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Raritäten & Neuimporte im Fokus 252

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Etroplus maculatus
Der Indische Buntbarsch, Etroplus maculatus, ist ein altbekannter Aquarienfisch und seit seiner Ersteinführung nicht wieder aus den Becken der Liebhaber verschwunden. Neuere Untersuchungen deuten zwar an, dass Etroplus nicht so nahe mit den Buntbarschen (Cichlidae), sondern eher mit den Riffbarschen (Pomacentridae) verwandt ist. Für die aquaristische Praxis ist das aber ohne Bedeutung.
Etroplus maculatus kann in reinem Süßwasser oder Brackwasser gepflegt werden. Die Geschlechter unterscheiden sich weder in Farb- noch in Flossenmerkmalen, aber ab dem Eintritt der Geschlechtsreife (Männchen mit etwa 5 cm, Weibchen mit etwa 4 cm Länge) sind die Männchen immer größer als die Weibchen. Die Maximallänge für Männchen liegt bei etwa 9 cm. Sind die Tiere gleichalt, bzw. stammen sie aus dem selben Import, und nimmt man das größte und das kleinste Exemplar, hat man praktisch immer ein Pärchen. Etroplus bilden eine Elternfamilie. Es sind Offenbrüter, die Fische laichen also offen auf Steinen, Holz oder dergleichen ab. Die Eier sitzen auf kleinen Stielchen und bewegen sich daher, wenn sie befächelt werden. Die Brut wird von beiden Eltern geführt. Ähnlich wie beim Diskus ernähren die Eltern ihre Jungen teilweise mit Hautschleim.


oben rechts: Hyphessobrycon flammeus GOLD
Wir wollen an einen der ersten Salmler erinnern, der aus der Umgebung von Rio de Janeiro importiert wurde: Hyphessobrycon flammeus. Seit dem Erstimport 1924 ist die Art nie wieder aus den Aquarien verschwunden, denn die Nachzucht ist leicht und die Fische sind sehr produktiv.
Leider sind sie in der Natur aber vom Aussterben bedroht, denn der natürliche Lebensraum des Roten von Rio verschwindet mehr und mehr. Importe gibt es schon viele Jahrzehnte nicht mehr, aber durch den Kauf von Roten von Rio kannst du dich aktiv an der Arterhaltung beteiligen, denn so lange die Aquarianer nach Roten von Rio verlangen, so lange werden sie auch nachgezüchtet und können wenigstens in den Aquarien überleben.
Neuerdings gibt es auch eine goldene Zuchtform dieses Fisches, bei dem die schwarzen Zeichnungselemente fehlen. Auch dieser Fisch ist sehr attraktiv!


unten links: Garra culiciphaga
Ein ganz neuer Fisch im Hobby ist Garra culiciphaga. Ursprünglich wurde sie 1927 von dem französischen Forscher Pellegrin als Hemigrammocapoeta culiciphaga beschrieben und in dieser Gattung sah man den bis zu 8 cm langen Fisch auch bis 2015. Heutzutage stellen ihn allerdings damit beschäftigte Wissenschaftler in die Gattung Garra.
Der kleine, friedliche und wunderbar goldglänzende Karpfenfisch kommt ausschließlich in der Türkei vor, ist dort also endemisch. Entsprechend dem dortigen Klima ist G. culiciphaga sehr temperaturtolerant. Jüngere Forschungen zeigten sogar, dass dieser Süßwasserfisch auch Brackwasser bis hin zur vollen Meerwasserkonzentration vertragen kann.


unten rechts: Puntigrus anchisporus „Moosgrün“
Viele werden die Sumatrabarbe noch unter dem falschen Namen Barbus oder Puntius tetrazona kennen. Diese Art – ihr korrekter Name lautet aktuell Puntigrus tetrazona – ist jedoch niemals im Handel, sondern stets die eng verwandte Art Puntigrus anchisporus. Man kann beide Arten leicht unterscheiden. P. tetrazona hat pechschwarze Bauchflossen, P. anchisporus tiefrote.
Die Zuchtform „Moosgrün“ von P. anchisporus entstand in den 1970er Jahren. Bei ihr sind die schwarzen senkrechten Streifen der Naturform zu einer zusammenhängenden Fläche verschmolzen. Es sind ansonsten echte Sumatrabarben – „Haudegen ohne Furcht und Tadel“ – die man wegen ihes stark ausgeprägten Spieltriebs niemals gemeinsam mit Ruhe liebenden Fischen oder Arten mit lang ausgezogenen Flossen pflegen darf.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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