Hausgemachtes Spitzwegerich-Futter – Energiereiche Ernährung für Pflanzen- und Allesfresser
Wer Zierfische, Garnelen oder Schnecken pflegt, der weiß: Gutes Futter steht für mehr als die reine Nährstoffversorgung. Es ist ein Baustein für Gesundheit, Farbe und Wohlbefinden. Hier möchte ich mein persönliches Lieblingsfutter vorstellen: Natürlich, einfach herzustellen, ohne teure Zusatzstoffe und mit überzeugender Wirkung.

Los geht’s mit dem Herzstück unseres Rezepts: dem Spitzwegerichbrei. Dafür schnappst du dir die frischen Blätter des Spitzwegerichs, die mit dem Wasser in einen Mixer gegeben werden, um die richtige Konsistenz zur Weiterverarbeitung zu erreichen. Handschuhe an, denn Spitzwegerich färbt nachhaltig! Beides pürieren, bis es eine grüne, flüssige Masse ergibt. Eine Warnung vorweg: Der Mixer könnte – zumindest für Nicht-Aquarianer – unbrauchbar zurückbleiben.
Der grüne Brei ist die Grundlage für den Teig. Nach und nach werden weitere Zutaten hinzugegeben und vermengt: Walnusslaubpulver, Seealgenmehl, Montmorillonit und Spirulina. Statt des Walnusslaubs sind auch Brennnesselpulver, Hasel- und Maulbeerlaub geeignet. Auch wenn die Masse nun immer fester wird, empfehle ich kein Wasser mehr hinzuzugeben. Nur geduldiges Kneten ist nötig, um die richtige Konsistenz zu erreichen. Am Ende soll sich die Masse anfühlen wie Keksteig, also fest, aber formbar.

Sobald das erreicht ist, kann der Teig ausgerollt werden, um ihn gut portionieren zu können. Kleine Würfel, Kugeln oder Herzen mit einer Ausstechform, alles ist möglich. Hauptsache, das Futter lässt sich später gut portionieren. Nur zu klein darf es nicht werden, denn im nächsten Schritt wird der Masse die Flüssigkeit entzogen und die Portionen schrumpfen etwas zusammen.


Jetzt alles bei 40 °C für 24-48 Stunden in den Dörrautomaten oder bei 100 °C für drei bis vier Stunden in den Backofen. Bei letzterem die Tür einen Spalt offenlassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Je nach Dicke der Portionen variiert die benötigte Zeit, daher die recht ungenaue Angabe. Wichtig: Es darf keine Restfeuchte im Futter enthalten sein. Bevor der Trocknungsvorgang abgeschlossen wird, empfiehlt es sich daher einige Brocken aufzubrechen und zu überprüfen. Je niedriger die Temperatur, desto länger dauert der Vorgang, ist aber auch schonender gegenüber den Inhaltsstoffen.

Die Zutaten
Walnusslaubpulver
… enthält Gerbstoffe, Flavonoide und natürliche Bitterstoffe. Diese wirken leicht antibakteriell, sind entzündungshemmend und können die Wasserqualität positiv beeinflussen. Im Futter dient es vor allem als sanftes Mittel zur Darmpflege: Hilfreich gegen Blähungen, Infektionen oder Würmer. Auch Garnelen profitieren von den gerbstoffhaltigen Inhaltsstoffen.
Spitzwegerich
… ist eine Heilpflanze und wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und antimikrobiell. Die enthaltene Kieselsäure fördert die Regeneration von Schleimhäuten, besonders zu empfehlen also bei Fischen, deren Kiemen und Haut empfindlich auf Schadstoffe oder Keime reagieren. Er regt zudem die Verdauung an und bringt natürliche Pflanzenproteine ins Futter ein.

Seealgenmehl
Das feine Algenpulver liefert ein breites Spektrum an Spurenelementen und Mineralien: Jod, Kalzium, Eisen, Magnesium. Es wirkt remineralisierend und kann das Immunsystem stärken. Gleichzeitig fördert es die Farbintensität, besonders die roten, blauen und gelben Farbtöne werden bei Fischen wie auch Garnelen intensiviert.
Montmorillonit
Die Tonerde bindet Schadstoffe im Darm und unterstützt eine gesunde Darmflora. Sie enthält eine Vielzahl nützlicher Mineralien wie Kalzium, Kalium, Natrium und Silizium, die wichtige Bausteine für ein ausgewogenes Wachstum sind, die Häutung unterstützen und Stoffwechselprozesse effektivieren.
Spirulina-Pulver
Ein Klassiker in der Aquaristik, und das aus gutem Grund. Spirulina ist proteinreich und enthält zahlreiche Vitamine (A, B-Komplex, C, E), essenzielle Fettsäuren und Antioxidantien wie Beta-Carotin. Die Mikroalge unterstützt das Immunsystem, steigert die Vitalität und intensiviert die Färbung.
Mit diesem Rezept gibst du deinen Tieren nicht nur Futter, du unterstützt ihre Gesundheit, intensivierst ihre Farben und bietest eine natürlich basierte Ernährungsweise. Sammelt man Spitzwegerich und Walnusslaub selbst, dann zahlt man für die beschriebene Menge ungefähr 7-9 €. Meine drei Aquarien und ich kommen damit ein Jahr lang gut aus. Die Herstellung ist zudem sehr einfach und macht wirklich Spaß. Viel Freude beim Ausprobieren!