Entdecke außergewöhnliche Zierfische – von farbintensiven Kongosalmlern bis zu anspruchsvollen Erdfressern.

Herzlich willkommen bei der wöchentlichen Artenschau auf my-fish.org, deinem ultimativen Treffpunkt für begeisterte Aquarianer! Jeden Sonntag öffnen wir dir die Tore zu einer faszinierenden Unterwasserwelt, in der du seltene Zierfischarten, spannende Neuentdeckungen bei Wirbellosen wie Garnelen und Flusskrebsen sowie faszinierende Zuchtformen entdecken kannst. Bei uns stehen ausschließlich die tierischen Bewohner im Fokus deines Aquariums – von schillernden Zierfischen aus den oft kühleren Flüssen Südamerikas bis hin zu agilen Garnelen und robusten Krebsen aus den tropischen Seen Asiens oder den großen Strömen Afrikas. Wir konzentrieren uns ganz auf die Lebewesen, die dein Aquarium mit pulsierendem Leben erfüllen und deine Unterwasserlandschaft einzigartig machen.
Unser Ziel ist es, dir jede Woche vier besondere Aquarienbewohner vorzustellen, die oft noch unbekannt sind oder nur selten den Weg in den regulären Handel finden. Diese Raritäten der Aquaristik machen dein Hobby noch spannender! Von winzigen, farbenprächtigen Endemiten mit speziellen Ansprüchen bis zu imposanten, wissenschaftlich noch diskutierten Arten aus weitläufigen Gewässern – die Vielfalt ist beeindruckend. Wir beleuchten ihre einzigartigen Herkünfte und Besonderheiten in der Haltung, die von unkomplizierten Bedingungen bis zu spezifischen saisonalen Temperaturanforderungen oder der Empfindlichkeit gegenüber Wasserwerten reichen können. Dank unserer exklusiven Zusammenarbeit mit führenden Zierfischgroßhändlern aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) haben wir direkten Zugang zu echten Neuentdeckungen und spannenden Nachzuchten. So präsentieren wir dir ausführliche Informationen und beeindruckende Bilder, die direkt von unseren Partnern stammen und dir helfen, die optimale Pflege zu verstehen.
Verpasse keinen Sonntag und erweitere dein Wissen über diese einzigartigen Wasserbewohner. Lass dich von der Schönheit und Vielfalt der vorgestellten Zierfische und Wirbellosen inspirieren, um dein eigenes Aquarium noch spannender und artgerechter zu gestalten. Finde deinen nächsten Traumfisch oder deine neue Garnelenkolonie – hier auf my-fish.org!
Alestopetersius smykalai
Alestopetersius smykalai ist eine einzigartige Art unter den Kongosalmlern im engeren Sinne, da sie nicht aus dem Einzugsbereich des Kongos, sondern aus dem #Niger stammt. Mit einer Größe von nur etwa 5-6 cm ist sie auch für kleinere Aquarien sehr gut geeignet. Die Art trägt zu Recht den Namen „Blue Diamond“ – dies verdankt sie dem herrlich blau leuchtenden Rücken der Männchen. Männliche Tiere unterscheiden sich von den Weibchen zudem durch eine lang ausgezogene Rückenflosse sowie eine völlig anders geformte und weiß gesäumte Afterflosse.
Die Pflege von Alestopetersius smykalai ist unkompliziert. Als Trinkwasser geeignetes Leitungswasser ist für die Haltung passend, wobei der pH-Wert idealerweise im neutralen Bereich liegt. Natürliche Habitatmessungen zeigen oft kühlere Temperaturen von 21-23°C. Im Aquarium kann die Temperatur etwas höher gewählt werden, eine extreme Erhöhung ist jedoch zu vermeiden. Da Alestopetersius smykalai etwas schreckhaft ist, empfiehlt sich die Vergesellschaftung ausschließlich mit ruhigen und friedlichen Arten; die Art selbst ist völlig friedlich. Optimal bepflanzte Aquarien mit dunklem Bodengrund und einer nicht zu grellen Beleuchtung fördern die Farbpracht dieser Fische besonders gut. Die Fische nehmen jedes übliche Zierfischfutter passender Größe an. Eine besondere Delikatesse für Kongosalmler sind Fruchtfliegen (Drosophila).






Megalodoras uranoscopus
Die Familie der Dornwelse (Doradidae) umfasst eine Reihe südamerikanischer Welse. Aktuell sind 31 Gattungen mit 96 Arten bekannt, wobei kontinuierlich neue Arten entdeckt und beschrieben werden. Während die größten Dornwelse, wie Opsodoras niger mit einem Rekord von 120 cm und 20 kg Gewicht, über 100 cm lang werden können, erreicht die kleinste Art (Physopyxis lyra) nur 3,5 cm. Die meisten Arten bewegen sich im Größenbereich von 10-20 cm.
Die Gattung #Megalodoras zeichnet sich durch große Arten aus, deren Vertreter eine Länge von über 50 cm erreichen können. Aktuellem Kenntnisstand zufolge gibt es 2-3 Arten, von denen zwei allgemein anerkannt sind: M. #uranoscopus (mit M. irwinei als bekanntem Synonym) aus dem #Amazonas-Gebiet und M. guayoensis aus dem Orinoko-Einzugsgebiet. Die 1911 unter dem Namen Oxydoras huberi beschriebene Art aus dem Rio Tocantins wird unter Fachleuten noch diskutiert. Es besteht weitgehend Einigkeit, dass es sich um einen Megalodoras handelt. Zudem ist bekannt, dass sich die Megalodoras aus dem Rio Tocantins von den bekannten Megalodoras aus dem Amazonas-Gebiet unterscheiden und möglicherweise eine eigene Art darstellen, die dann M. huberi heißen könnte. Diese Klassifizierung ist jedoch weiterhin Gegenstand der Diskussion.
Megalodoras uranoscopus, die in Aquarien gehalten werden, stammen meist aus #Peru. Exemplarische Tiere kommen ebenfalls aus dieser Region. Ein besonderes Merkmal dieser Fische sind die 15-18 seitlich am Körper angeordneten Knochenschilde, die mit mächtigen Abwehrhaken versehen sind. Dies zeigt sich besonders eindrucksvoll in der Draufsicht. Über die spezifische Lebensweise dieser Fische in der Natur ist wenig bekannt. Bei Magenuntersuchungen wurden jedoch regelmäßig Muscheln und Schnecken – oft mit Schale gefressen – in den Dornwelsen gefunden. Sie sind jedoch keine Nahrungsspezialisten; im Aquarium nehmen sie willig jedes angebotene Futter tierischen Ursprungs an.
Untereinander und gegenüber artfremden Fischen zeigen sich Megalodoras uranoscopus friedlich. Es ist jedoch anzunehmen, dass kleinere Fische, die ins Maul passen, als potenzielle Beute betrachtet werden. Die Wasserwerte sind für die Haltung von untergeordneter Bedeutung; die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Als nacht- und dämmerungsaktive Tiere benötigen diese Dornwelse ausreichend Versteckmöglichkeiten während des Tages. Nach einer Eingewöhnungsphase lassen sie sich jedoch auch häufig tagsüber beobachten, besonders zur Fütterungszeit.






Celestichthys erythromicron ( = Microrasbora e., Danio e.)
Der im Inle-See in Burma endemische, also ausschließlich dort vorkommende Celestichthys erythromicron, ist ein winziger Aquarienfisch, der ausgewachsen eine maximale Länge von 3 cm erreicht. Eine gewisse Komplikation bei dieser Art ergibt sich aus ihrer Namensgebung. Ursprünglich wurde der Fisch als Microrasbora erythromicron beschrieben. Es stellte sich jedoch heraus, dass er nicht zu den Rasbora-artigen Karpfenfischen (Rasborinen), sondern zu den Danio-artigen Karpfenfischen (Danioninen) gehört. Anatomische Übereinstimmungen führten zwischenzeitlich zu einer Eingliederung in die Gattung Danio. Molekularbiologische Untersuchungen zeigten schließlich, dass Celestichthys erythromicron und Celestichthys margaritatus innerhalb der Kleincypriniden eine monophyletische, also auf gemeinsamer Abstammung beruhende, natürliche Einheit bilden. Entsprechend kann C. erythromicron in der aquaristischen und wissenschaftlichen Literatur unter allen drei genannten Namenskombinationen gefunden werden; es handelt sich immer um die gleiche Art.
Dieser niedliche Zwergfisch wurde erstmals im Jahr 1978 in die Aquaristik eingeführt, erlangte jedoch erst in den 2000er Jahren eine größere Bekanntheit unter Aquarianern. Eine Beurteilung der IUCN (Internationale Rote Liste der bedrohten Arten) im Jahr 2011 stufte die Art als „gefährdet“ ein. Die Tatsache, dass C. erythromicron ausschließlich im Inle-See vorkommt, macht die Art besonders anfällig für Umwelteinflüsse. Im Inle-See verschlechtert sich die Wasserqualität konstant, und zu Speisezwecken eingeführte Fremdfische stellen eine zusätzliche Bedrohung für die heimischen Arten dar. Zwar wird auch vor einer übermäßigen Entnahme von C. erythromicron als Zierfisch gewarnt, es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass dies tatsächlich geschehen könnte, da die internationale Nachfrage dafür zu gering ist.
Im Inle-See ist das Wasser hart und der pH-Wert leicht alkalisch (im zentralen Teil des Sees: pH 7,6 – 8,8, im Zufluss des Sees: pH 7,1 – 7,2). Die Wassertemperatur liegt tagsüber im Bereich von 21,3 – 28,8°C, während die Lufttemperatur zwischen 5°C (Minimum) und 38°C (Maximum) schwanken kann (Angaben nach: Khaung et al., 2021). Dementsprechend kann C. erythromicron gut in normalem Leitungswasser gepflegt werden. Bei vielen Arten aus dem Inle-See hat es sich zudem bewährt, das Aquarium zeitweise nicht zu beheizen und die Tiere bei Raumtemperatur (18-22°C) zu pflegen, was sich positiv auf ihr Immunsystem auswirken kann.
Die Zucht dieser Zwergfische ist unkompliziert. Die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig: Weibchen sind tendenziell etwas blasser gefärbt und kräftiger gebaut. Javamoos wird gerne als Laichsubstrat angenommen; Brutpflege wird von diesen Tieren nicht betrieben. Die Hauptschwierigkeit liegt in der optimalen Aufzucht der kleinen Jungfische. Obwohl die Aufzucht der Jungfische eine Herausforderung darstellen kann, wird C. erythromicron in der Aquaristik regelmäßig sowohl als Nachzucht als auch als Wildfang angeboten.
Celestichthys erythromicron ist ein völlig friedlicher, jedoch etwas scheuer Schwarmfisch, der jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe willig akzeptiert. Pflanzen werden durch diese Fische nicht beschädigt.






Gymnogeophagus constellatus
Die Gattung Gymnogeophagus umfasst mittelgroße Erdfresser aus dem südlichen Teil Südamerikas. Die meisten Arten erreichen eine Länge von 10-15 cm, einige bis zu 20 cm, und sind oft wunderschöne Tiere. Von den aktuell 20 allgemein akzeptierten Arten wurden lediglich 8 vor dem Jahr 2000 wissenschaftlich beschrieben, was die Komplexität der Artabgrenzung innerhalb dieser Gattung verdeutlicht. Innerhalb der Gattung lassen sich zwei Fortpflanzungstypen unterscheiden: Offenbrüter und Maulbrüter. Die Maulbrüter sind dabei sogenannte larvophile Maulbrüter, was bedeutet, dass sie zunächst eierlegend auf einem Substrat wie einem Stein ablaichen. Erst die schlüpfreifen Eier oder Larven werden nach zwei bis mehreren Tagen (die Entwicklungszeit der Eier ist temperaturabhängig) ins Maul genommen. Das Studium dieser Vorgänge macht die Pflege und Zucht von Gymnogeophagus besonders interessant.
Die meisten Gymnogeophagus-Arten sind Endemiten einzelner Flusssysteme, kommen also ausschließlich dort vor. Zu den erst jüngerer Zeit (2015) wissenschaftlich beschriebenen Arten gehört Gymnogeophagus constellatus. Diese Art ist im Rio Ijuí und seinen Zuflüssen im mittleren Einzugsgebiet des Rio Uruguay beheimatet, gelegen im östlichen Teil des Bundesstaates Rio Grande do Sul, Brasilien. Zudem wurde sie in Argentinien auf gleicher geografischer Breite in den Flüssen Chimiray-Miní und Itacaruaré nachgewiesen. Die importierten Tiere stammen oft aus Argentinien; genauere Informationen dazu liegen Aquarium Glaser jedoch nicht vor. Die im Freileben rund 15 cm (Standardlänge ohne Schwanzflosse) lang werdende Art gehört zur Gruppe der Maulbrüter. Ein charakteristisches Merkmal ist der verhältnismäßig große Seitenfleck.
Obwohl Gymnogeophagus aquaristisch begehrte Pfleglinge sind, erfordert ihre Haltung aufgrund ihrer subtropischen Natur besondere Aufmerksamkeit. Eine ganzjährige Pflege unter konstanten Tropenaquariumsbedingungen ist langfristig nicht geeignet. Diese Fische benötigen jahreszeitliche Rhythmen, ähnlich wie in ihrem natürlichen Lebensraum. Eine Missachtung dieser Bedürfnisse kann dazu führen, dass Zuchtstämme nach anfänglich erfolgreicher Nachzucht schnell wieder verloren gehen. Es ist zudem zu beachten, dass Gymnogeophagus-Arten grundsätzlich als empfindlich gegenüber hohen Nitratwerten gelten. Bereits Werte um 90 mg/l können bei Jungfischen zu körperlichen Schäden führen, und ab 110 mg/l können auch erwachsene Exemplare krankheitsanfällig werden. Abgesehen davon sind die Wasserwerte unerheblich; jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege und Zucht. Die Wassertemperatur kann in der kühlen Periode bis unter 14°C sinken, wobei das Fortpflanzungsverhalten ab 16°C einsetzt. In dieser Phase können sich die Männchen als sehr aggressiv erweisen, weshalb größere Aquarien benötigt werden. Empfohlen wird eine Haremshaltung (ein Männchen auf drei oder mehr Weibchen). Die Fische nehmen jedes übliche Zierfischfutter passender Größe an.






Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH
