Kaktuswelse bezeichnet, denn sie sind äußerst stachelig und große Exemplare fasst man lieber nicht mit bloßen Händen an. Es gibt Pseudacanthicus-Arten, die knapp einen Meter lang werden, andere erreichen nur 25 cm Länge. Grundsätzlich muss man sich beim Kauf der Tiere darauf einstellen, dass sie relativ groß werden.

Untereinander sind größere Kaktuswelse ziemlich aggressiv, sie brauchen also auf jeden Fall ein großes und versteckreich eingerichtetes Aquarium. Andererseits ist durchaus auch schon die Zucht einiger Arten gelungen. Es handelt sich um typische Höhlenbrüter. Männchen sind robuster gebaut (vor allem haben sie einen breiteren Kopf) und sind zumindest zur Fortpflanzungszeit stärker bestachelt. Zu den beliebtesten Kaktuswelsen gehört der schöne L114 aus dem mittleren Rio Negro-Einzug in Brasilien.

Dieser Kaktuswels wurde lange Zeit für Pseudacanthicus leopardus gehalten. Tatsächlich kommt P. leopardus aber aus dem Grenzgebiet von Brasilien und Guyana. Dort werden kaum Zierfische gefangen. Im Vergleich zu L114 ist P. leopardus deutlich flacher gebaut und leicht anders gefärbt. Am sichersten erkennt man die Art daran, dass die Punkte auf dem Kopf bei etwas größeren Tiere (um 20 cm) sehr klein bis fast verschwunden sind.

Die Zucht ist im Aquarium bereits gelungen, es sind Höhlenbrüter mit Vaterfamilie. Allerdings scheitert die Zucht der im Erwachsenenstadium untereinander höchst aggressiven Pseudacanthicus-Arten häufig daran, dass es sehr schwierig ist, Paare gemeinsam lange genug zu pflegen, dass es überhaupt zur Vermehrung kommt.

Es sind Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. L114 nimmt fast gar keine reine Pflanzenkost zu sich, wohl aber in Form von Futtertabletten etc.

unten rechts: Herichthys cyanoguttatum

Der Perlcichlide wurde schon 1902 erfolgreich nach Deutschland eingeführt und gezüchtet.
In der Zwischenzeit hat die Art mehrere Namensänderungen erlebt. Früher hieß sie Cichlasoma cyanoguttatum, heute steht sie in der Gattung Herichthys und man glaubt, dass die großgefleckte Form, zu der Art Herichthys carpinte gehört und aus Mexiko stammt, während H. cyanoguttatum kleiner gefleckt ist und als einzige ursprünglich in den USA heimische Art die am weitesten nördlich vorkommende Buntbarschart überhaupt ist.
Leider ist der Perlcichlide heutzutage etwas in Vergessenheit geraten. Die Maximallänge beträgt fast 30 cm. Dann gehören sie zu den prächtigsten Buntbarschen überhaupt.

Quelle: Aquarium Glaser

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