Einen kurzen Stromausfall von wenigen Stunden überstehen Aquarien meist problemlos. Was passiert aber, wenn es sich um mehrere Tage handelt, wie es zum Beispiel bei Hochwasser geschehen kann? Petra Fitz beschreibt in ihrem Artikel aus der Datz 2013 / 8, den wir hier in Auszügen vorstellen, wie sie mit der Gefahr umgeht, welche Maßnahmen man treffen muss und welche technischen Möglichkeiten es gibt, die stromlose Zeit zu überbrücken.

Im Juni 2013 traf ein Hochwasser weite Teile vornehmlich Süddeutschlands.

Hochwasser kann zu längerem Stromausfall führen. Quelle: DATZ
Hochwasser kann zu längerem Stromausfall führen. Quelle: DATZ

 

“Was konnte man tun, damit die Fische in ihrem Aquarium überlebten? Der Ausfall von Beleuchtung und Heizung ist nicht so schlimm. Die Wassertemperatur sinkt nur sehr langsam (im Sommer eher gar nicht), und die meisten Fische sind in dieser Hinsicht tolerant.

Für die Wasserpflanzen ist eine Dunkelperiode über mehrere Tage ebenfalls unproblematisch. Viel wichtiger ist die Sauerstoffsituation im Wasser: Ohne ständigen O2-Eintrag (Oberflächenbewegung des Wassers, Fotosynthese der Pflanzen, Einsatz von Membranpumpen oder Oxydatoren) wird den Fischen die Luft schnell knapp! Auch Pflanzen ohne Licht und der Filter zehren Sauerstoff. In einem stillstehenden Außenfilter ist das O2 schon nach kurzer Zeit verbraucht, und die aeroben (also sauerstoffbedürftigen) Bakterien beginnen abzusterben. Die erste Maßnahme bei längeren Stromausfällen sollte also sein: Außenfilter abkoppeln, öffnen und die Filtermedien in einer Wanne lagern, nur knapp mit Aquarienwasser bedeckt. Es ist sinnvoll, sie zuvor ein wenig zu reinigen (leichtes Ausdrücken oder Ausspülen in einem separaten, ebenfalls mit Aquarienwasser gefüllten Eimer), um die zu erhaltende Mikroorganismen-Population zu verkleinern. Mit dem niedrigen Wasserstand erreicht man eine hohe Oberfläche in Bezug auf das Wasservolumen. Auch sind die (Diffusions-)Wege kurz – vom Ort der Sauerstofflösung (Wasseroberfläche) zum Verbraucher (Bakterien).

(…)

Auf das Füttern sollte man zunächst verzichten, damit das Wasser nicht unnötig belastet wird. Die meisten erwachsenen Tiere überstehen problemlos mehrere nahrungsfreie Tage. Normalerweise könnte man dem infolge des Filterausfalls schlechter werdenden Aquarienwasser mit Wasserwechseln entgegenwirken. Auch so würde man Sauerstoff in das Aquarium einbringen, denn frisches Leitungswasser ist mit O2 übersättigt (die Entgasung findet im Aquarium statt). In der hier geschilderten Situation gab es aber nun einmal kein Leitungswasser. Wie also die Sauerstoffversorgung sicherstellen? Sauerstofftabletten sind eine Möglichkeit, erfordern aber eine regelmäßige Dosierung. Besser ist eine batteriebetriebene Membranpumpe, wie man sie in Fachgeschäften für Anglerbedarf erhält. . Ist ein solches Gerät kurzfristig nicht aufzutreiben, bleibt nur noch die Möglichkeit, immer wieder Wasser aus dem Aquarium zu schöpfen und es aus größerer Höhe zurückplätschern zu lassen. Aber diese Maßnahme erfordert ständige Anwesenheit und taugt nur zur Überbrückung kurzfristiger Stromausfälle.”

Weiterhin stellt Petra Fitz mehrere Notpumpen für 12 Volt Batterien vor und erläutert, wie man die Laufzeit mit einer Autobatterie errechnet.

Den vollständigen Artikel findet ihr in der Datz 2013 / 8!

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