Zuchtformen des Schmetterlingsbuntbarsches

Von Wolfgang Staeck

Aus der Datz 6/2013

 

Wolfgang Staeck geht in seinem Artikel in der Datz auf die Veränderung von Mikrogeophagus ramirezi, dem Schmetterlingsbuntbarsch, durch die Zucht ein. Selbst die „wildfarbigen“ M. ramirezi aus dem Handel stammen aus großen Zuchtbetrieben und haben sich in ihrem Aussehen recht weit von der echten Wildform entfernt. Woran das liegt, welche gezielt erreichten Zuchtformen es gibt und warum man einige davon meiden sollte, erklärt Wolfgang Staeck:

 

Mikrogeophagus ramirezi - Quelle DATZ, Wolfgang Staeck
Mikrogeophagus ramirezi – Quelle DATZ, Wolfgang Staeck

„Sobald der Mensch Wildtiere oder -pflanzen ihren natürlichen Lebensräumen entnimmt und sie in seiner Obhut vermehrt, beginnen mehrere Evolutionsfaktoren zu wirken. Dadurch wird automatisch ein nicht zu verhindernder Prozess in Gang gesetzt, dessen Ergebnis kurz über lang sogenannte Zuchtformen sind.

(…)

Da die Zahl der Exemplare, die vom Menschen der Natur entnommenwerden, um als Ausgangspopulation der von ihm gehaltenen und gezüchteten Arten zu dienen, im Allgemeinen äußerst begrenzt ist, findet sich in der domestizierten Population nur ein winziger Ausschnitt aus dem gesamten Genpool der in der Natur lebenden Artgenossen. Dieser vom gesamten Rest der Art isolierten Teilpopulation fehlt deshalb die unter Wildtieren normalerweise vorhandene, große Variationsbreite artspezifischer Erbanlagen.

(…)

Die Zuchtauslese wird aber auch vorsätzlich, geplant und mit genau definierten Zielen eingesetzt, wenn ständig nur die „schönsten“ Exemplare für die Zucht ausgewählt werden, die aus der Sicht des Züchters besonders attraktive und wünschenswert scheinende Merkmale, beispielsweise eine intensive Rotfärbung, am stärksten aufweisen.

Eine durch eine Mutation ausgelöste, besonders augenfällige Änderung der Erbanlagen besteht darin, dass die betroffenen Individuen infolge eines physiologischen Defekts die Fähigkeit verloren haben, schwarze Pigmente zu bilden und infolgedessen nicht mehr die arttypischen, dunklen Farbmuster tragen, sondern mehr oder weniger einfarbig weißlich, gelb oder orangefarben aussehen. . Häufig ist bei derartigen Mangelmutanten jedoch nicht nur die Pigmentbildung gestört, sondern auch noch weitere Teilbereiche der Stoffsynthese und des Stoffwechsels sind beeinträchtigt, weshalb sie unter verminderter Vitalität leiden.“

In dem vollständigen Artikel in der DATZ 6/2013 erläutert Wolfgang Staeck des Weiteren, wie es zu goldenen, orangefarbenen und der bekannten „electric blue“ Zuchtform gekommen ist, welche in ihrer Körperform veränderten Varianten es gibt und welche Gefahren darin bestehen.

 

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