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Das optimale Meerwasseraquarium für Einsteiger

Dem Fortschritt in Wissenschaft und Technik sei Dank: Meerwasseraquarien sind nicht länger allein Kennern und Spezialisten vorbehalten. Auch, wer bislang über wenig Erfahrung in der Aquaristik verfügt, kann heute erfolgreich ein Meerwasseraquarium pflegen, sofern er einige elementare Regeln befolgt. Welche das sind, verrät Dr. Lutz Fischer, Leiter der Aquaristik und Terraristik des Klimahauses Bremerhaven.


Viel Licht und eine starke Strömung
Benötigt der Aquarianer für das Süßwasserbecken lediglich einen Filter, eine Heizung und eine Beleuchtung, so ist für das Meerwasseraquarium eine etwas größere technische Ausstattung erforderlich. So empfiehlt Fischer Einsteigern, sich eine kleine Osmoseanlage zuzulegen. Mithilfe dieser Geräte lässt sich auf einfache Weise Osmosewasser erzeugen, das man für gelegentliche Teilwasserwechsel in der Meerwasseraquaristik benötigt. „So eine Anlage kostet nicht viel und passt unter jedes Waschbecken“, konstatiert Fischer. „Ganz wichtig sind zudem Strömungspumpen. Eine zehn- bis 15-fache Umwälzung des gesamten Wasservolumens pro Stunde ist anzustreben“, sagt der Experte.

Fischer empfiehlt, die Pumpen so anzuordnen, dass sich keine strömungsarmen Zonen im Aquarium bilden können. Vorteilhaft seien hingegen kleine Turbulenzen, wie sie etwa entstehen, wenn das Wasser der Pumpen auf Hindernisse wie Steine trifft. „Das ist wichtig für das Korallenwachstum“, erklärt der Biologe.

Apropos Korallen: Diese Blumentiere sind nicht nur auf eine starke Strömung und sauberes Wasser, sondern auch auf sehr viel Licht angewiesen. Daher sollte die Beleuchtung des Meerwasseraquariums deutlich stärker ausfallen als bei einem Süßwasserbecken vergleichbarer Größe. Die Farbtemperatur sollte jener des Tageslichts entsprechen, also etwa 6.500, höchstens 10.000 Kelvin betragen, empfiehlt Fischer. Kompetente Beratung hierzu finden Einsteiger im Fachhandel. Eben dort sollten sie sich auch über die genauen Ansprüche und Eigenschaften der Korallen ihrer Wahl erkundigen.

Zur Filterung des Meerwassers bedarf es eines Abschäumers, der giftigen Stickstoffverbindungen entgegenwirkt. Außerdem rät Fischer dazu, feines Filtermaterial an den Ansaugstutzen der Strömungspumpen zu befestigen und nach Bedarf auszutauschen. „Am allerwichtigsten schließlich ist, dass man möglichst viele ‚lebende Steine‘ ins Aquarium setzt, denn sie sorgen für die biologische Filterung des Wassers“, stellt der Experte klar.

Kultiviertes Lebendgestein
Ursprünglich versteht man unter „lebenden Steinen“ dem Riff entnommenes Gestein, das sich aus abgestorbenen Korallen und Kalkrotalgen zusammensetzt. Allerdings gibt es heute auch kultivierte lebende Steine im Handel zu kaufen, in denen ebenfalls viele Mikroorganismen emsig das Wasser reinigen. Im Interesse der Natur rät Fischer dem Aquarianer nachdrücklich, zu diesen „künstlichen“ lebenden Steinen zu greifen und auf Entnahmen aus der Natur zu verzichten.

Die ersten Tiere wie kleine Seesterne, Röhrenwürmer oder Krabben hole sich der Aquarianer mit den lebenden Steinen gewissermaßen als blinde Passagiere ins Becken. „Das Treiben dieser kleinen Tiere kann so interessant sein, dass Sie gar keine weiteren Bewohner im Aquarium haben möchten“, schwärmt Fischer. Ohnehin empfiehlt er Einsteigern in die Meerwasser-Aquaristik, das idealerweise mindestens 200 bis 400 Liter fassende Becken nur mit sehr wenigen Tieren zu besetzen, um das biologische Gleichgewicht nicht zu gefährden. Zunächst böten sich etwa einige algenfressende Schnecken und Einsiedlerkrebse an. Nach einigen Wochen, wenn das Aquarium gut eingelaufen sei, könne der Aquarianer einige Garnelen oder Fische hinzuzufügen. Gut geeignet für den Anfang sei etwa eine kleine Gruppe Lava-Zwerggrundeln oder auch ein Zweipunkt-Schleimfisch-Pärchen.

Quelle: IVH

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