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Raritäten & Neuimporte im Fokus 238

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Peckoltia brevis / LDA 78

Aus Brasilien stammt dieser hübsche Zwergschilderwels, der schon lange vor der Erfindung der L-Nummern in unseren Aquarien heimisch wurde. Peckoltia brevis wird ca. 12 cm lang und stammt aus Amazonas-Zuflüssen, wie z. B. dem Rio Purus, dem Rio Jurua, dem Rio Manacapuru und dem Rio Tefé. Die von Glaser importierten Jungtiere sind noch überwiegend gelb gefärbt. Im Alter dunkeln die Farben nach und die Tiere werden sehr hübsch orange bis rosabraun.
Peckoltia brevis ist eine schöne Alternative zu Ancistrus-Arten, denen sie in Bezug auf die Lebensweise stark ähnelt.


oben rechts: Nannostomus trifasciatus „Gold“

Nur sehr selten kommen „Goldsalmler“ in größerer Stückzahl in den Handel. Eine Ausnahme ist natürlich „der“ Goldsalmler, Hyphessobrycon saizi (meist als H. eos gehandelt), aber im Prinzip kann dieses Phänomen bei jedem Salmler auftreten – dort bekommt man es aber nur vereinzelt zu Gesicht.
Glaser hat jetzt aus Peru wieder einmal große, ausgewachsene goldene Nannostomus trifasciatus erhalten. Die goldene Färbung ist eine Hautreaktion auf einen überstandenen Parasitenbefall; sie fällt darum bei jedem Fisch individuell unterschiedlich aus und kann auch nicht vererbt werden. Goldene Salmler sind gegenüber ihren normal gefärbten Artgenossen im Aquarium in keinster Weise benachteiligt.
In der Natur ist das anders. Der Parasit, der den Goldglanz verursacht, muss in einen Vogel gelangen, um sich fortpflanzen zu können. Bis der goldene Salmler von einem Vogel gefressen wird, verharrt der Parasit in einem inaktiven Stadium. Die Chance, dass ein goldener Fisch von einem fischfressenden Vogel gefressen wird, ist natürlich viel größer, als bei einem normalfarbigen, in der Draufsicht gut getarnten Fisch. Darum sind goldene Salmler einem viel größeren Feinddruck ausgesetzt als ihre normalfarbigen Artgenossen und das ist wohl auch der Grund, weshalb sie von den Zierfischfängern gewöhnlich nur sporadisch gefunden werden können.

unten links: Gymnotus stenoleucus

Die Messeraale der Gattung Gymnotus gehören zu den farblich attraktivsten Vertretern ihrer Verwandtschaftsgruppe. Im Prinzip sind es kleine Zitteraale, wenngleich sie nur sehr schwach elektrisch sind und ihre elektrischen Impulse ausschließlich zur Kommunikation und zur Orientierung (ähnlich dem Echolot der Fledermäuse) einsetzen. Die Arten werden mittelgroß, gewöhnlich erreichen sie Längen zwischen 10 und 40 cm.
Leider sind die Tiere untereinander sehr unverträglich. Die Zusammenstellung von Zuchtgruppen ist auch darum ein großes Problem. Das ist schade, denn zumindest eine Art hat sich zwischenzeitlich als Maulbrüter gezeigt, die erfolgreiche Zucht verspricht also viele spannende Beobachtungsmöglichkeiten.
Gymnotus stenoleucus gehört zu den kleineren Arten, es wurden noch keine Exemplare über 15 cm Länge bekannt. Die gezeigten Tiere stammen aus Peru.


unten rechts: Trachelyopterus fisheri

Ursprünglich stammt dieser “Schwemmholz-Wels” (der englische Populärname ist “Driftwood Catfish”) aus Kolumbien, wo er im System des Rio Sucio vorkommt. Von dort gibt es nur sehr selten Importe. Nur einmal in den letzten Jahren – 2014 – hatte Glaser ein Männchen dieser extraordinären Art als Wildfang im Stock.
Wie die Delfinwelse (Ageneiosus) entwickeln Trachelyopterus-Männchen zur Brutzeit einen riesigen Rückenflossenstachel, verdickte Oberkieferbarteln und ein penisartiges Begattungsorgan, mit dem eine innere Befruchtung der Weibchen erfolgt. Alle diese Merkmale verschwinden zumindest bei Ageneiosus-Arten nach der Fortpflanzungszeit wieder, dann sind Männchen und Weibchen äußerlich nicht auseinanderzuhalten. Wie die Verhältnisse bei Trachelyopterus sind, ist noch unbekannt.
Interessanterweise wird diese seltene Art in Indonesien kommerziell für die Aquarienhaltung gezüchtet. Die Fische sind farblich sehr variabel, wir haben jetzt sogar einen Weißling dabei. In der Anlage schwimmen diese Welse auch tagsüber aktiv herum und zwar am liebsten in engem Kontakt zu Artgenossen.
Tracheyopterus fisheri wird etwa 12-15 cm lang und ist ein friedlicher Fisch, sehr kleine Mitbewohner werden allerdings als Nahrung angesehen.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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