Raritäten & Neuimporte im Fokus 197

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

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Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser

oben links: Epiplatys duboisi

Erstmals seit sehr vielen Jahren konnte Aquarium Glaser jetzt diesen entzückenden Zwergkilli importieren. Gegenwärtig sind die Tiere 1,5-2 cm lang, die Maximallänge von Epiplatys duboisi liegt bei 2,5 cm. Die Fische wurden in der Umgebung von Brazzaville gesammelt.

Ungeachtet ihrer Winzigkeit sind die Fische keineswegs übermäßig empfindlich. Die Männchen können untereinander sogar etwas zänkisch sein. Zu Beschädigungskämpfen kommt es aber nicht. Am besten pflegt man diese Juwelen in kleinen Spezialaquarien, wo man sie gut unter Kontrolle hat. Die Tiere laichen willig ab, die Aufzucht der Jungen ist aber relativ kniffelig. Es handelt sich bei A. duboisi um Haftlaicher, der Laich braucht keine Trockenzeit.

Die Zwerghechtlinge fressen feines Trockenfutter ebenso willig wie Artemia-Nauplien etc. Zur Zucht empfiehlt sich weiches, leicht saures Wasser. Der Wasserstand sollte möglichst niedrig sein, am besten nur etwa 15 cm.

oben rechts: Apistogramma macmasteri Tame
Bereits im Aqualog South American Cichlids II aus dem Jahr 1996 stellte Uwe Werner einen Zwergbuntbarsch unter dieser Bezeichnung vor. Die Stadt und der Bezirk Tame liegten in Kolumbien im Department Arauca am Rio Arauca. Dort wurden die außergewöhnlichen A. macmasteri gesammelt. Seit damals wurde es aber leider still um die Tiere.

Nun gelang der Import von Wildfängen dieser Form. Es handelt sich um große, weitgehend ausgewachsene Exemplare. Hoffentlich gelingt es, diesmal einen dauerhaften Stamm der wirklich schönen Fische aufzubauen.

unten links: Amia calva
Nach langen, zunächst vergeblichen Bemühungen erreichte Aquarium Glaser ein größerer Import dieses lebende Fossils aus den USA. Einst waren die Vertreter der Familie Amiidae fast auf der ganzen Welt heimisch, auch in Europa gab es Arten. Es gab diese Fische schon, als noch Dinosaurier über die Erde wanderten. Heute existiert nur noch eine einzige Art, nämlich Amia calva, die in den östlichen USA verbreitet ist.

Der Kahlhecht – so sein deutscher Name – kann bis zu einem Meter lang werden, gewöhnlich erreicht er um 50 cm. Männchen bleiben generell kleiner als die Weibchen. Kahlhechte sind Raubfische, die sich von Fischen und Krebsen ernähren. Sie verfügen über ein sehr kräftiges Gebiss und wehren sich zur Not auch durch Beißen, worauf geachtet werden sollte.

Amia calva ist ein Kaltwasserfisch, jedoch aufgrund seiner Lungenatmung in der Lage, auch noch Temperaturen über 30°C zu überstehen. Kahlhechte betreiben Brutpflege. Das Männchen baut aus Pflanzenteilen eine Art Nest, in das die klebrigen Eier gelegt werden. Auch die Jungtiere werden noch eine Zeitlang vom Männchen betreut.

unten rechts: Corydoras sp. C3
Lieferungen von “Corydoras deckeri” (das ist ein Fantasiename ohne wissenschaftliche Bedeutung) aus Kolumbien sind immer eine Wundertüte. Manchmal sind es Corydoras axelrodi, manchmal C. loxozonus und manchmal die wissenschaftlich noch unbeschriebene Art C3.

Diesmal erhielt Aquarium Glaser den hübschen C3. Aber alle drei genannten Arten sind sehr variantenreich. Es erscheint darum fraglich, ob es sich überhaupt um drei verschiedene Arten handelt (außer der Färbung typischer Exemplare gibt es nämlich keine bekannten Unterschiede) oder doch vielleicht eher um einen Artenschwarm miteinander hybridisierender Formen, die sich nicht in unser Konzept von “Arten” einordnen lassen.

C3 ist grundsätzlich wie Corydoras loxozonus gefärbt, allerdings verläuft die schwarze, waagerechte Binde wie bei C. axelrodi in der Körpermitte und nicht, wie bei C. loxozonus, entlang des Rückens.

Manche der Farbvarianten sehen allerdings so völlig anders aus, dass man meinen könnte, unterschiedliche Arten vor sich zu haben, wären nicht alle diese Farbvarianten durch Zwischenstufen miteinander verbunden. Ein tatsächlicher Beifang ist allerdings eine spitzschnäuzige Art mit waagerechten Bändern und gestreifter Schwanzflosse, die erst kürzlich von Ian Fuller mit der CW-Nummer 113 belegt wurde.

Quelle: http://www.aquariumglaser.de/

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Santoro Alfonso

Hallo ich bin auf der Suche nach paar calva Fische haben sie zu gefällig noch welche da …?

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