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Raritäten & Neuimporte im Fokus Vol. 560: Zwischen Farbenpracht und Ursprünglichkeit

Raritäten & Neuimporte im Fokus Vol. 560: Zwischen Farbenpracht und Ursprünglichkeit

Von leuchtend gefärbten Endler-Guppys über einen zurückhaltenden Fadenfisch bis hin zum sandsiebenden Erdfresser und dem publikumsträchtigen Axolotl zeigt diese Ausgabe die Bandbreite aktueller Neuimporte und Nachzuchten.

Die Aquaristik lebt von der Vielfalt ihrer Arten – und genau diese Vielfalt steht im Mittelpunkt der Reihe „Raritäten & Neuimporte im Fokus“ auf my-fish.org. In jeder Ausgabe stellen wir eine wechselnde Auswahl an Zierfischen und aquaristisch gehaltenen Amphibien vor, die aktuell über den Zierfischgroßhandel verfügbar sind, aus deutschen oder europäischen Nachzuchten stammen oder als Neuimporte den Weg in heimische Aquarien finden. Das Spektrum reicht dabei von kleinen, farbenfrohen Lebendgebärenden über ruhige Labyrinthfische bis zu großwüchsigen Barschen und Arten mit besonderen Haltungsanforderungen, etwa bei Wassertemperatur, Beckengröße oder Ernährung. Wer seinen Bestand erweitern, ein neues Gesellschaftsbecken planen oder sich über aktuelle Bezugsquellen und Pflegeansprüche informieren möchte, findet hier fundierte, sachlich aufbereitete Hintergründe zu Herkunft, Haltung und möglichen Vergesellschaftungen – als verlässliche Grundlage für die eigene aquaristische Praxis.

Raritäten & Neuimporte im Fokus Vol. 560
Raritäten & Neuimporte im Fokus Vol. 560

Poecilia wingei „K33“ – Endlers Guppy-Mann-Green-Red-Blue (NZ)

Der Endler-Guppy ist ein naher Verwandter des bekannten Guppys (Poecilia reticulata) und stammt ursprünglich aus dem Gebiet um die Laguna de Patos bei Cumaná im Nordosten Venezuelas. Die Zuchtform „K33″ zeichnet sich durch eine intensive, mehrfarbige Musterung der Männchen in Grün-, Rot- und Blautönen aus, die den Fisch zu einem der farbenprächtigsten Kleinfische im Aquarium macht. Männchen bleiben mit etwa 2 bis 3 Zentimetern sehr klein, Weibchen werden mit bis zu 4 Zentimetern etwas größer und deutlich unscheinbarer gefärbt.Endler-Guppys sind lebhafte, gesellige Schwimmer und eignen sich bereits für kleinere Aquarien ab rund 40 bis 54 Litern, sofern eine gut schließende Abdeckung vorhanden ist – die Tiere sind ausgesprochen sprungfreudig. Die Wassertemperatur sollte idealerweise zwischen 24 und 28 °C liegen, kurzfristig werden auch Temperaturen zwischen 20 und 30 °C toleriert.Bei der Fütterung zeigen sich Endler-Guppys unkompliziert und nehmen Trocken-, Frost- und Lebendfutter gleichermaßen an. Als Lebendgebärende vermehren sie sich unter guten Bedingungen zuverlässig und regelmäßig. Die zentrale Herausforderung bei dieser Art liegt in der Reinerhaltung der Linie: Eine Vergesellschaftung mit dem gewöhnlichen Guppy sollte vermieden werden, da beide Arten hybridisieren und sich die charakteristische Zeichnung der Zuchtform dadurch dauerhaft verlieren kann. Ein Artbecken oder die Vergesellschaftung mit friedlichen Nicht-Lebendgebärenden ist daher empfehlenswert.

Trichopodus leerii – Mosaikfadenfisch (NZ)

Der Mosaikfadenfisch gehört zu den Labyrinthfischen und stammt aus den Gewässern Südostasiens, insbesondere von der malaiischen Halbinsel sowie den Inseln Sumatra und Borneo. Namensgebend ist die feine, perlmuttartige Musterung, die sich über den gesamten Körper zieht und dem Fisch ein elegantes, mosaikartiges Erscheinungsbild verleiht. Ausgewachsen erreicht die Art eine Länge von etwa 10 bis 12 Zentimetern.Mosaikfadenfische gelten als friedlich, zeigen sich im Aquarium jedoch oft zurückhaltend und schätzen eine dichte Bepflanzung sowie Schwimmpflanzen als Rückzugsmöglichkeit. Empfehlenswert ist ein Becken ab etwa 100 Zentimetern Kantenlänge, bei einer Wassertemperatur zwischen 24 und 28 °C. Als Labyrinthfisch ist die Art auf den regelmäßigen Zugang zu Luft an der Wasseroberfläche angewiesen; die Raumluft über dem Becken sollte dabei nicht kühler sein als das Wasser, um das empfindliche Labyrinthorgan nicht zu belasten.In der Ernährung zeigt sich der Mosaikfadenfisch als Allesfresser, der von einer abwechslungsreichen Kost aus Flocken- oder Granulatfutter sowie ergänzendem Lebend- und Frostfutter profitiert. Zur Fortpflanzungszeit bauen die Männchen ein Schaumnest an der Wasseroberfläche und verteidigen dieses revierartig, was bei der Vergesellschaftung berücksichtigt werden sollte. Für ruhig besetzte Gesellschaftsaquarien mit vergleichbar friedlichen Arten ist der Mosaikfadenfisch insgesamt gut geeignet, sollte jedoch nicht mit zu turbulenten Beckenpartnern kombiniert werden.

Xiphophorus hellerii „Atoyac“ – Atoyac-Schwertträger (DNZ)

Diese Wildform des Schwertträgers ist nach dem Rio Atoyac im mexikanischen Bundesstaat Veracruz benannt, einem der Verbreitungsgebiete der Art. Charakteristisch ist die namensgebende, schwertartige Verlängerung der unteren Schwanzflossenstrahlen bei den Männchen. Mit Schwertfortsatz erreichen Männchen eine Gesamtlänge von bis zu 12 bis 14 Zentimetern und zeigen sich als robuste, anpassungsfähige Lebendgebärende.Als ausdauernde Schwimmer benötigen Schwertträger ein Aquarium mit ausreichend freier Schwimmfläche in der Länge, nicht nur in der Höhe – empfehlenswert sind mindestens 120 Zentimeter Kantenlänge. Die Wassertemperatur sollte zwischen 20 und 26 °C liegen; im Vergleich zu vielen anderen tropischen Aquarienfischen bevorzugt diese Art eher gemäßigte, gut durchströmte Bedingungen.Bei der Ernährung sollte neben hochwertigem Trocken- und Frostfutter auch ein pflanzlicher Anteil, etwa in Form von Algenbelag oder speziellem Grünfutter, nicht fehlen. Unter den Männchen kann es zu Rivalitäten kommen, weshalb ein Besatz mit einem höheren Weibchenanteil die Aggression innerhalb der Gruppe reduziert. Als Lebendgebärender vermehrt sich die Art bei guten Haltungsbedingungen zuverlässig, sodass bei unkontrollierter Nachzucht rechtzeitig Abgabemöglichkeiten für den Nachwuchs eingeplant werden sollten.

Poecilia wingei „Metallic Silver“ – Endlers Guppy-Mann-Metallic-Silver (NZ)

Auch diese Zuchtform des Endler-Guppys überzeugt durch ihre Farbgebung: Die Männchen zeigen einen silbrig-metallischen Schimmer, der sich je nach Lichteinfall unterschiedlich intensiv zeigt und für ein besonders edles Erscheinungsbild sorgt.In Größe, Verhalten und Haltungsansprüchen entspricht die „Metallic Silver“-Form weitgehend anderen Endler-Guppy-Zuchtformen: Männchen bleiben mit 2 bis 3 Zentimetern klein, Weibchen werden bis etwa 4 Zentimeter groß, die Art ist gesellig, aktiv und unkompliziert in der Pflege. Ein Becken ab 40 bis 54 Litern mit einer Wassertemperatur von 24 bis 28 °C ist ausreichend. Eine gut schließende Abdeckung ist auch hier wegen der Sprungfreudigkeit ratsam.Wie bei allen Zuchtformen des Endler-Guppys gilt auch für „Metallic Silver“ die besondere Sorgfaltspflicht hinsichtlich der Reinzucht: Eine Vergesellschaftung mit gewöhnlichen Guppys sollte vermieden werden, um Verkreuzungen und den damit verbundenen Verlust der charakteristischen Zeichnung zu verhindern. Ein separates Becken oder die Kombination mit friedlichen, nicht kreuzungsfähigen Arten ist die sicherste Lösung.

Ambystoma mexicanum „Green-Spotted“ – Axolotl-Green-Spotted (DNZ)

Der Axolotl ist kein Fisch, sondern ein neotenischer Schwanzlurch, der ursprünglich aus dem Gewässersystem von Xochimilco in Mexiko stammt. Neotenie bedeutet, dass die Tiere zeitlebens im larvalen Zustand mit äußeren Kiemenbüscheln verbleiben, ohne eine vollständige Metamorphose zu durchlaufen. Die Variante „Green-Spotted“ zeichnet sich durch eine grünlich gesprenkelte Zeichnung aus. Ausgewachsen erreichen Axolotl eine Länge von etwa 20 bis 30 Zentimetern.Die Art benötigt deutlich kühleres Wasser, als es für die meisten tropischen Aquarienfische üblich ist: Die Wassertemperatur sollte idealerweise zwischen 15 und 20 °C liegen und dauerhaft nicht über etwa 22 bis 23 °C steigen, da zu hohe Temperaturen die Tiere belasten – eine entsprechende Kühlung beziehungsweise ein kühl aufgestelltes Becken sollte eingeplant werden. Der Bodengrund sollte feinkörnig oder unbekiest gewählt werden, um ein versehentliches Verschlucken von Substrat beim Beutefang zu vermeiden. Die Tiere reagieren zudem empfindlich auf Ammoniak- und Nitritbelastung sowie auf starke Strömung.Axolotl sind reine Fleischfresser und werden mit Lebend- oder Frostfutter sowie speziellem Sinkfutter ernährt. Ein Artbecken ohne flossenzupfende Fische ist ratsam, da Axolotl selbst kleinere Fische erbeuten können. Bemerkenswert ist die Fähigkeit zur Regeneration verlorener Gliedmaßen. Um Verletzungen durch gegenseitiges Beißen zu vermeiden, sollten nur ähnlich große Tiere miteinander vergesellschaftet werden.

Geophagus altifrons „Trombetas“ – Hochstirn-Erdfresser-Trombetas (DNZ)

Der Hochstirn-Erdfresser ist ein großwüchsiger südamerikanischer Cichlide aus dem Einzugsgebiet des Rio Trombetas im nördlichen Brasilien. Namensgebend ist das arttypische Verhalten, Sand aufzunehmen und ihn zur Nahrungssuche durch die Kiemen wieder auszusieben. In der Aquarienhaltung erreicht die Art meist eine Größe von 20 bis 25 Zentimetern, in Ausnahmefällen und im natürlichen Lebensraum auch bis zu 30 Zentimeter.Die Art benötigt entsprechend ein großzügig dimensioniertes Aquarium ab etwa 400 Litern für eine kleine Gruppe, mit weichem, feinem Sandboden, der das natürliche Siebverhalten ermöglicht. Die Wassertemperatur sollte zwischen 26 und 30 °C liegen, wie es für Fische aus dem zentralen Amazonasbecken typisch ist.In der Ernährung profitiert der Hochstirn-Erdfresser von einer abwechslungsreichen Kost aus hochwertigem Sinkfutter sowie ergänzendem Lebend- und Frostfutter. Sozial zeigt sich die Art im Vergleich zu vielen anderen großen Cichliden vergleichsweise verträglich und kann in kleinen Gruppen gehalten werden, wobei zur Fortpflanzungszeit territoriales Verhalten auftreten kann. Aufgrund der beträchtlichen Endgröße und der damit verbundenen Bioload ist stabile Wasserqualität mit leistungsfähiger Filterung von Anfang an einzuplanen. Da die Art vergleichsweise langsam heranwächst, ist bei der Haltung außerdem etwas Geduld gefragt.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

Matthais AI

Matthias Wiesensee

Aquarianer, Wirtschaftsinformatiker, Online Marketing Manager. Liebt Fotografie, Badminton & Inlineskating. Nutzt die Freizeit für die Aquaristik, den Gartenteich und den Hund.
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