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Raritäten & Neuimporte im Fokus 234

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Badis autumnum

Die Artenzahl bei den Blaubarschen ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. Bis zum Jahr 2002 war nur eine Art mit vier Unterarten akzeptiert, jetzt gelten zwei Gattungen (Dario und Badis) mit insgesamt 23 Badis-Arten und 6 Dario-Arten als gültig. Zu den jüngsten Neubeschreibungen aus dem Jahr 2015 gehört Badis autumnum, der Rotpunkt-Badis. Wie bei allen Badis-Arten ist die Färbung extrem veränderlich, was den Tieren den Namen „Chamäleon-Fische“ eingebracht hat.
Bei Badis autumnum kann man aber immer gut drei Merkmale feststellen, egal wie das Tier sonst gefärbt ist: der breite Strich hinter dem Auge in Kombination mit dem Fehlen eines dunklen Punktes auf der Schulter (dem so genannten Cleithral-Fleck, der bei den meisten anderen Badis-Arten vorhanden ist) und der Schwanzwurzelfleck in Form eine liegenden T. Zusätzlich kann man bei den meisten Stimmungen einen schönen roten Punkt auf den meisten Schuppen der Flanke sehen, was den Fisch sehr attraktiv macht. Wie du auf dem einen Bild aber erkennen kannst, werden unterlegene Tiere fast schlagartig sehr hell, fast weiß. Es ist faszinierend, ein Aquarium mit Badis zu beobachten und zu versuchen aus den ständig wechselnden Farben die „Sprache der Fische“ zu entschlüsseln.
Badis autumnum ist zudem ein sehr energiesparender Fisch, denn er stammt aus dem Norden Indiens und braucht zum Wohlbefinden keine Heizung. Nur zur Zucht muss man die Temperatur auf 24-26°C erhöhen, sonst genügen 18-22°C und im Winter darf die Temperatur sogar auf 14-16°C fallen. Wie alle Blaubarsche frisst auch Badis autumnum kein Trockenfutter, Frostfutter wird aber gerne angenommen und Lebendfutter selbstverständlich auch. Die Maximallänge liegt bei rund 6 cm.


oben rechts: Chilatherina sentaniensis

Vor 110 Jahren – 1907 – beschrieb der deutsch-niederländische Wissenschaftler Max Weber Süßwasserfische von Neu-Guinea, die auf einer wissenschaftlichen Expedition der Niederlande im Jahr 1903 gesammelt wurden. Darunter war ein Regenbogenfisch, den Weber als Rhombatractus senataniensis nannte und den wir heute als Chilatherina sentaniensis kennen. Den Artnamen wählte Weber nach dem Sentani-See, 75 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, von dem die ihm vorliegenden Fische stammten. Neuere Expeditionen zu dem See ergaben, dass der Sentani-Regenbogenfisch in den Zuflüssen des Sees viel häufiger als im See selbst ist.
Aquaristisch wurde diese Art erst viel später bekannt und bis heute ist sie nur sporadisch im Angebot des Handels. Wie bei den meisten Regenbogenfischen braucht man einen etwas längeren Atem, bis sich die Fische ausfärben – doch das lohnt sich!

unten links: Apistogramma sp. Marandu

Aus Peru kamen erstmals diesen interessanten und schönen Apistogramma zu Aquarium Glaser, leider ohne nähere Fundortangabe. Sie haben, da es sich um eine vorerst nicht sicher bestimmbare Form handelt, einfach den Namen, den der Exporteur dafür vergab, übernommen.
Marandu gehört in die engere Verwandtschaft von Apistogramma moae, der wiederum ein Mitglied des Apistogramma-eunotus-Komplexes darstellt. Hierher gehören neben A. eunotus auch A. cruzi und einige andere. Besonders auffällig an Marandu sind die kräftig ausgeprägten Unterbauchstreifen und die das Längsband (das sehr oft in Einzelfleck aufgelöst ist) begleitenden metallisch-blauen Leuchtstreifen.
Apistogramma sp. Marandu stellt eine wunderbare Neuheit dar.


unten rechts: Mastacembelus pantherinus

Erneut gelang Glaser ein Import eines extrem selten angebotenen Stachelaals: Mastacembelus pantherinus. Im Internet ist diese Art meist als M. dayi unterwegs; bei letzterem handelt es sich aber, wie Ralf Britz, der übrigens auch M. pantherinus erstbeschrieb, kürzlich feststellte um ein Synonym von M. alboguttatus.
Mastacembelus pantherinus stammt aus Burma, wo er bislang ausschließlich im Indawgyi-See und seinen Zu- und Abflüssen gefunden wurde. Die Art erreicht eine Maximallänge von mindestens 50 cm, ist also ein größerer Vertreter der Stachelaale. Unsere Exemplare sind gegenwärtig 20-25 cm lang.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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