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Faszination Aquaristik: Alles über Haltung und Pflege der farbenprächtigen Sulawesi-Schnecken

Faszination Aquaristik: Alles über Haltung und Pflege der farbenprächtigen Sulawesi-Schnecken
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Die farbenprächtigen Süßwasserschnecken der indonesischen Insel Sulawesi gehören zu den absoluten Blickfängen in der modernen Aquaristik. Doch obwohl Vertreter wie die markanten Tylomelania heute zum festen Sortiment vieler Zoofachgeschäfte zählen, ist das Wissen über ihre tatsächliche Herkunft und ihre ökologischen Bedürfnisse oft erschreckend gering. Da die natürlichen Lebensräume dieser Tiere massiv bedroht sind, ist es für engagierte Aquarianer umso wichtiger, sich grundlegendes Wissen über die komplexen Anforderungen dieser Exoten anzueignen, bevor sie in das heimische Becken einziehen.

Tylomelania sp. „orange“ (oft auch sp. „yellow“ genannt) alias Tylomelania sp. „Poso 1 – Orange“. Bild: Chris Lukhaup
Tylomelania sp. „orange“ (oft auch sp. „yellow“ genannt) alias Tylomelania sp. „Poso 1 – Orange“. Bild: Chris Lukhaup

Wie gut kennt ihr die Sulawesi-Schnecken? Ein Quiz der Sulawesi Keepers 

Die Sulawesi Keepers haben unter anderem ein Erhaltungszuchtprogramm für Sulawesi-Schnecken ins Leben gerufen, unter anderem, um das Wissen über diese Tiergruppe in der Aquaristik zu vertiefen. Schicke Tylomelania-Schnecken sind heute in vielen Shops und Zoofachgeschäften erhältlich, aber nicht alle wissen um ihre Herkunft und ihre besonderen Bedürfnisse. Auch bei den Süßwasserschnecken der Insel Sulawesi sind viele Arten vom Aussterben bedroht, und durch erfolgreiche Aquarienzucht können wir alle zur Arterhaltung beitragen. Dabei gilt: Besser informierte Züchterinnen und Züchter haben höhere Chancen, die Arten im Aquarium zu etablieren und sie auch über lange Zeit zu vermehren.

Quiz für Kenner

Du bist der Ansicht, du kennst die Sulawesi-Schnecken schon recht gut? Teste dein Wissen mit dem Quiz der Sulawesi Keepers!

Wie viele Tylomelania-Arten gibt es?

Bis dato sind 43 Arten bekannt, aber mindestens 20 weitere warten noch auf ihre wissenschaftliche Erstbeschreibung. Die Tylomelania, die wir in der Aquaristik kennen, stellen nur einen Bruchteil der artenreichen Gattung dar. Dabei sind die etwa 40 anderen endemischen Schneckenarten anderer Gattungen noch gar nicht eingeschlossen, die ebenfalls in den Flüssen und Seen Sulawesis leben!

Kommen alle Tylomelania aus den Alten Seen?

Nein! Viele nehmen automatisch an, dass es sich bei allen Sulawesi-Schnecken um Bewohner der bekannten Seen handelt, es gibt aber auch Arten aus den Flüssen im Handel, die mit deutlich niedrigeren Wassertemperaturen zurechtkommen.

Herrschen in allen Sulawesi-Seen dieselben Bedingungen?

Nein! Die Wasserchemie des Pososee ist anders, und auch zwischen den einzelnen Seen des Malili-Seensystems – Matano, Mahalona, Towuti, Masapi und Lontoa – gibt es geringfügige, für die Schneckenhaltung jedoch irrelevante Abweichungen. Grundsätzlich hat das sehr saubere, weiche Wasser immer einen hohen pH-Wert, eine Temperatur von rund 29 °C und einen hohen Sauerstoffgehalt.

Fressen Sulawesi-Schnecken Algen?

Grüne Fadenalgen gehören definitiv nicht zu ihrem natürlichen Nahrungsspektrum. In Abhängigkeit vom Substrat, auf dem sie in der Natur leben, sind sie mehr oder eben auch weniger daran interessiert. Die sogenannten Generalisten, die nicht explizit substratgebunden leben, sind Allesfresser und echte Vielfraße, die selbst Fadenalgen fressen. Andere Arten dagegen können sogar in einem völlig veralgten Aquarium verhungern!

Brauchen Sulawesi-Schnecken Steine?

An Hartsubstrat gebundene Arten verbringen ihre Zeit überwiegend auf Steinen, dem Glas oder anderen glatten Oberflächen, von denen sie den Biofilm abweiden. Sie fressen kein fädigen Algen, und ein starker Algenbefall im Aquarien kann sie sogar aktiv daran hindern, die Oberflächen zu beweiden. An Weichsubstrat gebundene Schneckenarten findet man dagegen kaum auf Steinen. Ihnen würde eine Steindekoration Lebensraum auf feinem Sand oder Schlamm rauben.

Wie lange leben Sulawesi-Schnecken?

Das wissen wir nicht ganz genau. Wer jedoch eine Schnecke für lediglich zwei bis drei Jahre sucht, ist mit Tylomelania schlecht bedient – sie können im Aquarium durchaus zehn Jahre oder länger leben!

Sind Tylomelania Zwitter?

Nein, sie sind getrennt geschlechtlich! Leider lassen sich Männchen und Weibchen nicht anhand äußerer Merkmale unterscheiden. Die Weibchen haben einen Brutsack, in dem sie ihre Embryos „speichern“ können. Wenn man also kurz nach dem Einsetzen Tylo-Babys im Aquarium findet, bedeutet das nicht zwingend, dass auch beide Geschlechter in der Schneckengruppe vorhanden sind.

Sind alle Sulawesi-Schnecken lebendgebärend?

Das trifft auf Tylomelania und Celetaia persculpta zu. Es gibt aber auch Vorkommen von Schnecken aus der Familie der Posthornschnecken (Planorbidae), wie Miratesta celebensis oder Arten aus der Gattung Protancylus, die Eigelege in der typischen Schleimhülle ablegen.

Verursacht weiches Wasser Gehäuseschäden?

Weichwasser an sich ist kein Problem – das Wasser in den natürlichen Habitaten vieler dieser Schnecken ist sehr weich, aber mit einem hohen pH-Wert. Gehäuseschäden können jedoch durch saures Wasser verursacht werden, entstehen aber auch, wenn die Schnecke fehlernährt ist oder beispielsweise auf einen Stein fällt.

Was wissen wir über die am häufigsten gehaltenen Sulawesi-Schnecken?

Wir wissen nicht genug! Die am häufigsten verkaufte Schnecke ist die sogenannte Tylomelania sp. „Orange“, die nach der Klassifikation der Sulawesi Keepers richtigerweise als Tylomelania sp. „Poso 1 – Orange“ bezeichnet werden müsste. Die Tiere stammen aus dem Pososee, wo sie in größeren Tiefen angeblich unterhalb 15 m leben. Im See werden sie in Fallen gefangen. Diese Art wurde bisher noch nicht wissenschaftlich beschrieben, da es keine Nachweise im Habitat gibt.

Ihr möchtet bei den Veröffentlichungen der Sulawesi Keepers immer auf dem neuesten Stand bleiben und keine Schnecken-News mehr verpassen? Folgt ihnen auf Facebook und abonniert ihren Newsletter!

Homepage: https://sulawesikeepers.org/de/homepage/

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YouTube: https://www.youtube.com/@sulawesikeepers

Der Artikel der Naturschutzorganisation Sulawesi Keepers nutzt ein Quiz-Format, um weit verbreitete Haltungsirrtümer über Sulawesischnecken aufzuklären. Er legt dar, dass die im Handel bekannten Tiere nur einen Bruchteil der existierenden, oft unbeschriebenen Artenvielfalt darstellen und nicht zwangsläufig aus den großen Sulawesi-Seen stammen. Der Beitrag liefert zudem konkrete Fakten zur Biologie und Pflege: Tylomelania sind getrenntgeschlechtlich, benötigen extrem weiches Wasser mit hohem pH-Wert, haben je nach Herkunft stark abweichende Ansprüche an den Bodengrund (Weich- vs. Hartsubstrat) und können bei fachgerechter Pflege über zehn Jahre alt werden.

Die erfolgreiche Pflege und Vermehrung von Sulawesi-Schnecken erfordert zwingend eine präzise Abstimmung der Aquarienumgebung auf die artspezifischen Bedürfnisse hinsichtlich Wasserchemie, Substrat und Nahrungsangebot. Wer sich dieses Spezialwissen aneignet und anwendet, sorgt nicht nur für ein langes Leben der Tiere, sondern leistet durch Erhaltungszuchten einen unverzichtbaren Beitrag zum aktiven Artenschutz. Halbwissen hingegen gefährdet die Bestände dieser ohnehin vom Aussterben bedrohten Wirbellosen massiv.

Über das Magazin: Caridina

Caridina – Das Magazin für Wirbellose im Süßwasseraquarium
Das Magazin Caridina ist das führende Fachmagazin für Aquarianer, die sich auf die Haltung, Zucht und Pflege von Garnelen, Krebsen, Schnecken und anderen Wirbellosen spezialisiert haben. Es begleitet Hobbyisten von den ersten Schritten bis hin zu professionell gepflegten und zuchtfähigen Linien. Mit liebevoll gestalteten, gut bebilderten Beiträgen, praxisnahen Tipps und fundiertem Fachwissen ist es sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Züchter ideal.

Was bietet das Magazin?

  • Fachkundige, didaktische Berichte und brillante Fotos von renommierten Autoren
  • Spannende Fachartikel zu Garnelen, Krebse, Schnecken, Wasserpflanzen, Aquarientechnik und mehr
  • Praxisnahe Anleitungen, Tipps, Tricks sowie Kleinanzeigen und Produktneuheiten
  • Jedes Heft widmet sich einem speziellen Themenbereich, der in mehreren Beiträgen vertieft wird
  • Erscheinungsweise: 4-mal jährlich (quartalsweise)

Zielgruppe:
Alle, die sich für die Pflege, Zucht und Haltung wirbelloser Süßwasserbewohner interessieren – von begeisterten Einsteigern bis zu professionellen Züchtern.

Weitere Infos:
Mehr zur Zeitschrift und Abonnements finden Sie hier: Caridina – Zeitschrift für Wirbellose

Über den Dähne Verlag

Der Dähne Verlag wurde im Jahr 1970 von Karl-Heinz Dähne gegründet und wird heute in zweiter Generation von Marc Dähne geführt. Das Familienunternehmen gliedert sich in zwei Bereiche: Als Branchenfachverlag versorgt es die Baumarkt- und Gartencenter-Branche sowie den Zoofachhandel mit Fachinformationen. Für das Hobby Aquaristik veröffentlicht der Verlag erfolgreiche Hobby-Magazine, Fachzeitschriften und ein umfangreiches Buchprogramm.

Verlagsangebot im Überblick:

  • Rund ein Dutzend Fach- und Publikumszeitschriften
  • Internet-Portale und Online-News-Dienste
  • Umfassende Statistiken, Studien und Handelsdaten
  • Eine große Auswahl an Büchern (über 90 Titel) zu Aquaristik, Garten, Teich- und Terraristik
  • Weitere Publikationen wie Einkaufsführer, Adressverzeichnisse und mehr

Der Verlag ist führend in der Veröffentlichung hochwertiger Fach- und Hobbyliteratur und unterstützt den Austausch und die Weiterbildung in der Aquaristik-Community.

Mehr erfahren: Webseite des Dähne Verlags

Sulawesi Keepers

Sulawesi Keepers

Hinter diesem Beitrag steht die internationale Naturschutzorganisation Sulawesi Keepers. Die NGO wurde von einer engagierten Gruppe aus Wissenschaftlern, Naturschützern und spezialisierten Aquarianern ins Leben gerufen, um die einzigartige, aber stark bedrohte Süßwasserfauna der indonesischen Insel Sulawesi vor dem Aussterben zu bewahren. Die Sulawesi Keepers vernetzen weltweit Zoos, Forschungsinstitute, lokale Gemeinschaften und engagierte Hobby-Aquarianer. Ihr aquaristischer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau von professionellen Erhaltungszucht-Netzwerken (Ex-situ-Populationen) für seltene Garnelen, Krabben, endemische Fische und Schnecken wie Tylomelania, um deren Fortbestand für zukünftige Generationen zu sichern.

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